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28. August 2008, 00:00
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Licht und Schatten bei AWD

AWD hat weiter mit der weltweiten Finanzkrise zu kämpfen. Wie der Hannoveraner Finanzdienstleister in seinem Halbjahresbericht mitteilt, gingen die Umsatzerlöse um 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.

Besonders schwach entwickelte sich das Geschäft in den Auslandsmärkten Großbritannien und Österreich. So sank der Umsatz auf der Insel von 77,6 Millionen Euro (2007) um mehr als ein Drittel auf 50,2 Millionen Euro. Grund dafür sei die andauernde Hypotheken- und Immobilienkrise, die das Königreich stark betrifft. Im Nachbarland Österreich reduzierten sich die Erlöse um mehr als ein Viertel von 91,5 Millionen Euro auf 64,6 Millionen Euro. Dort sei die Ursache das sich stark abschwächende Wirtschaftswachstum. Insgesamt steuerten Großbritannien 15 Prozent, Österreich sowie Zentral- und Osteuropa 19 Prozent zum Konzernumsatz bei.

Deutschland-Geschäft mit leichtem Wachstum

Das Geschäft hierzulande ist mit 55 Prozent der Einnahmen immer noch das wichtigste für AWD. Dort erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr moderat von 184,8 Millionen Euro auf 185,9 Millionen Euro. Ebenfalls positiv entwickelte sich der Markt in der Schweiz, wo die Hannoveraner Erlöse in Höhe von 35,1 Millionen Euro (2007: 34,3 Millionen Euro) erzielten.

Am gewinnträchtigsten für den Konzern sind nach wie vor die fondsgebundenen Produkte. 40 Prozent der Abschlussprovisionen entfallen darauf. 21 Prozent erwirtschaftet AWD mit Investmentfonds, 17 Prozent mit Lebensversicherungen und zehn Prozent steuern Hypotheken und Finanzierungen bei.

Einbruch bei operativem Gewinn

Ein Blick auf die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt, dass der operative Gewinn um 44 Prozent auf 24,1 Millionen Euro eingebrochen ist. Der Bilanzgewinn sank mit 64,6 Prozent auf 22 Millionen Euro sogar noch eklatanter. Dies liegt unter anderem an gestiegenen Vertriebskosten in Höhe von insgesamt 73,6 Prozent (+ 14,1 Prozent), davon wurden allen 23,4 Millionen Euro für verkaufsfördernde Maßnahmen ausgegeben. Wie AWD weiter mitteilt, werden 2008 zudem 30 Millionen Euro in eine länderübergreifende Rekrutierungsoffensive investiert.

Augenblicklich verzeichnet der Finanzvertrieb einen merklichen Rückgang der Berater von 4.367 auf 3.875. Das sind insgesamt 492 Finanzvermittler. Branchenkenner sehen darin eine Folge der Übernahme des AWD durch den Versicherer Swiss Life im Dezember 2007 (cash-online berichtete hier) und den dadurch befürchteten Verlust von AWDs Unabhängigkeit. Wegen der aktuellen Entwicklung unzufriedene Mitarbeiter würden sich häufig Konkurrenzvertrieben zuwenden. Der Schweizer AWD-Mehrheitsaktionär hat indes eine Gewinnwarnung herausgegeben (cash-online berichtet hier). (aks)

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