KGAL Industries und die österreichische Fluvicon GmbH gehen eine strategische Partnerschaft ein. Ziel ist es, industrielle Wasseraufbereitung auf Basis der Vorwärtsosmose europaweit als Dienstleistung anzubieten. Im Zuge der Vereinbarung erwirbt die auf die industrielle Skalierung spezialisierte Investmenteinheit der KGAL-Gruppe zudem eine strategische Beteiligung an dem Unternehmen aus Graz, teilt KGAL mit.
Mit der Partnerschaft will KGAL Industries den Ausbau einer Technologie unterstützen, die sich bereits im industriellen Einsatz bewährt hat. Das Unternehmen bringt Kapital, Strukturierungskompetenz und den Zugang zum institutionellen Netzwerk der KGAL-Gruppe ein. Hintergrund sind steigende Anforderungen an die industrielle Wasseraufbereitung durch strengere europäische Vorgaben sowie die zunehmende Bedeutung einer kreislauforientierten Wassernutzung.
KGAL investiert seit 1968 in langfristige Realkapitalanlagen und verwaltet mit rund 400 Mitarbeitenden ein Investitionsvolumen von mehr als 15 Milliarden Euro in den Bereichen Immobilien, nachhaltige Infrastruktur und Aviation. Mit KGAL Industries richtet die Gruppe den Fokus auf die industrielle Skalierung kapitalintensiver Technologien, die den Schritt von der ersten industriellen Anwendung in den breiten Markt vollziehen sollen.
Vorwärtsosmose als Alternative zur Umkehrosmose
Fluvicon wurde den Angaben zufolge 2013 als Spin-off der Montanuniversität Leoben gegründet und entwickelt seit mehr als einem Jahrzehnt Verfahren zur industriellen Wasseraufbereitung mittels Vorwärtsosmose. Das patentierte Verfahren soll auch stark belastete Industrieabwässer effizient aufbereiten. Die langjährige Entwicklung und bereits realisierte Industrieanlagen bilden nach Angaben der Partner die Grundlage für den nun geplanten Ausbau.
Ein erstes Projekt ist bereits vereinbart. Für die polnische Tochtergesellschaft eines international tätigen Lebensmittelkonzerns entsteht eine Wasseraufbereitungsanlage auf Basis eines zwölfjährigen Wasseraufbereitungsvertrags.
Plattform für den europaweiten Ausbau
Das Geschäftsmodell sieht vor, dass Kunden die Wasseraufbereitung als Dienstleistung beziehen. Investitionskosten für eigene Anlagen sowie deren Betrieb entfallen. Fluvicon übernimmt die Bereitstellung der Technologie und den Betrieb der Anlagen, während KGAL Industries Finanzierung, Strukturierung und den Zugang zu Investoren verantwortet.
Die Partner wollen die Plattform schrittweise auf ein Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro ausbauen und die industrielle Wasseraufbereitung langfristig als institutionelle Infrastruktur-Anlageklasse etablieren. Zielbranchen sind unter anderem die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die Metallverarbeitung, die Oberflächenbehandlung, die Textilindustrie sowie die Landwirtschaft. An welche Art von Investoren sich die Plattform richtet, geht aus Mitteilung nicht hervor.













