Christian Lindner beteiligt sich als Investor an der Ginmon Gruppe. Das Frankfurter Technologieunternehmen entwickelt digitale Infrastruktur für Investment- und Vorsorgelösungen und stellt sie Endkunden ebenso zur Verfügung wie Banken und Finanzdienstleistern. Die Beteiligung wurde am 23. September 2026 bekannt.
Lindner setzt sich seit vielen Jahren für eine stärkere Aktienkultur und mehr Kapitaldeckung in Deutschland ein. Mit dem Investment verbindet er dieses Anliegen mit einem unternehmerischen Engagement. „Deutschland braucht mehr Kapitalbildung in privater Hand. Aktien und Fonds sollten für viel mehr Menschen selbstverständlicher Bestandteil des langfristigen Vermögensaufbaus und der Altersvorsorge sein“, sagt Lindner.
Ginmon habe ihn überzeugt, weil das Unternehmen nicht nur einzelne Finanzprodukte anbiete, sondern die technologische Infrastruktur bereitstelle. Damit könnten Banken und andere Finanzdienstleister moderne Investment- und Vorsorgelösungen schnell am Markt anbieten.
Ginmon: Technologie für Banken und Berater
Ginmon wurde 2014 gegründet und arbeitet profitabel. Die Gruppe verwaltet mehr als 500 Millionen Euro Kundenvermögen, über 100.000 Endkunden nutzen bereits Lösungen auf Basis der Ginmon-Infrastruktur. Das Unternehmen ist in elf Ländern aktiv.
Neben dem eigenen digitalen Vermögensmanagement betreibt Ginmon mit apeiron Wealth eine Plattform für unabhängige Finanz- und Vermögensberater. Sie verbindet digitale Kundenanwendungen für Berater mit Onboarding, Portfoliomanagement, Reporting und Gebührenabrechnung sowie mit einer integrierten Depot- und Wertpapierabwicklung. Partner können die Plattform unter ihrer eigenen Marke einsetzen, sowohl für digitale als auch für persönlich begleitete Beratungsmodelle. apeiron Wealth ist eine Marke der Ginmon GmbH.
Mit Ginmon Technology hat das Unternehmen zudem eine modulare Investment-Infrastruktur aufgebaut, die Finanzunternehmen als White-Label-Lösung in ihre eigenen Angebote integrieren können. Partner bauen darauf auf einer bestehenden technologischen und regulatorischen Infrastruktur eigene Angebote auf und binden diese in ihre digitalen Kundenschnittstellen ein. Zu den Unternehmen, die bereits Technologie von Ginmon einsetzen, gehört die europäische Neobank bunq.
Altersvorsorgedepot als Wachstumsfeld für Ginmon
Mit dem Altersvorsorgedepot, das am 1. Januar 2027 startet, entsteht ein neuer Markt für kapitalmarktbasierte Vorsorgelösungen. Lindner erwartet, dass Kapitalmarktinvestments in der privaten Altersvorsorge dadurch erheblich an Bedeutung gewinnen. Entscheidend sei nun, dass daraus attraktive, kosteneffiziente und digitale Angebote für möglichst viele Menschen entstehen. „Genau an dieser Schnittstelle von Kapitalmarkt und Technologie sehe ich für Ginmon erhebliches Potenzial“, sagt Lindner.
Für Ginmon eröffnet sich damit ein zusätzlicher Anwendungsbereich. Banken und andere Finanzdienstleister können auf der Technologie des Unternehmens eigene digitale Angebote für das Altersvorsorgedepot entwickeln und ihren Kunden unter eigener Marke zur Verfügung stellen. Unabhängige Berater binden entsprechende Lösungen über apeiron Wealth in ihre Beratung ein. Erst kürzlich haben Ginmon und der globale Asset Manager Franklin Templeton eine Partnerschaft für das Altersvorsorgedepot bekanntgegeben, die auf der Plattform apeiron Wealth basiert.
Lars Reiner, Gründer und Chef der Ginmon Gruppe, sagt, das Unternehmen habe sich in den vergangenen Jahren konsequent neben dem digitalen Vermögensmanagement zu einem Technologieanbieter für die Finanzindustrie entwickelt. Ziel sei es, Banken, Versicherern, Vertriebsorganisationen und unabhängigen Beratern die Infrastruktur bereitzustellen, mit der sie Anlagelösungen schnell auf den Markt bringen können. Das Altersvorsorgedepot sei dafür ein besonders aktuelles Beispiel. „Wir freuen uns, Christian Lindner als Investor für diese nächste Wachstumsphase gewonnen zu haben“, sagt Reiner.












