Neodigital gibt Risikoträger-Geschäft auf – Bestand geht an Adam Riese und Württembergische

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Stephen Voss, CEO Neodigital Versicherung
Foto: Neodigital
Zieht sich aus dem Risikoträger-Geschäft zurück - Neodigital CEO Stephen Voss

Die Neodigital Versicherung AG gibt ihr direktes Privatkundengeschäft auf und überträgt ihren gesamten SHU-Bestand an Adam Riese, die Digitalmarke der Württembergischen. Was das Unternehmen als strategische Neuausrichtung kommuniziert, ist im Kern ein Rückzug aus dem Risikoträgergeschäft.

Die Neodigital Versicherung zieht sich aus dem eigentlichen Versicherungsgeschäft zurück. Wie das Insurtechs mitteilte, überträgt es seinen SHU-Bestand – Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen – an die Adam Riese, die Digitalmarke der Württembergischen Versicherung AG. Neodigital will nach Abschluss der Transaktion nicht mehr als Risikoträger auftreten.


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Was das Unternehmen als „strategische Partnerschaft“ und „Fokussierung“ kommuniziert, ist im Kern eine Bestandsabgabe: Mehr als 400.000 Neodigital-Kunden wechseln den Risikoträger. Die Württembergische übernimmt das versicherungstechnische Risiko, Neodigital bleibt als Technologie- und Verwaltungsdienstleister im Hintergrund.

400.000 Kunden wechseln den Risikoträger

Künftig will Neodigital ausschließlich als Insurance-as-a-Service-Anbieter (IaaS) agieren und seine Plattform an Versicherer und Assekuradeure vermarkten. Dieses Modell betreibt das Unternehmen bereits für Partner wie die HUK-Coburg-Tochter Neodigital Autoversicherung sowie mehrere Krankenversicherer wie etwa die SDK.

Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher und regulatorischer Genehmigungen und soll noch 2025 erfolgen. Für Bestandskunden soll sich nach Unternehmensangaben nichts ändern: Laufende Verträge behalten ihre Gültigkeit, der vereinbarte Leistungsumfang bleibt erhalten.

„Wir haben mit Adam Riese einen Partner mit unbestrittenem Know-how und einer hervorragenden Positionierung gefunden, der unser Verständnis von Agilität, Innovation und unseren Wachstumsambitionen teilt. Mit der Kombination der Markt- und Vertriebsstärke der Adam Riese und unserer hochautomatisierten Insurance-as-a-Service Plattform können wir Innovationen gezielt vorantreiben und schneller in marktfähige Lösungen überführen“, umschreibt Stephen Voss, CEO der Neodigital Versicherung, den Rückzug als Risikoträger. Der Schritt zeige zudem erneut, wie effizient, anerkannt und skalierbar unser bewährtes Insurance-as-a-Service-Modell sei und am Markt wahrgenommen werde. Darauf wolle man weiter aufbauen, so Voss weiter.

Offen bleibt, warum ein Insurtech, das 2017 mit dem Anspruch startete, das Privatkundengeschäft digital zu revolutionieren, nun das direkte Kundengeschäft aufgibt und sich auf eine B2B-Rolle als Plattformanbieter reduziert. Eine Antwort darauf liefert die Mitteilung nicht.


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