GEG-Reform schafft Freiräume – doch wirtschaftlicher Transformationsdruck bleibt

Foto: Baufi24
Tomas Peeters, Baufi24-CEO: "Aufgrund dieser strengeren Auflagen sehen wir im letzten Quartal des Jahres einen klaren Trend: Die Käufer investieren aktuell 5 bis 10 Prozent mehr Eigenkapital in ihre Baufinanzierung."

Kommentar von Tomas Peeters, CEO der Bilthouse-Gruppe, zum Beschluss des Gesetzentwurfs zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes, auch bekannt als neues "Heizungsgesetz", durch die Bundesregierung:

„Die heute vom Bundeskabinett beschlossene Reform des Gebäudeenergiegesetzes sendet zunächst ein wichtiges Signal an den Markt: mehr Flexibilität, weniger regulatorischer Druck und damit potenziell mehr Planungssicherheit für Eigentümer und Investoren. Nach Jahren hoher Unsicherheit rund um Sanierungspflichten und Heiztechnologien ist das grundsätzlich ein nachvollziehbarer Kurs.

Entscheidend wird allerdings sein, dass aus der politischen Entlastung keine wirtschaftliche Fehlsteuerung entsteht. Denn auch wenn der Staat Einbaupflichten lockert, bleiben die ökonomischen Realitäten bestehen. Die CO₂-Bepreisung wird in den kommenden Jahren spürbar anziehen und fossile Heizsysteme sukzessive verteuern. Wer heute ausschließlich auf kurzfristig günstigere Investitionen setzt, könnte morgen mit deutlich höheren Betriebskosten konfrontiert werden.


Das könnte Sie auch interessieren:

Hinzu kommt: Die Debatte darf nicht isoliert auf den Heizkeller reduziert werden. Banken und Finanzierungspartner bewerten Immobilien zunehmend ganzheitlich unter ESG-, Energie- und Zukunftsfähigkeitsaspekten. Der energetische Zustand eines Gebäudes wirkt sich immer stärker auf Finanzierbarkeit, Werthaltigkeit und Vermarktungsfähigkeit aus. Immobilien, die perspektivisch nicht transformiert werden, bergen langfristig höhere Risiken – für Eigentümer ebenso wie für Kreditgeber.

Gleichzeitig eröffnet das Gesetz Chancen für pragmatische Übergangslösungen im Bestand. Hybridmodelle oder schrittweise Modernisierungspfade können insbesondere bei älteren Gebäuden sinnvoll sein, um Emissionen schnell und wirtschaftlich vertretbar zu senken. Entscheidend ist aus unserer Sicht, dass Eigentümer die gewonnene Flexibilität strategisch nutzen – nicht als Aufschub auf unbestimmte Zeit, sondern für eine wirtschaftlich tragfähige Transformationsplanung.

Der Markt braucht jetzt vor allem Verlässlichkeit. Eigentümer und Bauträger investieren dann, wenn regulatorische Rahmenbedingungen nachvollziehbar, finanzierbar und langfristig stabil sind. Auch diese Planungssicherheit wird darüber entscheiden, ob die Wärmewende im Gebäudebestand bzw. der Neubau tatsächlich an Tempo gewinnen.“

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen