Gewinnsprung: DZ Bank profitiert vom Zinsanstieg und erhöht Prognose für 2023

Hauptsitz der DZ Bank in Frankfurt
Foto: Bildagentur PantherMedia / Markus & Victoria Hoffmann
Hauptsitz der DZ Bank in Frankfurt.

Das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank erhöht nach einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr die Prognose für 2023. Der Zinsüberschuss stieg kräftig und trotz der Turbulenzen am Immobilienmarkt bleibt die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle noch auf niedrigem Niveau.

„Vor dem Hintergrund des bisherigen positiven Geschäftsverlaufs erhöhen wir unsere Prognose und rechnen für das Gesamtjahr 2023 mit einem Ergebnis jenseits von 2,5 Milliarden Euro“, ließ der Co-Chef des genossenschaftlichen Spitzeninstituts, Cornelius Riese, am Dienstag mitteilen. Gemeint ist damit das Vorsteuerergebnis.

Im ersten Halbjahr erzielte die DZ-Bank-Gruppe demnach gut 1,95 Milliarden Euro Vorsteuergewinn. Das ist mehr als doppelt so viel wie die nach einer Umstellung der Bilanzierung neu berechneten 938 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich kam die Gruppe auf gut 1,4 Milliarden Euro Gewinn und damit trotz einer höheren Steuerlast etwa zweieinhalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor (576 Millionen Euro).

Alle Geschäftsfelder hätten sich operativ gut entwickelt, berichtete das Führungsduo Cornelius Riese und Uwe Fröhlich. Zudem bewege sich die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle weiter auf niedrigem Niveau. Das Halbjahr sei allerdings „eine Momentaufnahme“, sagte Fröhlich. Zum Beispiel der gewerbliche Immobilienmarkt in Deutschland sei derzeit schwierig: „Wir müssen durch dieses Tal erstmal durch.“

Trendwende bei R+V Versicherung

Für erheblichen Auftrieb sorgte die Trendwende bei der R+V Versicherung: Dank der Erholung an den Kapitalmärkten kehrte sich das Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft von minus 178 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2022 auf plus 745 Millionen Euro um. „Wir haben eigentlich alle negativen Effekte bei der Versicherung durch den Zinsanstieg im letzten Jahr gehabt und haben jetzt die positiven Effekte“, fasste Riese zusammen.

Im Gesamtjahr 2022 waren rote Zahlen der R+V im Zuge des rasanten Zinsanstiegs maßgeblich verantwortlich für den Gewinneinbruch der DZ-Bank-Gruppe, zu der außer der R+V unter anderem der Fondsanbieter Union Investment und die Bausparkasse Schwäbisch Hall gehören. Insgesamt profitiert die Gruppe von den gestiegenen Zinsen: Der Zinsüberschuss erhöhte sich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Viertel auf 1,86 Milliarden Euro.

Nach einem vielversprechenden Jahresstart hatte der Vorstand im Mai seine Erwartungen für das laufende Jahr bereits etwas nach oben geschraubt und ein Vorsteuerergebnis „am oberen Ende der nachhaltigen Ergebnisspanne von 1,5 Milliarden bis 2 Milliarden Euro“ in Aussicht gestellt. Riese kündigte angesichts der jüngsten Entwicklung an, dass der Vorstand diesen Korridor grundsätzlich nach oben verschieben werde in Richtung 2 Milliarden bis 2,5 Milliarden Euro: „Ich denke, da ist die Zeit gekommen, diese nachhaltige Ergebniserwartung um 500 Millionen nach oben zu verschieben.“ (dpa-AFX)

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