Santander hat am Mittwoch in Madrid seine Quartalszahlen vorgelegt. Im dritten Quartal verdiente die spanische Bank im operativen Geschäft spürbar mehr als vor einem Jahr. Dazu trug vor allem die Übernahme der US-Bank Webster bei. Dennoch gab die Santander Aktie an der Börse deutlich nach. Anleger reagierten auf enttäuschende Provisionserlöse und auf eine unerwartet hohe Risikovorsorge.
Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn kletterte im Zeitraum von Juli bis September um knapp 20 Prozent auf 3,85 Milliarden Euro. Das teilte die Bank mit. Unterm Strich sank der Gewinn dagegen leicht auf 3,4 Milliarden Euro. Grund dafür waren einmalige Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme. Damit traf die Bank die Erwartungen der Analysten genau. Die Erträge wuchsen zugleich um zwölf Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro. Getragen hat sie die starke Marktposition in Amerika und Großbritannien.
| Kennzahl | Drittes Quartal | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Bereinigter Gewinn | 3,85 Milliarden Euro | plus knapp 20 Prozent |
| Nettogewinn | 3,4 Milliarden Euro | leicht rückläufig |
| Erträge | knapp 16 Milliarden Euro | plus zwölf Prozent |
Warum die Santander-Aktie unter Druck steht
Der Kurs der Santander-Aktie gab am Mittwochmittag deutlich nach. Das Papier rutschte um vier Prozent auf 10,79 Euro ab und markierte damit den tiefsten Stand seit Juni. Im August hatte die Aktie noch ein Mehrjahreshoch von gut 13 Euro erreicht. Seither hat sie knapp 20 Prozent an Wert eingebüßt.
Seit Jahresbeginn steht für die Aktie dennoch ein Plus von sieben Prozent zu Buche. Der Branchenindex Stoxx 600 Banks entwickelte sich allerdings besser. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 160 Milliarden Euro bleibt Santander trotz der jüngsten Kursverluste die wertvollste Bank der Eurozone.
| Zeitraum | Kursentwicklung der Santander-Aktie |
|---|---|
| Mittwoch (Tagesverlust) | minus vier Prozent auf 10,79 Euro |
| Seit Mehrjahreshoch (August) | minus rund 20 Prozent |
| Seit Jahresbeginn | plus sieben Prozent |
Banco Santander: Kennzahlen der Aktie im Überblick
ISIN: ES0113900J37. Leitindex: EuroStoxx 50 (ISIN EU0009658145). Branchenindex: Stoxx 600 Banks (ISIN EU0009658806).
Analysten sehen nachlassenden Schwung bei der Santander-Aktie
Jefferies-Analystin Miruna Chirea stellt einen nachlassenden Schwung bei den Erträgen fest. Ohne die Effekte aus der Webster-Übernahme habe sich die Dynamik beim Zinsüberschuss im Quartalsvergleich abgeschwächt. Das gelte, obwohl die Bank mehr Kredite vergeben habe. Auf der Kostenseite überzeuge Santander dagegen weiterhin. Die Ausgaben hätten sich besser entwickelt als von Analysten erwartet, so die Expertin.
Citi-Analyst Borja Ramirez kritisiert zudem die aus seiner Sicht überraschend schwachen Provisionseinnahmen der Bank.















