Warum eine Babypause den Vermögensaufbau Jahrzehnte später noch schmälert

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Nahaufnahme einer Hand, die ein Babyhändchen hält, daneben ein Smartphone mit pausierter Zahlung.
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Dauert die Pause länger als zwölf Monate, setzt die Modellrechnung den Sparplan vollständig aus.

Wer wegen einer Babypause die Sparrate beim ETF-Sparplan reduziert oder aussetzt, verliert bis zu 222.000 Euro an späterem Depotvermögen. Wie stark sich die Pause auswirkt, hängt vor allem von ihrer Dauer ab.

Eine Babypause kann den Vermögensaufbau über Jahrzehnte bremsen. Laut einer aktuellen Modellrechnung des Vergleichsportals Verivox schmälert eine mehrjährige familienbedingte Erwerbsunterbrechung das Depotvermögen eines ETF-Sparplans bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren um bis zu 222.000 Euro. Entscheidend ist dabei die Dauer der Auszeit.

Grundlage ist ein Sparplan, der mit 25 Jahren beginnt. Wer monatlich 300 Euro in einen ETF investiert und dabei eine konstante Jahresrendite von 7,5 Prozent erzielt, kommt bis zum Rentenbeginn mit 67 Jahren auf ein Depotvermögen von rund 991.000 Euro. Das gilt allerdings nur bei durchgehend gleicher Sparrate.

Zwölf Monate Auszeit: 17.700 Euro weniger Vermögensaufbau

Für ihre Modellrechnung nimmt Verivox an, dass eine Sparerin mit 30 Jahren ihr erstes Kind bekommt und beruflich pausiert. Das Elterngeld ersetzt nur rund 65 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens. Deshalb sinkt die Sparrate in den ersten zwölf Monaten der Auszeit um 35 Prozent - von 300 auf 195 Euro im Monat. Allein dadurch fehlen am Ende des ersten Jahres 1.260 Euro im Depot. Bis zum Rentenbeginn wächst dieser Rückstand durch entgangene Zinseszinsen auf rund 17.700 Euro - selbst wenn die Sparerin nach der Pause wieder 300 Euro monatlich einzahlt.

Sechs Jahre Babypause: 222.000 Euro weniger Vermögensaufbau

Dauert die Erwerbsauszeit länger als zwölf Monate, entfällt das Elterngeld in der Modellrechnung vollständig, und der Sparplan pausiert komplett. Unter dieser Annahme fehlen bei einer dreijährigen Pause bis zur Rente rund 108.000 Euro im Depot. Zieht sich die Pause bis zum Schulstart des Kindes über sechs Jahre, wächst die Lücke auf 222.000 Euro. Dabei fließen in diesem Zeitraum insgesamt nur 19.260 Euro weniger in den Sparplan als beim durchgehenden Sparen. Entscheidend ist der Zinseszinseffekt.

„Wer im Zuge der Familiengründung für mehrere Jahre weniger oder gar nichts investiert, verzichtet auch auf jahrzehntelange Erträge. Deshalb kann aus einigen Tausend Euro niedrigeren Einzahlungen langfristig eine um ein Vielfaches größere Vermögenslücke entstehen“, sagt Melanie Ulbrich, Finanzexpertin bei Verivox.


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Vor allem Mütter unterbrechen die Erwerbstätigkeit

Laut Statistischem Bundesamt nahmen 2025 von allen Eltern mit einem Kind unter drei Jahren und einem bestehenden Arbeitsverhältnis 46 Prozent der Mütter Elternzeit. Bei den Vätern waren es lediglich drei Prozent. Die finanziellen Folgen einer Erwerbspause beim Vermögensaufbau treffen damit überwiegend Frauen.

Wie Paare die Lücke beim Vermögensaufbau verkleinern können

Schon eine reduzierte Sparrate während der Babypause kann den Verlust deutlich begrenzen. Übernimmt der weiterarbeitende Partner ab dem zweiten Jahr der Auszeit die Hälfte der ursprünglichen Rate, zahlt er 150 Euro monatlich in den Sparplan der Pausierenden ein. Damit wächst das Depot bis zum Rentenbeginn auf rund 871.000 Euro. Das sind 102.000 Euro mehr, als wenn der Sparplan nach dem ersten Jahr vollständig ausgesetzt bleibt.

Melanie Ulbrich rät deshalb, den Vermögensaufbau als gemeinsame Aufgabe der Partnerschaft zu betrachten, wenn ein Elternteil beruflich zurücksteckt. „Paare können beispielsweise vereinbaren, dass der weiter voll arbeitende Partner einen Teil der Sparrate übernimmt. Care-Arbeit sollte nicht dazu führen, dass ein Elternteil allein die langfristigen finanziellen Folgen trägt“, sagt Ulbrich.

SzenarioDepotwert mit 67 JahrenDifferenz zum Szenario ohne Pause
Durchgehend gespart, keine Pause991.000 Euro-
Ein Jahr Babypause, danach wieder volle Rate973.300 Euro-17.700 Euro
Drei Jahre Erwerbsauszeit, Sparplan pausiert883.000 Euro-108.000 Euro
Sechs Jahre Auszeit, Sparplan komplett pausiert769.000 Euro-222.000 Euro
Sechs Jahre Auszeit, Partner zahlt ab Jahr zwei 150 Euro monatlich871.000 Euro-120.000 Euro
Quelle: Verivox

ETF-Rendite bleibt eine Annahme, keine Garantie

Verivox unterstellt für die gesamte Laufzeit eine jährliche ETF-Rendite von 7,5 Prozent. Tatsächlich schwanken Aktienmärkte und können auch über längere Phasen fallen. Die errechneten Depotwerte sind deshalb keine Prognose für die tatsächliche Wertentwicklung. Ein langer Anlagehorizont kann jedoch helfen, zwischenzeitliche Kursverluste auszusitzen.

Wie Verivox rechnet

Der Scalable-Capital-Chefökonom Christian W. Röhl beziffert die historische Durchschnittsrendite des MSCI World auf 7,7 Prozent. Verivox zieht davon die Kostenquote des weltweit größten thesaurierenden MSCI-World-ETFs von 0,2 Prozent ab und kommt so auf die unterstellten 7,5 Prozent. Steuerliche Effekte berücksichtigt die Modellrechnung nicht.

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