Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF in der ausschüttenden Anteilsklasse (ISIN IE00B3RBWM25) beendete den Handel am Freitag, 23. Oktober 2026, mit 168,88 Euro. Das ist ein Minus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vortag, wie ad-hoc-news.de berichtet. Damit liegt der Kurs 2,9 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom 7. Oktober. Zum Tief von Ende November 2025 beträgt der Abstand dagegen rund 21 Prozent. Richtungsweisend für die neue Handelswoche wird der Fed-Zinsentscheid: Die US-Notenbank Federal Reserve tagt am 27. und 28. Oktober. Die Bekanntgabe des Beschlusses erfolgt am Mittwoch um 14 Uhr Eastern Time, wie der offizielle Sitzungskalender ausweist.
Die Sitzung gilt als Test, ob die Fed ihren restriktiven Kurs fortsetzt. Denn im September hatte die Notenbank überrascht. Am 16. September 2026 erhöhte der Offenmarktausschuss FOMC den Leitzins um 25 Basispunkte und setzte damit die neue Zielspanne bei 3,75 bis 4,00 Prozent fest. Das Gremium entschied einstimmig mit zwölf zu null Stimmen. Nach eigener Darstellung war es die erste Erhöhung seit 2023. Zur Begründung heißt es in der Mitteilung: „Today’s policy action will support a timelier return to the Committee’s 2 percent goal.“ Die Anhebung soll demnach eine zügigere Rückkehr zum Inflationsziel von zwei Prozent unterstützen.
Was Ökonomen vom Fed-Zinsentscheid erwarten
Für den Termin am 28. Oktober rechnet die Mehrheit der Fachleute nicht mit einem weiteren Zinsschritt. Reuters befragte für eine Umfrage 100 Ökonominnen und Ökonomen; 94 von ihnen erwarteten, dass die Fed die Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent beibehält. Die Erhebung lief vom 16. bis 20. Oktober 2026. Für die nächste Sitzung am 9. Dezember erwarteten dagegen alle 100 Teilnehmer eine weitere Anhebung. Etwa 60 Prozent gingen davon aus, dass der Korridor vorläufig bei 4,00 bis 4,25 Prozent seinen Höhepunkt erreicht. Zur Einordnung sei betont, dass es sich hierbei um Markterwartungen und nicht um eine offizielle Ankündigung der Notenbank handelt.
Ölpreis und Tech-Bilanzen erhöhen die Unsicherheit
Parallel zum Fed-Zinsentscheid sorgen zwei weitere Entwicklungen für Nervosität an den Märkten. Zeitweise stieg der Brent-Ölpreis am 22. und 23. Oktober auf mehr als 112 US-Dollar je Barrel. Das ist der höchste Stand seit Anfang Mai 2026. Grund dafür waren Angriffe mit Drohnen und Raketen, die die jemenitische Huthi-Miliz auf saudische Ziele verübte. Betroffen waren unter anderem die Flughäfen Dammam und Abha sowie eine Einrichtung des Ölkonzerns Saudi Aramco in Janbu.
Hinzu kommt, dass in genau dieser Woche gleich mehrere stark gewichtete Technologiekonzerne ihre Quartalsergebnisse präsentieren: Alphabet und Microsoft legen ihre Zahlen am Mittwoch, 28. Oktober, vor, Amazon zieht am Donnerstag, 29. Oktober, nach. Zugleich wachsen die Zweifel an der Finanzierbarkeit der milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz. Enttäuschende Ausblicke können deshalb die US-Technologiewerte belasten - und damit auch breit diversifizierte Indexfonds wie den Vanguard FTSE All-World.
Was der Fed-Zinsentscheid für den Vanguard FTSE All-World bedeutet
Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF gilt in Europa als größter Fonds seiner Art und zählt in Mandantendepots zu den am häufigsten genutzten Basisinvestments. US-Aktien und insbesondere die großen Technologiewerte sind im Index hoch gewichtet. Entsprechend stark hängt der ETF von der US-Zinspolitik, vom Ölpreis und von der Entwicklung der Technologiewerte ab.
Überblick über die beiden Anteilsklassen
| Anteilsklasse | ISIN | Fondsvolumen | TER pro Jahr | Auflagedatum |
|---|---|---|---|---|
| Ausschüttend | IE00B3RBWM25 | 24,15 Milliarden Euro | 0,14 Prozent | 22. Mai 2012 |
| Thesaurierend | IE00BK5BQT80 | 55,12 Milliarden Euro | 0,14 Prozent* | keine Angabe |
*Die TER der thesaurierenden Anteilsklasse leitet sich aus der für den gesamten ETF angekündigten Gebührensenkung ab. Eine gesondert bestätigte Angabe lag zum Redaktionsschluss nicht vor.
Vanguard senkt die Gebühren zum zweiten Mal binnen eines Jahres
Losgelöst von der momentanen Marktsituation ist der ETF im Jahr 2026 bereits kostengünstiger geworden: Vanguard reduzierte die laufenden Kosten zum 28. Juli von 0,19 auf 0,14 Prozent. Die Gebühr der währungsgesicherten Variante reduzierte sich von 0,22 auf 0,17 Prozent. Es ist die zweite Senkung innerhalb von zwölf Monaten, nachdem der Anbieter die Kosten Ende 2025 bereits von 0,22 auf 0,19 Prozent zurückgenommen hatte, wie ETF Express und Trustnet berichten. Bezogen auf ein damaliges Fondsvolumen von rund 75,7 Milliarden US-Dollar bezifferte Vanguard die daraus resultierenden jährlichen Einsparungen für Anleger auf etwa 37 Millionen US-Dollar.













