Bitcoin: Whale kaufen wieder – und das Angebot am Markt wird knapper

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Bitcoin profitiert von Whale-Zuflüssen und knapper Liquidität, Ethereum holt bei den Flows auf, Solana schwächelt.

Bitcoin sendet neue Stärke-Signale: Große Marktteilnehmer kehren auf die Käuferseite zurück, zugleich bleibt das Angebot im Markt knapp. Auch bei den Zuflüssen in Krypto-Anlageprodukte verschieben sich die Kräfte. Was dahintersteckt, zeigt sich nun an mehreren Stellen.

Bitcoin zeigt wieder Stärke, während sich die Marktstruktur spürbar verändert: Whale-Zuflüsse kehren zurück und die Liquidität im Perpetuals-Markt bleibt ungewöhnlich dünn. Gleichzeitig liefern die aktuellen Fund-Flows und makroökonomischen Signale neue Impulse – mit klaren Gewinnern und Verlierern im Altcoin-Segment.

Die jüngste Preiserholung bei Bitcoin ist sehr ermutigend, und besonders auffällig ist die Positionierung im Perpetuals-Markt. Die Volumina zwischen den aktuellen Niveaus und 80.000 USD sind bemerkenswert gering, was darauf hindeutet, dass sich eine Aufwärtsbewegung — sofern die Dynamik anhält, vermutlich getrieben durch weitere positive Entwicklungen rund um eine mögliche Iran-Einigung sowie eine allgemeine Stärkung der Risikoanlagen — schnell vollziehen könnte.

Whale-Aktivität erstmals seit Oktober wieder positiv

Ein besonders bemerkenswertes Signal in dieser Woche ist die Rückkehr der Whale-Zuflüsse. Nach anhaltenden Verkäufen seit Oktober 2025 haben wir nun zwei aufeinanderfolgende Wochen mit Nettozuflüssen von Bitcoin-Whales gesehen — das erste Mal seit dem vergangenen Herbst. Dies steht im Einklang mit der Vierjahreszyklus-These, die wir diskutiert haben, und deutet darauf hin, dass sich große Marktteilnehmer möglicherweise dem Ende ihrer Distributionsphase nähern.


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Flows positiv: Ethereum stark, Bitcoin stabil, Solana schwach

In dieser Woche wurden insgesamt 417 Millionen USD an Zuflüssen in digitale Anlageprodukte verzeichnet. Die Woche begann zunächst schwach mit nahezu 400 Millionen USD an Abflüssen, doch die Stimmung drehte anschließend deutlich. Die Zuflüsse in Bitcoin seit Jahresbeginn belaufen sich nun auf etwa 2,3 Milliarden USD, während der Gesamtwert bei 2,77 Milliarden USD liegt — und damit weiterhin unter dem Höchststand von 3,5 Milliarden USD, was bedeutet, dass die zuvor in diesem Jahr verzeichneten Abflüsse noch nicht vollständig ausgeglichen wurden. Mittlerweile wurden drei aufeinanderfolgende Wochen mit Zuflüssen registriert, was als konstruktiver Trend zu werten ist.

Ethereum war in Bezug auf die Mittelzuflüsse der klare Gewinner und verzeichnete in dieser Woche 176 Millionen USD. Wichtig ist zudem, dass Ethereum damit erstmals seit Jahresbeginn wieder netto positive Zuflüsse erreicht hat. Dies stellt eine bedeutende Entwicklung dar, da Ethereum im Vergleich zu Bitcoin zuvor deutlich hinterherhinkte.

Auf der anderen Seite verzeichnete Solana in dieser Woche sowie im laufenden Monat spürbare Abflüsse, was eine insgesamt schwächere Marktstimmung gegenüber diesem Asset widerspiegelt.

Quantencomputing: eine wiederkehrende Sorge

Das Thema Quantenbedrohung tritt erneut in den Fokus. Google hat kürzlich eine effizientere Methode zur Ausführung von Shor’s Algorithmus vorgestellt, was theoretisch den Zeitrahmen zur Entschlüsselung der Bitcoin-ECDSA-Kryptografie verkürzen könnte. Auch wenn dies weiterhin ein fernes Szenario ist, sorgt es für gewisse Bedenken. Unser Research-Team wird hierzu eine Analyse veröffentlichen.

Auf der Lösungsseite wurde BIP 360 als Ansatz vorgeschlagen, um Bitcoin gegen Quantenangriffe abzusichern, was voraussichtlich einen Soft Fork erfordern würde. Ein kontroverserer Vorschlag, BIP 361, sieht vor, die Wallets von Satoshi Nakamoto sowie andere Adressen mit anfälliger Kryptografie einzufrieren. Dies dürfte jedoch kaum Konsens finden, da das Einfrieren von Coins den grundlegenden Prinzipien von Bitcoin widerspricht — könnte jedoch aufgrund der unterschiedlichen Meinungen innerhalb der Bitcoin-Core-Entwicklergemeinschaft für Diskussionen und mediale Aufmerksamkeit sorgen.

Makroökonomisches Umfeld

Makroökonomisch war es eine vergleichsweise ruhige Woche. Der Erzeugerpreisindex fiel niedriger aus als erwartet, hat jedoch — ähnlich wie der Verbraucherpreisindex — die jüngsten Ölpreisbewegungen noch nicht vollständig reflektiert, was sich voraussichtlich erst im kommenden Monat zeigen wird. Da die Inflation weiterhin erhöht bleibt, preist der Futures-Markt derzeit keine Zinssenkungen mehr für den Rest des Jahres ein, wobei sich diese Erwartungen schnell ändern können. Vor diesem Hintergrund ist die Widerstandsfähigkeit von Bitcoin bemerkenswert. Seit Beginn der Iran-Krise ist Bitcoin um 17,4 % gestiegen, während Aktien gefallen sind und Gold einen Rückgang von 7 % verzeichnete. Diese Outperformance gegenüber traditionellen Anlageklassen unterstreicht die sich entwickelnde Rolle von Bitcoin in Zeiten geopolitischer Spannungen und makroökonomischer Unsicherheit.

Autor James Butterfill ist Head of Research bei CoinShares.

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