Fällt das Einkommen plötzlich weg, trägt der Notgroschen bei vielen Haushalten nur kurz. 51 Prozent der Befragten ohne Rentner könnten ihre laufenden Ausgaben höchstens drei Monate aus eigenen Mitteln bestreiten. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Debeka. Dafür befragte Civey zwischen dem 9. und 15. September 2026 online jeweils 1.000 volljährige Bundesbürger ohne Rentner sowie 1.000 privat Vorsorgende. Bei 22 Prozent reicht der Notgroschen demnach nicht einmal vier Wochen.
Nur 23 Prozent der Befragten kämen länger als ein halbes Jahr über die Runden. Zudem zeigt die Umfrage ein deutliches Gefälle zwischen den Geschlechtern. Der Anteil derjenigen, deren Haushalt die laufenden Ausgaben keinen Monat lang decken könnte, liegt bei Frauen fast doppelt so hoch wie bei Männern.
Wie lange reicht der Notgroschen in deutschen Haushalten?
Die Umfrage zeigt, wie unterschiedlich lange die Rücklagen in deutschen Haushalten tragen:
| Wie lange reichen die Rücklagen bei Einkommensausfall? | Anteil der Befragten |
|---|---|
| Weniger als ein Monat | 22 Prozent |
| Ein bis drei Monate | 29 Prozent |
| Drei bis sechs Monate | 26 Prozent |
| Mehr als sechs Monate | 23 Prozent |
Größere Rücklagen fehlen damit in weiten Teilen der Bevölkerung. Knapp ein Viertel kommt länger als ein halbes Jahr ohne Einkommen aus. Bei gut einem Fünftel dagegen ist der Notgroschen schon nach vier Wochen aufgebraucht.
Unerwartete Rechnung über 3.000 Euro wird schnell zum Problem
Auch einzelne, unerwartete Ausgaben bringen viele Haushalte in Bedrängnis. 37 Prozent der Befragten könnten eine kurzfristige Rechnung über 3.000 Euro nicht begleichen, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Besonders betroffen sind jüngere Menschen: Bei den 18- bis 29-Jährigen sagen 63 Prozent, eine solche Summe nicht aufbringen zu können. Auch Familien trifft es härter als kinderlose Haushalte, wie die folgende Übersicht zeigt.
| Gruppe | Könnte 3.000 Euro nicht kurzfristig aufbringen |
|---|---|
| Alle Befragten | 37 Prozent |
| 18- bis 29-Jährige | 63 Prozent |
| Haushalte mit Kindern | 46 Prozent |
| Haushalte ohne Kinder | 34 Prozent |
Haushalte sparen zuerst beim Konsum, nicht bei der Vorsorge
Gerät ein Haushalt durch eine kurzfristige Belastung unter Druck, reagieren die meisten Menschen zunächst beim Konsum. 54 Prozent der Befragten nennen das Kürzen von Ausgaben als erste Maßnahme. An die langfristige Absicherung rühren dagegen die wenigsten: Lediglich 14 Prozent würden ihre Sparbeiträge oder ihre Altersvorsorge reduzieren, wenn das Haushaltsbudget eng wird.
Debeka-Vorstandsvorsitzender Thomas Brahm führt die knappen Reserven unter anderem auf steigende Lebenshaltungskosten, unsichere Beschäftigungsverhältnisse und wachsende Belastungen in den Sozialsystemen zurück. Deshalb kommt es ihm zufolge darauf an, dass die jüngsten Reformen der Altersvorsorge in der Praxis auch bei Haushalten mit geringerem Einkommen ankommen. Aus seiner Sicht entscheidet vor allem der frühe und kontinuierliche Aufbau eines Notgroschens darüber, ob Haushalte im Ernstfall abgesichert sind. „Wer auch schon mit kleinen Beiträgen früh anfängt, staatliche Förderung mitnimmt und konsequent spart, baut über die Jahre einen Grundstock auf, der im Ernstfall trägt“, sagt Brahm. „Aber das Wissen um die Notwendigkeit bleibt ein zentraler Faktor.“













