Die Stimmung unter deutschen Goldanlegern hat sich im Juli weiter von ihren Mehrjahreshöchstständen entfernt. Der Gold-Investor-Index Deutschland von BullionVault sank gegenüber Juni um 2,0 Punkte auf 56,6 Zähler. Damit erreichte das Barometer den niedrigsten Stand seit April.
Der Index misst seit 2010 das Verhältnis der deutschen Goldkäufer zu den Verkäufern auf der Handelsplattform. Ein Wert von genau 50,0 Punkten signalisiert, dass sich die Zahl der Käufer und Verkäufer im jeweiligen Monat die Waage hält. Im März hatte der Index mit 62,6 Punkten noch ein Nach-Pandemie-Hoch erreicht.
„Obwohl Gold gewöhnlich von Unsicherheiten profitiert, leidet der Kurs derzeit unter den unklaren Aussichten bezüglich der Zinspolitik der US-Notenbank Fed und der EZB“, erklärt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault. „Sollten der Gold-Crash und der Bärenmarkt Mitte der 2010er Jahre als Orientierung dienen, würde der Goldpreis erst dann einen Boden finden, wenn die Warnungen vor einer strafferen Geldpolitik zur Tatsache werden. Das geopolitische Umfeld ist heute jedoch weit angespannter, und die Goldkäufe der Zentralbanken stützen den Markt spürbar, indem sie den Preisrückgang gezielt zum Einstieg nutzen.“
Goldpreis fällt den fünften Monat in Folge
Der Goldpreis gab im Juli auf Euro-Basis um 0,6 Prozent auf 3.512 Euro je Feinunze nach. Damit verbuchte das Edelmetall den fünften Verlustmonat in Folge. Eine derart lange Stärkephase des Euro gegenüber Gold hatte es zuletzt Mitte 2017 gegeben. Zugleich verlangsamte sich das Tempo des stärksten Kursrückgangs seit dem Markteinbruch im Frühjahr 2013 zuletzt etwas.
Neben den Zinsaussichten spielt nach Einschätzung von BullionVault auch die übliche saisonale Entwicklung eine Rolle. „Abgesehen von der aktuellen Zinsunsicherheit tendieren die Goldpreise Mitte des Jahres gewöhnlich zu einer gewissen Schwäche. Nach dem Einbruch und den Schwankungen der letzten Monate dürften langfristig orientierte Anleger eine sommerliche Flaute genauso begrüßen wie kurzfristige Trader“, ergänzt Ash.
Auch das Interesse neuer deutscher Anleger an Edelmetallen ging deutlich zurück. Die Zahl der Kontoeröffnungen bei BullionVault lag im Juli 25,0 Prozent unter dem Wert des Vormonats und erreichte den niedrigsten Stand seit August 2025. BullionVault verwahrt nach eigenen Angaben physische Edelmetalle im Wert von mehr als 6,8 Milliarden Euro für über 130.000 Nutzerinnen und Nutzer aus 175 Ländern.














