Ohne Siemens Energy funktioniert der KI-Boom nicht

Siemens Energy Firmenschild vor Energie-Infrastruktur
Foto: ChatGPT
Siemens Energy profitiert vom KI-Boom, steht aber vor Kapazitätsgrenzen bei Netzinfrastruktur und Energieversorgung.

Siemens Energy rückt durch den KI-Boom stärker in den Fokus der Anleger. Der Ausbau von Rechenzentren erhöht den Bedarf an stabiler Stromversorgung und moderner Netzinfrastruktur. Doch das Wachstum hat eine physische Grenze.

Siemens Energy ist aktuell die deutsche Antwort auf den KI-Infrastruktur-Boom. Wer die Aktie kauft, wettet längst nicht mehr nur auf die Energiewende, sondern vor allem darauf, dass das globale Stromnetz für den KI-Boom massiv ausgebaut und modernisiert werden muss. Rechenzentren brauchen enorme Mengen an Strom und gleichzeitig eine perfekt regulierte Spannung, da empfindliche KI-Chips bei Schwankungen sofort ausfallen oder beschädigt werden könnten.

Siemens Energy stellt Transformatoren und Schaltanlagen bereit, die nötig sind, um Rechenzentren überhaupt an das Hochspannungsnetz anzuschließen. Gleichzeitig liefern die Gasturbinen des Konzerns eine stabile Backup-Energieversorgung für schwankende erneuerbare Energien. Da Tech-Giganten wie Microsoft, Google und Meta ihre Rechenzentren nahezu um jeden Preis ausbauen müssen, besitzt Siemens Energy aktuell eine enorme Preismacht bei der Netzinfrastruktur.

Die Aktie ist seit Jahresbeginn bereits um 46 Prozent gestiegen, das Forward-KGV liegt bei 39. Anleger setzen damit weniger auf die heutigen Gewinne als auf eine massive Gewinnsteigerung in den kommenden Jahren. Am Dienstag veröffentlicht Siemens Energy die Q1-Zahlen und einen neuen Ausblick. Dabei dürfte vor allem entscheidend werden, wie stark der Iran-Konflikt das Geschäft bislang beeinträchtigt hat. Anleger sollten insbesondere auf den Auftragsbestand und mögliche strategische Partnerschaften achten.

Trotz der Euphorie gibt es jedoch auch Grenzen. Anders als ein Softwareunternehmen kann Siemens Energy seine Produktionskapazitäten nicht beliebig schnell skalieren. Der Ausbau der Infrastruktur bleibt ein physisches Geschäft – und genau das könnte langfristig zum Engpass werden.

Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.

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