Anzeige
3. Juli 2015, 08:48
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Garantieforderung bremst bAV-Modernisierung aus

Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld arbeiten immer mehr Lebensversicherer an neuen Produkten, die ohne klassische Garantien auskommen. Dabei wird deutlich, dass die betriebliche Altersversorgung (bAV) nicht auf die Modernisierung der Produktwelt vorbereitet ist. Der Gesetzgeber ist gefordert, die rechtlichen Voraussetzungen in der bAV zu ändern.


Gastkommentar von Elke Scholz-Krause, Unternehmensberaterin für bAV

Gesetzgebung

Der Wunsch nach Flexibilität des Gesetzgebers beim Themenbereich Garantie ist aus Berater-, Vermittler- und Versicherersicht verständlich.

Die bAV braucht dringend einen Modernisierungsschub. Die Frage ist nur, was der einzelne sich für einen Modernisierungsschub wünscht. Angesichts des Niedrigzinsumfeldes bieten viele Versicherungen Indexprodukte, Rentenversicherungen mit Beitragserhaltgarantie an oder haben sich ganz aus dem bAV-Geschäft zurückgezogen.

Gesetzgeber schützt Arbeitnehmer

Knackpunkt sind allerdings nicht nur die Produkte. Das Kernproblem liegt bei der Gesetzgebung. Wenn der Gesetzgeber verlangt, dass beispielsweise bei der Beitragszusage mit Mindestleistung mindestens die eingezahlten Beiträge, abzüglich der Kosten für Biometrie zur Verfügung stehen müssen, dann kann es dazu kommen, dass gerade dies für bestimmte Konstellationen kaum umsetzbar ist.

Der Wunsch nach Flexibilität des Gesetzgebers beim Themenbereich Garantie ist aus Berater-, Vermittler- und Versicherersicht verständlich. Jedoch schützt der Gesetzgeber über das Betriebsrentengesetz den Arbeitnehmer.

Nehmen wir doch einmal an, dass es keine Garantieforderungen gäbe. Dann könnten Versicherer, Berater und Vermittler die gesamte Produktpalette, welche für das Privatkundengeschäft vorgehalten wird, auch in der bAV einsetzen.

“Durchschnittsarbeitnehmer” möchte Garantieverzinsung

Nun kommt aber noch der Kunde ins Spiel. Was möchte denn der Kunde eigentlich? Möglichst hohe Renditen bei geringem Risiko! Der “Durchschnittsarbeitnehmer” möchte häufig noch immer eine Garantieverzinsung, mindestens den Beitragserhalt. Ein Geschäftsführer entscheidet meist etwas “moderner”.

Fazit: Modernisierung in der bAV. Ja bitte! Vereinfachung, Haftungsminimierung, Erhöhung der steuerfreien Entgeltumwandlung. Werden gesetzliche Regelungen “modernisiert”, werden automatisch auch die Produkte dazu angepasst.

Die Autorin Elke Scholz-Krause ist Unternehmensberaterin im Bereich der betrieblichen Altersversorgung.

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...