14. März 2016, 13:23

Immobilienkäufer: Verschuldungsbereitschaft steigt

Deutsche Immobilienkäufer sind bereit höhere Kreditsummen für ihre Immobilie aufzunehmen. Dies zeigt eine aktuelle Analyse von rund 168.000 Kreditanfragen auf dem Baufinanzierungsportal von Immobilienscout24.

Ratenkredit-Baufinanzierung in Immobilienkäufer: Verschuldungsbereitschaft steigt

Deutsche favorisieren nach wie vor die eigenen vier Wände.

Die durchschnittlich gewünschte Kreditsumme deutscher Immobilienkäufer habe sich innerhalb von drei Jahren um 24 Prozent erhöht und liege aktuell bei rund 200.000 Euro. Die Wünsche von Käufern in den Metropolen liegen laut Immobilienscout24 deutlich über dem Durchschnitt.

Überdurchschnittliche Darlehenswünsche in Metropolen

In München sei der Darlehenswunsch in drei Jahren um 53 Prozent auf 340.000 Euro gestiegen. Auch in Hamburg (42 Prozent auf 279.500 Euro), Köln (38 Prozent, 257.00 Euro) und Stuttgart (31 Prozent, 258.000 Euro) sei ein Anstieg der Darlehenshöhe in den letzten Jahren bemerkbar. Damit steige die Dauer der Verschuldung vor allem in den Metropolen und der Region Hamburg sowie Bayern.

Die Münchener sind laut Analyseergebnissen bereit das höchste Risiko aufzunehmen und verschulden sich über den längsten Zeitraum. Ende 2015 hätten sie im Durchschnitt Darlehen in Höhe von 92 Netto-Monatseinkommen aufgenommen, 25 Gehälter mehr als vor drei Jahren. Hamburg (82 Netto-Monatseinkommen), Stuttgart (82 Netto-Monatseinkommen) und Frankfurt am Main (79 Netto-Monatseinkommen) belegten die nachfolgenden Plätze.

Höhere Risiken beachten

“Niedrige Zinsen und steigende Immobilienpreise veranlassen die Menschen immer größere Darlehenssummen aufzunehmen, um sich den Traum einer eigenen Immobilie erfüllen zu können”, sagt Ralf Weitz, Experte für Baufinanzierung bei Immobilienscout24. “Doch immer höhere Kreditsummen und eine höhere Verschuldungsbereitschaft bergen erhebliche Risiken. Beispielsweise können unerwartete Umstände wie Arbeitslosigkeit oder Scheidung die Finanzierung gefährden. Ratsam ist in jedem Fall auf mindestens 20 Prozent Eigenkapital und eine anfängliche Tilgung von nicht unter zwei Prozent zu achten.”

Meistgelesen im Ressort Immobilien

Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen sei ungebrochen hoch. Die Angebotspreise rund um die Metropolen und in München samt Speckgürtel seien erheblich angestiegen. Preisrückgänge seien in strukturschwachen Regionen oder ländlicheren Regionen West- und Ostdeutschlands zu beobachten.

Verschuldungsbereitschaft ist regional verschieden

So erkläre sich auch, dass Regionen im Osten wie Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen mit eher niedrigeren Immobilienpreisen die geringsten Darlehenswünsche und einen kürzeren Verschuldungszeitraum aufweisen. Hier seien die Wünsche der Kreditnehmer nur halb so hoch wie in den Metropolen. Die Verschuldungsbereitschaft habe in Sachsen-Anhalt 20 Prozent, in Thüringen 14 Prozent und in Sachsen 13 Prozent abgenommen.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Verschuldungsbereitschaft-Kopie in Immobilienkäufer: Verschuldungsbereitschaft steigt

Für die Auswertung hat Immobilienscout24 nach eigenen Angaben rund 168.000 Kreditwünsche analysiert, die von Anfang 2013 bis Ende 2015 über das Baufinanzierungsportal angefragt wurden. Die Untersuchung beruht auf Finanzierungsanfragen für eine Erstfinanzierung, nicht auf abgeschlossenen Finanzierungen. (kl)

Foto: Shutterstock


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Immobilien


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Outsourcing: Kostendruck zwingt Versicherer zum Handeln

Investitionen für Outsourcing-Aktivitäten der Versicherer haben bislang noch einen bescheidenen Umfang. Das wird sich langfristig ändern, wenn sich einige Parameter verändern, sagt eine aktuelle Studie. 

mehr ...

Immobilien

Kündigungswelle bei Bauspar-Altverträgen geht weiter

Die Bausparkassen setzen im Streit um relativ hoch verzinste Verträge ihren Kurs fort. Wie bereits im vergangenen Jahr werde man auch 2016 Altverträge kündigen, die seit Langem zuteilungsreif sind und nur als Guthaben genutzt werden, teilten zahlreiche Bausparkassen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Bank überzeugt Investoren mit Halbjahreszahlen nicht

In den vergangenen Monaten sackte der Kurs der Aktie der Deutschen Bank dramatisch ab. Die Investoren waren auch zuletzt skeptisch bei der Gewinnentwicklung. Diese Befürchtungen stellten sich mit der Vorlage der Halbjahreszahlen als nicht ungerechtfertigt heraus.

mehr ...

Berater

Commerzbank-Gewinn sackt um ein Drittel ab

Die niedrigen Zinsen und die Unruhe an den Kapitalmärkten machen den Banken zu schaffen. Bei der Commerzbank schmelzen die Gewinne dahin. Im zweiten Quartal sackte der Überschuss auf 209 Millionen Euro ab.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT: Produktoffensive im Herbst

Die BVT Unternehmensgruppe konnte 2016 bisher 60 Millionen Euro Eigenkapital platzieren. Das sind bereits 53 Prozent mehr als im Gesamtjahr 2015, teilte das Unternehmen mit. Für den Herbst sind gleich mehrere neue AIFs geplant.

mehr ...

Recht

Verfassungsbeschwerde gegen Bestellerprinzip bei Maklern gescheitert

Zwei Immobilienmakler sind mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Bestellerprinzip bei Provisionen für Wohnungsvermittlungen gescheitert.

mehr ...