Frankreichs Schuldenkrise: Warum Deutschland kaum gegenhalten kann - droht die Eurokrise 2.0

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Schuldenkrise Frankreichs könnte zur Eurokrise werden
Bild: KI-generiert
Frankreichs Schuldenkrise

Frankreichs hohe Verschuldung und steigende Renditen setzen den Haushalt unter Druck. Zugleich fehlt Deutschland nach Jahren schwacher Industrieproduktion die wirtschaftliche Stärke, um eine neue europäische Krise abzufedern. Welche Risiken daraus entstehen könnten, zeigt der Blick auf Schulden, Industrie und mögliche politische Reaktionen.

Fast 3,6 Billionen Euro Staatsschulden, eine Schuldenquote von 119 Prozent und steigende Finanzierungskosten: Frankreichs Haushalt gerät zunehmend unter Druck. Eine Eskalation wäre wegen der Größenordnung und der europäischen Verflechtungen besonders gefährlich.

Wie deutlich sich die Lage verschärft hat, zeigt der europäische Vergleich: In der folgenden Grafik liegen Frankreichs zehnjährige Anleiherenditen inzwischen über 5 Prozent - und damit über denen Italiens, Griechenlands und Spaniens. Gegenüber Deutschland beträgt der Abstand rund 1,7 Prozentpunkte (siehe Chart der Woche). Anleger verlangen also einen deutlich höheren Zinsaufschlag, um Frankreich Geld zu leihen. Ein Warnsignal für das Vertrauen in die französischen Staatsfinanzen. 

Höhere Renditen verteuern neue Kredite und die Refinanzierung auslaufender Schulden schrittweise. Gleichzeitig braucht Deutschland selbst dringend Wachstum, Investitionen und Reformen. Eine französische Schuldenkrise würde damit auf einen wirtschaftlich geschwächten Nachbarn treffen.

Wie schwach diese Position schon ist, zeigt die Industrie. Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland liegt heute rund 18 Prozent unter ihrem Höchststand von Ende 2017 und ist auf das Niveau von Anfang 2006 zurückgefallen (siehe folgender Chart). 

Seit Anfang 2023 geht sie fast ohne Unterbrechung zurück. Das ist kein kurzer Einbruch wie in der Finanzkrise oder während Corona, sondern ein schleichender Substanzverlust, der sich immer mehr bemerkbar macht. 

Meine Einschätzung: Früher oder später dürfte die EU in einer weiteren Schuldenkrise versuchen, noch mehr Schulden und Risiken gemeinschaftlich zu tragen. Gemeinsame europäische Kreditaufnahme gibt es bereits. Werden diese Verpflichtungen ausgeweitet, könnte Deutschland über den EU-Haushalt und vereinbarte Garantien stärker belastet werden. Das erhöht den Druck in Richtung höherer Steuern, zusätzlicher eigener Schulden oder Einsparungen. Gleichzeitig dürfte der politische Druck auf die EZB wachsen, mit erneuten Anleihekäufen und zusätzlichem Zentralbankgeld gegenzusteuern. 

Auch die sogenannte Yield Curve Control dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. In so einem Umfeld möchte man als Anleger vor allem Vermögenswerte außerhalb des Finanzsystems besitzen, die nicht durch die Zentralbank gedruckt werden können. Dazu zählt in erster Linie vor allem Gold. Die aktuelle Korrektur könnte dabei eine Chance sein. 

Autor Marc Friedrich ist laut eigener Darstellung Deutschlands erfolgreichster Sachbuchautor (7 SPIEGEL Bestseller in Folge), ausgewiesener Finanzexperte, gefragter Redner, YouTube-Star, bekannt aus Funk und TV, Vordenker, Freigeist und Honorarberater. Sein neuester SPIEGEL Bestseller trägt den Titel “Die größte Revolution aller Zeiten - Warum unser Geld stirbt und wie Sie davon profitieren“ und beschäftigt sich ausschließlich mit den Themen Bitcoin, Zyklen und Geldgeschichte. Außerdem ist Marc Friedrich Gründer und Initiator des Investmentbriefs Friedrich Report, in dem Analysen zu einzelnen Aktien, aber auch zu Rohstoffen und Bitcoin veröffentlicht werden. Mehr Informationen: www.friedrich-partner.de; www.marc-friedrich.de und friedrich.report Twitter und Instagram: @marcfriedrich7

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