Bitcoin-Reserve: US-Kongress zeigt breite Unterstützung für ARMA-Act

Bitcoin als Staatsreserve
Foto: ChatGPT
ARMA-Act mit 17 Co-Sponsoren, Senat treibt BITCOIN Act voran: Wie weit ist die US-Bitcoin-Reserve wirklich und was bedeutet das für Anleger?

Der ARMA-Act, der den Kauf von bis zu einer Million Bitcoin als US-Staatsreserve vorsieht, gewinnt im Kongress an Dynamik: 17 Co-Sponsoren aus beiden Parteien stehen hinter dem Entwurf, und auch der Senat treibt parallele Gesetzgebung voran. Nimmt das Vorhaben nun konkrete Gestalt an?

Als Kongressabgeordneter Nick Begich den „American Reserve Modernization Act“ (ARMA) am 21. Mai 2026 einbrachte, war klar, dass es sich um einen ambitionierten Vorstoß handelt: Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die USA über fünf Jahre bis zu einer Million Bitcoin ankaufen – finanziert durch eine Neubewertung der US-Goldreserven, nicht durch Steuergelder. Nun zeigt sich, dass der Entwurf im Kongress auf deutlich breiteren Rückhalt stößt als zunächst bekannt.

Bei der Einbringung zählte der ARMA-Act bereits 17 ursprüngliche Co-Sponsoren aus beiden Parteien – Abgeordnete aus Georgia, Virginia, Alabama, Utah, Iowa, Ohio, New York, West Virginia, North Carolina, Arizona, Florida, Colorado und Tennessee. Die überparteiliche Breite gilt als wichtiges Signal: Gesetzesvorhaben mit solcher Unterstützung von Beginn an haben erfahrungsgemäß bessere Chancen, den Ausschussphase zu überstehen.


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Gleichzeitig arbeitet der Senat an einer parallelen Initiative. Der sogenannte BITCOIN Act (S.954) sieht ebenfalls den Kauf von einer Million Bitcoin über fünf Jahre vor und liegt derzeit im Bankenausschuss des Senats. Sollten Repräsentantenhaus und Senat kompatible Versionen verabschieden, könnten erste staatliche Bitcoin-Käufe laut Beobachtern bereits im vierten Quartal 2026 beginnen.

Crypto-Regulierung als Wegbereiter

Zusätzlichen Rückenwind liefert ein separates Gesetzgebungsverfahren: Am 14. Mai 2026 hat der Bankenausschuss des Senats den sogenannten CLARITY Act mit 15 zu neun Stimmen aus dem Ausschuss verabschiedet – darunter zwei Stimmen aus den Reihen der Demokraten. Das Gesetz zielt auf einen breiteren regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte ab und gilt als Voraussetzung dafür, dass institutionelle Akteure rechtssicher in Bitcoin und andere Kryptowährungen investieren können.

Die Kombination aus ARMA-Act, BITCOIN Act und CLARITY Act deutet auf eine koordinierte gesetzgeberische Strategie hin: Regulierungsrahmen schaffen, staatliche Nachfrage verankern, institutionelle Investoren ins Boot holen. Die US-Regierung hält bereits heute 328.372 BTC im Wert von rund 25,5 Milliarden US-Dollar – größtenteils aus Beschlagnahmungen angehäuft und per Exekutivorder von Präsident Trump im März 2025 als strategische Reserve definiert.

Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob aus dem politischen Momentum tatsächlich verabschiedete Gesetze werden. Die Analystenprognosen – Standard Chartered sieht Bitcoin bis Ende 2026 bei rund 150.000 US-Dollar, JPMorgan bei 120.000 bis 150.000 Dollar – gehen implizit davon aus, dass zumindest Teile der Gesetzgebung durchkommen.

Zeitplan hängt am Senat

Der kritische Pfad führt durch den Senat. Der BITCOIN Act liegt noch im Ausschuss, und für den CLARITY Act steht die Abstimmung im Plenum noch aus. Beobachter rechnen mit einer Senatsabstimmung zum CLARITY Act im Sommer 2026 – ein Zeitplan, der erste Bitcoin-Käufe im vierten Quartal 2026 realistisch erscheinen lässt, sofern beide Kammern rasch handeln.

Für Investoren bedeutet das: Die legislativen Weichen werden in den kommenden Wochen gestellt. Ein Scheitern des CLARITY Act im Senatsvotum würde auch den Zeitplan für ARMA und den BITCOIN Act unter Druck setzen. Umgekehrt könnte ein positives Votum den Bitcoin-Kurs – der zuletzt bei rund 77.000 US-Dollar notierte – deutlich nach oben bewegen, da der Markt staatliche Käufe in dreistelliger Millionenhöhe einpreisen müsste.


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