Einbruchschäden steigen deutlich: Versicherer melden Rekordwerte

Jörg Asmussen, GDV, Hauptgeschäftsführer
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Jörg Asmussen: "Der durchschnittliche Schaden pro Einbruch stieg um 200 Euro auf 3.850 Euro und erreicht damit den höchsten Wert seit Beginn der Messung."

Die Schäden durch Wohnungseinbrüche steigen erneut und erreichen 2025 ein Rekordniveau. Gleichzeitig nehmen auch die Fallzahlen zu. Welche Schwachstellen Täter nutzen und wie sich Haushalte wirksam schützen können,

Die versicherten Schäden durch Wohnungseinbrüche sind im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Mit 380 Millionen Euro liegt das Schadensvolumen rund zehn Prozent über dem Vorjahr. Auch die Zahl der registrierten Fälle nimmt zu. „Die Versicherer zählten etwa 100.000 Fälle, rund 5.000 mehr als im Jahr zuvor. Der durchschnittliche Schaden pro Einbruch stieg um 200 Euro auf 3.850 Euro und erreicht damit den höchsten Wert seit Beginn der Messung“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).


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Einbrecher gehen dabei meist gezielt und mit geringem Aufwand vor. Statt aufwendiger Methoden nutzen sie einfache Werkzeuge und konzentrieren sich auf leicht zugängliche und schlecht gesicherte Wohnungen. Besonders Fenster und Türen stellen typische Schwachstellen dar. Gekippte Fenster gelten ebenso als Risiko wie unzureichend gesicherte Zugänge im Erdgeschoss oder auf Balkonen.

Im Fokus der Täter stehen vor allem Gegenstände, die sich schnell transportieren und weiterverkaufen lassen. Dazu zählen insbesondere Schmuck, Bargeld und kleinere elektronische Geräte wie Smartphones oder Kameras. Auch Unterhaltungselektronik wird häufig entwendet.

Persönliche Folgen und steigendes Sicherheitsbedürfnis

Neben dem materiellen Schaden hat ein Einbruch oft auch erhebliche psychische Auswirkungen. Viele Betroffene empfinden das Eindringen in die eigene Wohnung als massiven Eingriff in die Privatsphäre. Durchsuchte Räume und hinterlassene Unordnung verstärken das Gefühl des Kontrollverlusts. Das Sicherheitsgefühl im eigenen Zuhause leidet häufig langfristig.

Nach einem Einbruch setzen sich viele Haushalte intensiver mit dem Thema Sicherheit auseinander. Bestehende Schwachstellen werden überprüft und zusätzliche Schutzmaßnahmen in Betracht gezogen. Der Fokus liegt dabei zunehmend auf präventiven Lösungen.

Mechanischer Schutz bleibt entscheidend

Technische Sicherungen können Einbrüche wirksam verhindern. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik bleibt knapp die Hälfte aller Einbruchsversuche im Versuchsstadium, häufig weil vorhandene Sicherungstechnik den Zugang verhindert. Entscheidend ist dabei vor allem der mechanische Grundschutz an Fenstern und Türen.

Elektronische Systeme wie Alarmanlagen oder Bewegungsmelder können diesen Schutz sinnvoll ergänzen, ersetzen ihn jedoch nicht. Einbrecher suchen in der Regel den schnellsten Weg. Stoßen sie auf Widerstand, brechen sie den Versuch häufig ab.

Tipps für den Einbruchschutz

Ein wirksamer Schutz beginnt bei der Sicherung typischer Schwachstellen. Fenster lassen sich durch abschließbare Griffe besser gegen Aufhebeln schützen. Balkon- und Terrassentüren können durch zusätzliche mechanische Verriegelungen abgesichert werden. Bewegungsmelder in Kombination mit Beleuchtung helfen, verdächtige Aktivitäten frühzeitig sichtbar zu machen, insbesondere in schlecht einsehbaren Bereichen.

Auch einfache Maßnahmen im Alltag erhöhen die Sicherheit. Beleuchtung kann über Zeitschaltuhren gesteuert werden, um bei Abwesenheit Anwesenheit zu simulieren. Türen sollten beim Verlassen stets vollständig abgeschlossen werden, da lediglich zugezogene Türen leichter überwunden werden können. Zudem empfiehlt es sich, sichtbare Hinweise auf längere Abwesenheit zu vermeiden, etwa einen überfüllten Briefkasten.

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