Kampf um Commerzbank geht weiter: Noch keine Mehrheit für Unicredit

Übernahmekampf Unicredit Commerzbank
Foto (KI): Cash/mit ChatGPT generiert
Mit KI generiertes Symbolbild

Die Unicredit hält nach Ablauf der regulären Annahmefrist rechnerisch rund 39 Prozent der Commerzbank-Aktien. Bis Ablauf der Angebotsfrist vom 5. Mai bis zum 16. Juni bekam die Unicredit nach eigenen Angaben 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient.

Dies teilte die Unicredit am Freitag in Mailand zum Stand der angestrebten Übernahme der Commerzbank mit. Zusammen mit den 26,77 Prozent, die die Italiener vor der Offerte hielten, würde der Anteil der Unicredit an Deutschlands zweitgrößter börsennotierter Bank rechnerisch auf 39,28 Prozent steigen.

Damit hat sich die Position im Vergleich zur Mitteilung vom 16. Juni kaum geändert. Wie erwartet können die Anteilseigner der Commerzbank ihre Aktien bis zum 3. Juli innerhalb einer Nachfrist weiter in Unicredit-Papiere umtauschen.


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Die geplante Übernahme der Commerzbank stößt bei dem Institut selbst und der Regierung auf großen Widerstand. So lehnt die Bundesregierung den Umtausch des vom Staat gehaltenen Aktienpakets von etwas mehr als zwölf Prozent ab. Die Unicredit wiederum selbst kämpft mit harten Bandagen – beide Häuser überziehen sich mit gegenseitigen Vorwürfen.

Über die rechnerisch 39 Prozent hinaus hat sich das Mailänder Institut über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente. Nahezu den gesamten Bestand ihrer Aktien und der Finanzinstrumente hat die Unicredit nach eigenen Angaben für den Fall, dass sie diese wieder verkaufen würde, abgesichert.

Offerte für Commerzbank-Aktie enthält keine Prämie

Die Unicredit bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Aktien. Die Offerte beinhaltete keine Prämie. Im Gegenteil: Umgerechnet lag der Wert des Gebots die meiste Zeit der Offerte unter dem Kurs der Commerzbank-Papiere.

Am Freitagnachmittag kostete eine Aktie der italienischen Bank 80,45 Euro. Damit wird eine Commerzbank-Aktie umgerechnet mit rund 39 Euro bewertet. Der Kurs des Commerzbank-Papiers lag zuletzt mit 38,60 Euro leicht darunter. Allerdings ist bei der Rechnung der zu erwartende Abschlag für eine Zwischendividende der Italiener im Herbst nicht enthalten. Würde man diesen berücksichtigen, läge die Unicredit-Offerte etwas unter dem aktuellen Kurs.

Die Commerzbank wird an der Börse derzeit mit knapp 42 Milliarden Euro bewertet; die Unicredit ist mit einer Bewertung von 121 Milliarden Euro auf Basis des Börsenkurses deutlich größer. (dpa-AFX)


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