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Frühstartrente: Früh sparen, später trotzdem Rentenverluste?

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Frühstartrente ist keine vollwertige Altersvorsorge
Foto: ChatGPT
Frühstartrente fördert den Vermögensaufbau, ersetzt aber keine gesetzliche Rente. So hoch können Rentenabschläge ausfallen.

Die geplante Frühstartrente soll Kindern den Einstieg in den langfristigen Vermögensaufbau erleichtern. Doch Experten warnen: Wer deshalb die gesetzliche Rente unterschätzt oder früher aus dem Berufsleben ausscheidet, riskiert lebenslange Einbußen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie teuer das werden kann.

Die geplante Frühstartrente soll den langfristigen Vermögensaufbau bereits im Kindesalter fördern. Dafür will der Staat über mehrere Jahre einen festen Betrag in ein Altersvorsorgedepot einzahlen. Durch den langen Anlagezeitraum sollen vor allem die Erträge des Zinseszinseffekts genutzt werden.

Für die Höhe der gesetzlichen Altersrente bleibt jedoch weiterhin entscheidend, wie viele Beiträge während des Erwerbslebens in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden. Wer über längere Zeit in Teilzeit arbeitet, weniger verdient oder früher aus dem Berufsleben ausscheidet, sammelt entsprechend weniger Entgeltpunkte und erhält später eine niedrigere gesetzliche Rente.


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Nach Einschätzung von Altersvorsorgeexperten besteht deshalb die Gefahr eines Trugschlusses. Der frühzeitige Vermögensaufbau könne den Eindruck vermitteln, später weniger auf die gesetzliche Rentenversicherung angewiesen zu sein. Tatsächlich ergänze die Frühstartrente die Altersvorsorge lediglich, ersetze sie jedoch nicht.

Vorzeitiger Renteneintritt kann hohe Verluste verursachen

Besonders deutlich werden die finanziellen Folgen bei einem vorzeitigen Renteneintritt. Für jeden Monat, den die Altersrente vor der Regelaltersgrenze beginnt, reduziert sich die gesetzliche Rente dauerhaft um 0,3 Prozent. Wer vier Jahre früher in den Ruhestand geht, muss somit lebenslange Abschläge von 14,4 Prozent hinnehmen.

Tabelle 1: Rentenbeginn bis zu vier Jahre früher

Reguläre Monatsrente1 Jahr früher
(-3,6 Prozent)
2 Jahre früher
(-7,2 Prozent)
3 Jahre früher
(-10,8 Prozent)
4 Jahre früher
(-14,4 Prozent)
1.500 Euro1.446 Euro1.392 Euro1.338 Euro1.284 Euro
2.000 Euro1.928 Euro1.856 Euro1.784 Euro1.712 Euro
2.500 Euro2.410 Euro2.320 Euro2.230 Euro2.140 Euro
3.000 Euro2.892 Euro2.784 Euro2.676 Euro2.568 Euro

Die monatlichen Kürzungen summieren sich über viele Jahre zu erheblichen Beträgen. Bei einer regulären Monatsrente von 2.500 Euro beträgt der Verlust durch einen um vier Jahre vorgezogenen Renteneintritt 360 Euro pro Monat. Über einen Rentenbezug von 20 Jahren ergibt sich daraus ein Minderbetrag von 86.400 Euro.

Lebenslange Abschläge können sechsstellige Summen erreichen

Je höher die ursprüngliche Rente ausfällt, desto größer sind auch die langfristigen Einbußen.

Tabelle 2: Rentenverlust über 20 Jahre

Reguläre MonatsrenteMonatsrente bei Rentenbeginn 4 Jahre früherMonatlicher VerlustVerlust über 20 Jahre
1.500 Euro1.284 Euro216 Euro51.840 Euro
2.000 Euro1.712 Euro288 Euro69.120 Euro
2.500 Euro2.140 Euro360 Euro86.400 Euro
3.000 Euro2.568 Euro432 Euro103.680 Euro

Modellrechnung ohne Rentenanpassungen, Steuern oder Inflation.

Die Frühstartrente kann den langfristigen Vermögensaufbau unterstützen und bietet durch den frühen Einstieg grundsätzlich gute Voraussetzungen für attraktive Kapitalmarkterträge. Ob die Erträge später ausreichen, um geringere Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung vollständig auszugleichen, hängt jedoch von der Höhe der Einzahlungen, der Anlagestrategie und der Entwicklung der Kapitalmärkte ab.

Für Arbeitnehmer bedeutet das: Die Frühstartrente kann eine sinnvolle Ergänzung der Altersvorsorge sein, ersetzt jedoch nicht die gesetzliche Rente. Wer einen früheren Ruhestand plant oder seine Erwerbstätigkeit deutlich reduziert, sollte die langfristigen Auswirkungen auf die gesetzliche Rente sorgfältig kalkulieren und prüfen, ob die private Vorsorge ausreicht, um die entstehende Versorgungslücke dauerhaft zu schließen.


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