Die Stimmung in der deutschen Immobilienwirtschaft hat sich im dritten Quartal 2026 leicht verbessert. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage steigt gegenüber dem Vorquartal um 2,4 Punkte auf 10,2 Punkte. Die Erwartungen legen um 4,2 Punkte zu, bleiben mit minus 7,1 Punkten jedoch negativ. Das Immobilienklima verbessert sich um 3,3 Punkte auf 1,3 Punkte.
„Nach dem deutlichen Einbruch im Vorquartal sehen wir eine leichte Stimmungsaufhellung. Die Ergebnisse sprechen jedoch eher für eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau als für einen nachhaltigen Aufschwung“, betont ZIA-Präsidentin Iris Schöberl. Geopolitische Unsicherheiten, die Zinsentwicklung und unklare politische Rahmenbedingungen bremsten Investitionen und sorgten für Zurückhaltung im Markt.
Bei den Investitionshemmnissen nennen 88 Prozent der befragten Unternehmen lange Planungs- und Genehmigungsverfahren. 87 Prozent sehen die Diskussion über weitere Regulierung als Hindernis, 83 Prozent die bestehende Regulierung. Die allgemeine wirtschaftliche Lage nennen 78 Prozent. Hinzu kommen nach Angaben der Befragten hohe Finanzierungs-, Energie- und Dekarbonisierungskosten.
Büroimmobilien mit besseren Erwartungen
Im Bürosegment stabilisiert sich die Stimmung nach dem deutlichen Rückgang im Vorquartal. Die aktuelle Geschäftslage liegt mit 13,8 Punkten nahezu unverändert. Die Erwartungen steigen dagegen um 6,8 Punkte auf 5,0 Punkte und kehren damit in den positiven Bereich zurück. Das Immobilienklima erreicht 9,4 Punkte. Langfristige Mietverträge und eine stabile Nachfrage im Dienstleistungssektor stützen nach Angaben des ZIA die Geschäftslage.
Bei Handelsimmobilien entwickelt sich die Stimmung uneinheitlich. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage steigt leicht auf 16,5 Punkte, während die Erwartungen auf minus 6,0 Punkte zurückgehen. Das Immobilienklima sinkt auf 4,9 Punkte. Während der Flächenbedarf im Lebensmitteleinzelhandel weiter wächst, geht die Nachfrage nach Verkaufsflächen im stationären Non-Food-Handel zurück.
Auch bei Wohnimmobilien verbessert sich die aktuelle Geschäftslage. Der Wert steigt um 5,1 Punkte auf 8,8 Punkte. Die Erwartungen legen ebenfalls zu, bleiben mit minus 17,4 Punkten aber deutlich negativ. Das Immobilienklima erreicht minus 4,8 Punkte. Als Belastungsfaktoren nennt der ZIA unter anderem regulatorische Vorgaben und politische Debatten.
Projektentwickler bleiben unter Druck
Am schwierigsten bleibt die Situation in der Projektentwicklung. Die aktuelle Geschäftslage erreicht mit minus 25,5 Punkten erneut den niedrigsten Wert aller untersuchten Segmente. Gleichzeitig steigen die Erwartungen auf 13,7 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit mehreren Quartalen. Das Immobilienklima bleibt mit minus 6,9 Punkten negativ.
Die Befragung für den ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex zum dritten Quartal 2026 wurde vom 13. August bis 7. September 2026 durchgeführt.
















