Rund um die Uhr handeln: Was tokenisierte ETFs Anlegern bieten

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Tokensisierte ETFs
Bild: KI-generiert
Eine Studie zeigt, wie Anleger tokenisierte ETFs nutzen wollen und welche Vorteile, Risiken und regulatorischen Hürden sie sehen.

Zwei Fünftel der befragten institutionellen Anleger investieren bereits in tokenisierte ETFs. Besonders gefragt sind der Handel rund um die Uhr und die schnelle Abwicklung. Doch vor dem breiten Einsatz stehen noch Hürden.

40 Prozent der 200 befragten institutionellen Anleger und Vermögensverwalter investieren aktiv in tokenisierte ETFs. Weitere 39 Prozent testen sie in Pilotprogrammen oder im Handel ohne echtes Kapital. 21 Prozent recherchieren zu den Produkten, haben aber noch nicht investiert. Lediglich 2 Prozent planen derzeit nicht, sich mit ihnen zu befassen. Die Befragung von ST0x erfasste Teilnehmer aus Nordamerika, dem Vereinigten Königreich, Kontinentaleuropa, dem Nahen Osten und dem asiatisch-pazifischen Raum.

Als wichtigsten operativen Vorteil nannten 35 Prozent den Handel rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. 34 Prozent verwiesen auf die automatische, nahezu sofortige Abwicklung gegen Zahlung. Ein Fünftel schätzt die Stückelung, die eine präzisere Kapitalallokation ermöglicht. Jeder Zehnte nannte niedrigere Transaktions-, Abwicklungs- und Verwahrgebühren. 3 Prozent sehen einen Vorteil in der besseren Einbindung in Protokolle der dezentralen Finanzwirtschaft (DeFi).

Einsatzfelder und Vertrauen

„Tokenisierte ETFs werden zunehmend nicht nur als digitale Versionen traditioneller Fonds betrachtet, sondern auch als Möglichkeit, den Zugang zu diversifiziertem Marktengagement und dessen Verwaltung neu zu denken. Die Möglichkeit, rund um die Uhr zu handeln und nahezu sofort abzuwickeln, ist besonders für Institutionen attraktiv, die globale Portfolios verwalten. Die Stückelung kann Anlegern zudem eine wesentlich genauere Steuerung ihres Kapitaleinsatzes ermöglichen. Dass fast drei Viertel der Anleger erwarten, dass tokenisierte ETFs traditionelle ETFs entweder bei Kernanlagen ersetzen oder sie bei bestimmten Strategien ergänzen werden, deutet darauf hin, dass es sich um eine Weiterentwicklung des ETF-Investierens und nicht um ein kurzlebiges Experiment handelt“, sagt Nick Magliocchetti, Director der S01 Issuer GmbH und der ST0x Group.


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Den größten Mehrwert einer tokenisierten ETF-Struktur sehen die Befragten bei globalen Aktien (34 Prozent), gefolgt von traditionellen festverzinslichen Anlagen (29 Prozent) und illiquiden Vermögenswerten (23 Prozent). Digitale Vermögenswerte und Kryptowährungen nannten 12 Prozent, physische Rohstoffe 3 Prozent.

44 Prozent betrachten tokenisierte ETFs als sicherere und stärker regulierte Anlagehülle für ein Engagement im Blockchain-Umfeld als traditionelle Blockchain-Vermögenswerte. 34 Prozent sehen sie als direkten Ersatz für bestimmte physische oder digitale Spot-Vermögenswerte. Ein Fünftel hält sie für ein ergänzendes Instrument, das dem Liquiditätsmanagement und der unmittelbaren Renditeerzielung dient.

Regulatorische und technische Hürden

Als größtes Hindernis für mehr Handelsvolumen nennen 51 Prozent regulatorische Unklarheiten und widersprüchliche internationale Compliance-Vorschriften. 24 Prozent verweisen auf technische Schwachstellen wie Risiken durch Smart Contracts oder Angriffe auf Blockchain-Brücken. 16 Prozent sehen die über Blockchains und Handelsplätze verteilte Liquidität als Problem. 6 Prozent nennen fehlende robuste Sekundärmärkte und Market Maker.

Bei der Bewertung eines Emittenten achten 44 Prozent besonders auf dessen regulatorischen Status und Gerichtsstand. Für 26 Prozent sind tägliche Prüfungen der Reservewerte durch unabhängige Dritte entscheidend. 21 Prozent nennen die verwendete Blockchain und deren Verfügbarkeit sowie Sicherheitsbilanz. 9 Prozent halten die Insolvenzferne der Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV), die die Vermögenswerte hält, für den wichtigsten Faktor.

„Tokenisierte ETFs könnten zu einer wichtigen Brücke zwischen traditionellem Portfolioaufbau und dem entstehenden Ökosystem digitaler Vermögenswerte werden. Ihr Reiz liegt darin, dass Anleger mögliche Vorteile der Blockchain-Infrastruktur über eine vertraute, diversifizierte und regulierte Anlagehülle nutzen können. Globale Aktien erweisen sich dabei als besonders überzeugender Anwendungsfall. Die institutionelle Akzeptanz wird jedoch vom Vertrauen abhängen. Anleger wollen Klarheit über den regulatorischen Rahmen, Sicherheit hinsichtlich der als Reserve gehaltenen Vermögenswerte und eine unabhängige Bestätigung, dass diese Vermögenswerte tatsächlich vorhanden sind. Diese Grundlagen müssen stimmen, damit aus dem Interesse an tokenisierten ETFs nennenswerte institutionelle Handelsvolumina entstehen“, ergänzt Magliocchetti.

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