Aktiv oder passiv? Warum beide Anlagestrategien zusammen überzeugen können

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Foto: Team Uwe Noelke
Swen Köster, Moventum

Passive Investments wie Exchange Traded Funds (ETFs) haben sich rasant verbreitet, sind sie doch einfach und preiswert. Doch aktive Portfoliomanager haben damit keineswegs ausgedient. „Jeder Markt verlangt andere Strategien. Die Lösung besteht daher nicht in der Wahl zwischen aktiv und passiv, sondern in ihrer Kombination“, sagt Swen Köster, Head of Sales, Asset Management Solutions, bei Moventum AM.

Die globalen Kapitalmärkte haben sich grundlegend gewandelt. ETFs sind heute Standard mit einem weltweiten Volumen von rund 20 Billionen US-Dollar. „Breite Märkte werden zunehmend effizienter, Informationsvorsprünge aktiver Manager damit seltener“, erklärt Köster. Gleichzeitig sind Kosten ein entscheidender Renditefaktor. Das macht ETFs insbesondere in liquiden, breit gehandelten Märkten attraktiv, wo Fondsmanager nur schwer Mehrrenditen erzielen können – hier zählt jeder Kostenpunkt für die Rendite.

Daneben gibt es allerdings eher ineffiziente Märkte mit häufigeren Fehlbewertungen wie Schwellenländer, Nebenwerte oder Nischenanleihen. Hier können aktive Manager durch Recherche und Selektion echten Mehrwert schaffen, denn ein passiver ETF bildet den Index „blind“ ab und partizipiert auch an den schlechten Titeln.

Eine Möglichkeit, diesen Ansatz umzusetzen, sind Dachfonds, die je nach Marktumfeld aktive Fonds wie auch ETFs berücksichtigen: In effizienten Märkten wie Large Caps können kostengünstige ETFs eine sinnvolle Ergänzung darstellen, in ineffizienten Märkten wie Schwellenländer oder Small Caps hingegen kommen häufig aktive Fonds zum Einsatz – dort, wo aktives Management Potenzial für zusätzlichen Mehrwert bieten kann. „So erhalten Anleger das Beste aus zwei Welten“, sagt Köster.


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Gleichzeitig kann ein solches Konzept Anleger in Deutschland auch aus einer Steuer-Falle befreien: Am 1. Januar 2009 wurde die Abgeltungssteuer eingeführt. Vorher waren Kapitalgewinne nach sechs Monaten Haltefrist steuerfrei, inzwischen werden 25 Prozent an der Quelle direkt abgezogen. Gleichzeitig wurde aber ein Bestandsschutz für Investmentfonds eingeführt: Alles, was vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurde, sollte ursprünglich dauerhaft steuerfrei bleiben. „Dauerhaft“ galt dann aber nur bis Ende 2017. Seit 1. Januar 2018 unterliegen Alt-Anteile ebenfalls der Besteuerung, sobald sie verkauft werden. Für Anteile, die vor 2009 gekauft wurden, gibt es den personenbezogenen 100.000-Euro-Freibetrag.

„Viele Anleger haben im Glauben an die ‚dauerhafte‘ Steuerbefreiung im Jahr 2008 noch Fonds gekauft“, erklärt Köster. „Nun stehen sie vor der Frage: Soll man diese Anteile nur wegen des Steuervorteils behalten, auch wenn die Kosten vielleicht relativ hoch sind?“, sagt Köster. Oder solle man lieber auf den Steuervorteil für die Zukunft verzichten, Gewinne jetzt mitnehmen und auf eine neue Strategie setzen?

„Um diesem Dilemma zu begegnen, haben wir unser bestehendes Dachfondskonzept zum 1. Juli behutsam weiterentwickelt“, so Köster. Im Rahmen der laufenden Portfoliooptimierung können dabei neben aktiven Fonds auch ETFs eingesetzt werden. Dadurch reduzieren sich die Kosten. Köster: „Unsere Kunden können weiterhin mit ihren Alt-Anteilen investiert bleiben und den steuerfreien Gewinn von bis zu 100.000 Euro (gerechnet vom 1. Januar 2018 bis zum möglichen Verkauf) mitnehmen, wenn sie irgendwann verkaufen wollen.“


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