Anzeige
7. Juli 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Phoenix: Rechtsverfolgungspool Puckler vor dem Aus?

Im Insolvenzverfahren der Pleitefirma Phoenix Kapitaldienst, Frankfurt, sind Anlegerschutzanwälte und Insolvenzverwalter Frank Schmitt heute zusammengetroffen, um das weitere Vorgehen des sogenannten Rechtsverfolgungspools Puckler zu koordinieren. Auf dem Treffen in Frankfurt wurde das ursprünglich geplante Finanzierungsmodell verworfen.

Zur Frage der ?Durchsetzbarkeit der Ansprüche wie der Möglichkeit der Finanzierung? hätten sich ?neue Einsichten und Erkenntnisse ergeben?. Diese hätten Schmitt ?nach ausführlicher Diskussion mit dem Gläubigerausschuss und dem Insolvenzgericht? dazu bewogen, den Pool nicht weiter zu finanzieren. Das teilte die Kanzlei Schultze & Braun (Schubra), Achern/Frankfurt, der Insolvenzverwalter Schmitt angehört, im Anschluss an die Veranstaltung mit. Ob, und wenn ja, wie der Pool weiter finanziert wird, ist offen.

Der Verfolgungspool war im Jahr 2006 mit dem Ziel gegründet worden, Schadensersatzansprüche gegen den ehemaligen Phoenix-Wirtschaftsprüfer Godehard Puckler geltend zu machen, dem gravierende Fehler vorgeworfen werden. Die Schubra entschied nach eigenen Ermittlungen zunächst eine auf entsprechende Fälle spezialisierte Kanzlei zu beauftragen und so zu versuchen, die Ansprüche außergerichtlich geltend zu machen. Puckler reagierte allerdings nicht auf das Anschreiben des bevollmächtigten Anwalts, woraufhin der Weg über die Gerichte eingeschlagen werden sollte.

Vorfinanzierung aus der Insolvenzmasse

Vorfinanziert werden sollte der Rechtsverfolgungspool aus der Insolvenzmasse, darauf einigten sich im Mai 2006 Anlegerschutzanwälte, der Insolvenzverwalter und der Gläubigerausschuss. Es war geplant, die entnommenen Mittel nach erfolgreicher Durchsetzung der Ansprüche gegen Puckler in die Insolvenzmasse zurückzuführen. Dagegen legte allerdings ein Zusammenschluss von Mitgliedern der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) Beschwerde ein, der das Finanzierungsmodell als formal fehlerhaft bewertet und unter anderem aus diesem Grund wiederholt die Absetzung Schmitts als Insolvenzverwalter forderte (cash-online berichtete hier).

Inwieweit ein Zusammenhang mit dem nun erfolgten Finanzierungs-Stopp besteht, konnte cash-online nicht in Erfahrung bringen, da Schmitt bislang noch nicht für eine Stellungnahme erreichbar war.

Hintergrund: Phoenix hatte jahrelang Anleger mit Scheinangeboten und Renditeversprechungen geprellt. Insgesamt wurden rund 30.000 Privatinvestoren geschädigt. Über 500 Millionen Euro wurden in dubiose Options- und Termingeschäften, sogenannten Managed Accounts angelegt, bis die Bonner Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Geschäftsbetrieb stoppte. Nachdem der Betrug aufgeflogen war, wurde im Jahr 2005 das Insolvenzverfahren eröffnet (cash-online berichtete hier). (hb)

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...