Fast jedes zweite Startup in Deutschland setzt bereits auf autonome KI-Agenten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 102 Tech-Startups. 48 Prozent der befragten Unternehmen nutzen demnach KI-Systeme, die eigenständig komplexe Aufgaben übernehmen – vom Schreiben und Testen von Code über eigenständige Recherchen bis hin zur vollautomatischen Abwicklung ganzer Arbeitsprozesse.
Noch weiter verbreitet ist der Einsatz generativer KI-Tools: 87 Prozent der Startups greifen auf Anwendungen wie ChatGPT, Claude oder GitHub Copilot zurück, um Texte, Code oder Bilder zu erstellen. 59 Prozent nutzen KI-Funktionen, die direkt in bestehende Software eingebettet sind – etwa in Microsoft 365 oder HubSpot. Kein einziges der befragten Startups verzichtet vollständig auf KI.
Eigene Anwendungen statt fertiger Tools
Besonders ausgeprägt ist der Trend zur eigenständigen KI-Entwicklung: 65 Prozent der Startups bauen eigene Anwendungen, die auf großen Sprachmodellen von Anbietern wie OpenAI, Anthropic oder Google aufsetzen und dabei auf unternehmensinterne Daten zugreifen. Fast jedes dritte Startup (30 Prozent) geht noch einen Schritt weiter und passt bestehende Modelle durch gezieltes Training oder sogenanntes Finetuning an die eigenen Anforderungen an.
Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sieht darin ein Signal für die gesamte Wirtschaft: „KI macht Arbeit effizienter und Unternehmen wettbewerbsfähiger. Startups sind Vorreiter beim KI-Einsatz und können Vorbild für den deutschen Mittelstand sein.“ Wer dabei über fertige Lösungen hinausgehe, verschaffe sich nach seiner Einschätzung zusätzliche Vorteile: „Wer nicht nur fertige Lösungen einsetzt, sondern Modelle mit eigenem Know-how anreichert, kann sich wertvolle Wettbewerbsvorteile verschaffen.“














