Auf welchen Wegen gewinnen Sie erfolgreich neue Vertriebsmitarbeiter?
Linnewedel: Wir kombinieren grundsätzlich verschiedene Ansätze. Das Empfehlungsnetzwerk unserer Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner bleibt ein zentraler Baustein unserer Recruitingstrategie. Parallel dazu erschließen wir digitale Kanäle wie soziale Netzwerke und führen gezielte Kampagnen auf etablierten Jobportalen durch, um Interessierte in ihrer gewohnten Online-Umgebung zu erreichen.
Besonders wichtig ist uns die Vielfalt der Einstiegswege: Wir öffnen unsere Türen sowohl für Berufseinsteiger durch unser Ausbildungsprogramm für Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen, Dual Studierende zum Bachelor of Arts Business Administration oder Bachelor of Science Wirtschaftspsychologie als auch für Fachkräfte mit Branchenerfahrung und Beratungsexpertise. Diese Bandbreite ermöglicht es uns, Talente mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebenssituationen anzusprechen.
Welche Erfahrungen haben Sie mit jungen Bewerbern gemacht?
Linnewedel: Bei Swiss Life Select erleben wir viele junge Talente, die hohe Ansprüche an ihre eigene Arbeit stellen, früh Verantwortung übernehmen und eine qualitativ hochwertige Beratung leisten. Zudem zeigen viele dieser jungen Menschen Führungstalent. Gleichzeitig beobachten auch wir, dass der Nachwuchs Wert auf flexible Arbeitszeiten, moderne digitale Tools, transparente Karrierewege, eine sinnstiftende Tätigkeit, Work-Life-Balance sowie eine leistungsgerechte Vergütung mit klaren Entwicklungsmöglichkeiten legt. Diese Erwartungen sind aus unserer Sicht absolut nachvollziehbar und deshalb erfüllen wir sie auch. Es ist Aufgabe von Unternehmen, hier attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen und sich entsprechend weiterzuentwickeln, um jungen Talenten ein modernes und leistungsförderndes Umfeld zu bieten.
Bieten Sie ein Mentoring-Programm für den Einstieg an?
Linnwedel: Wir setzen auf ein duales Ausbildungssystem, das Mentoring und Coaching von Beginn an fest integriert. Die Kombination aus frühem Mindset-Aufbau, dualer Ausbildungsstruktur und der konsequenten Integration von Recruiting in jeden Karriereschritt schafft ein selbstverstärkendes System, das Wachstum nicht dem Zufall überlässt, sondern systematisch in der Unternehmens-DNA verankert.
Was bedeutet das konkret?
Linnewedel: Die Ausbildung findet auf zwei Ebenen statt – zentral gesteuert durch unsere Service-Zentrale und dezentral als ‚Training on the job‘ direkt vor Ort. Der Einstieg beginnt oft schon vor der eigentlichen Vertragsunterzeichnung. Bewerber erhalten über unser digitales Selbstlernformat „GründerCampus“ erste fachliche Grundlagen, während sie vor Ort von erfahrenen Führungskräften eingearbeitet und begleitet werden. Ein entscheidender Faktor ist dabei unser Ansatz „Aus der Praxis für die Praxis“: Die Schulungsinhalte werden von aktiven Vertriebsführungskräften mitgestaltet, die auch selbst als Referenten fungieren. So stellen wir sicher, dass die Theorie nicht an der Realität des Marktes vorbeigeht.
Neue Partner sind also bereits bei Kundenterminen und Beratungsgesprächen dabei?
Linnewedel: Richtig, sie können sich dort wertvolles Know-how von ihrer Führungskraft abschauen und erlernen. Hier wird das Handwerk – von der Bedarfsanalyse bis zur Bestandsbetreuung – direkt trainiert. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf dem Aufbau einer eigenen Organisation: Wir vermitteln frühzeitig, dass Personalgewinnung beziehungsweise Recruiting kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein integraler Teil des Karrierewegs ist. Wer sich später für den Weg als Führungskraft entscheidet, wird gezielt darauf vorbereitet, selbst als Coach für die nächste Generation zu agieren.
Was würden Sie heute einem 16-jährigen am Vermittlerberuf interessierten Schüler raten, wie er am besten vorgehen soll?
Linnewedel: Ein idealer Start zum „Reinschnuppern“ in den Beruf ist in diesem Alter ein Praktikum. Bei Gefallen bietet die Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen die ideale Basis für eine Karriere in der Finanzberatung. Außerdem empfehle ich jungen Menschen über die Themen Finanzen, Wirtschaft und verwandte Gebiete am Ball zu bleiben, um sich ein breites Wissen aufzubauen. Auch das Lesen von Büchern – beispielsweise zum Thema Kommunikation – kann ein erster sinnvoller Schritt sein. Dass zudem soziale Medien eine Fülle an Informationen zum Thema Beratung bereithalten, brauche ich jungen Menschen gegenüber nicht extra zu erwähnen. Interessierten mit Abitur kann ich außerdem ein duales Studium ans Herz legen. Dadurch verbindet man die praktische Ausbildung mit dem Erwerb eines breiten Know-hows an relevantem Vertriebs- und Finanzwissen. Im Anschluss an Ausbildung und Studium eröffnen sich bei uns spannende Perspektiven, die bis hin zu interessanten und fordernden Managementaufgaben reichen.
Die Fragen stellte Oliver Lepold, freier Journalist mit den Schwerpunkten Versicherung, Investment und Vertrieb. Hier geht’s zu seinem Artikel Recruiting 2026: Die Erwartungen der Bewerber haben sich deutlich verändert.












