Finanzberatung im Vergleich: Votum sieht messbare Vorteile für Vorsorge und Vermögen

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Foto: Votum/Carsten Herwig
Martin Klein, Votum Verband

Persönliche Finanzberatung kann Vorsorgeverhalten, Vermögensaufbau und finanzielle Widerstandskraft beeinflussen. Ein neues Positionspapier des Votum Verbands bündelt dazu Ergebnisse einer DIVA-Befragung und internationaler Forschung. Besonders mit Blick auf die Rentenreform sieht der Verband politischen Handlungsbedarf.

Der Votum Verband hat mit „Das Beratungs-Plus – Der Wert persönlicher Finanzberatung in Zahlen“ ein Positionspapier zum Nutzen persönlicher Finanzberatung veröffentlicht. Grundlage ist unter anderem eine repräsentative Sonderbefragung des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) unter 2.000 Bürgern. Ergänzt wurden die Ergebnisse um Erkenntnisse aus mehr als zwei Jahrzehnten internationaler Forschung.

Nach Angaben des Verbands soll die Untersuchung die bisher stark auf Vergütung, Dokumentationspflichten und Kosten ausgerichtete politische Debatte um die Leistungsseite der Beratung ergänzen. Zusätzliche Bedeutung erhält diese Frage durch die europäische Kleinanlegerstrategie. Sie stellt unter anderem darauf ab, ob Kosten von Finanzprodukten gerechtfertigt und verhältnismäßig sind.


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Die DIVA-Befragung zeigt Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Finanzberatung. Beratene beginnen demnach früher mit dem Vermögensaufbau und legen einen größeren Anteil ihres Haushaltsnettoeinkommens für das Alter zurück. Zudem geben sie häufiger an, ihre Vorsorgemöglichkeiten besser zu verstehen. Ihre finanzielle Situation erweist sich laut Befragung als krisenfester, zugleich schätzen sie ihre finanzielle Zukunft als besser planbar ein.

Finanzberatung beeinflusst Spar- und Vorsorgeverhalten

Ein Teil der Befragten führt Veränderungen beim Sparen und bei der Altersvorsorge selbst auf die Beratung zurück. Nach Darstellung des Verbands decken sich diese Ergebnisse mit internationalen Untersuchungen, die sich unter anderem mit Vermögens- und Renditeeffekten, dem Sparverhalten und dem finanziellen Wohlbefinden beschäftigen.

Votum leitet daraus auch einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen ab. Haushalte, die frühzeitig privat vorsorgen und Rücklagen aufbauen, könnten das Risiko von Altersarmut und finanziellen Notlagen reduzieren. Zugleich bewertet der Verband persönliche Beratung als Bestandteil der Finanzbildung, da finanzielle Zusammenhänge unmittelbar anhand der individuellen Situation vermittelt werden.

„Die Debatte über Finanzberatung dreht sich seit Jahren fast ausschließlich um Kosten. Was Beratung tatsächlich leistet, verliert die Politik nur zu gern aus dem Blick. Die Zahlen zeigen einen klaren Zusammenhang: Beratung ist ein notwendiges Plus, das bei jeder Reform mitgedacht werden sollte. Sie ist damit kein reiner Kostenfaktor, den man wegrationalisieren sollte, sondern der wirksamste Zugangsweg zu privater Vorsorge, den wir haben. Wer dies durch Vergütungseingriffe, wachsende Bürokratie oder beratungsfreie Standardmodelle verengt, trifft genau die Menschen, die Beratung am dringendsten brauchen“, erklärt Martin Klein, geschäftsführender Vorstand des Votum Verbands.

Rentenreform rückt persönliche Vorsorge in den Fokus

Das Positionspapier betrachtet Finanzberatung dabei nicht allein als Produktvermittlung. Die Befragten wurden unter anderem zu Geldanlage, Altersvorsorge, Versicherungen, Schulden und Umschuldung, Immobilien- und Baufinanzierung sowie zur Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, Krankheit und Pflege beraten. Aus Sicht des Verbands liegt ein wesentlicher Nutzen darin, diese Bereiche gemeinsam zu betrachten und Wechselwirkungen einzubeziehen.

Mit Blick auf die anstehende Rentenreform warnt Votum davor, durch eine gesetzliche Kapitalrente den Eindruck einer vollständig abgesicherten Altersvorsorge entstehen zu lassen. Eine kapitalgedeckte Komponente von zwei Prozent reiche nach Einschätzung des Verbands nicht aus, um individuelle Versorgungslücken zu schließen. Persönliche Beratung könne helfen, diese Lücken zu ermitteln und passende Vorsorgestrategien abzuleiten.

Politisch fordert Votum unter anderem den Erhalt unterschiedlicher Vergütungsmodelle und eine Begrenzung zusätzlicher Bürokratie. Zudem soll ganzheitliche Beratung stärker im regulatorischen Rahmen und bei der Rentenreform berücksichtigt werden. Der Verband spricht sich außerdem für Wahlfreiheit zwischen staatlichen und privaten Vorsorgelösungen sowie eine stärkere Einbindung persönlicher Beratung in Finanzbildungsstrategien aus.

Das Positionspapier befindet sich im Anhang dieser Pressemitteilung und ist unter diesem Link abrufbar.


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