Es gibt da diesen einen Satz, den ich gerne verwende, wenn es um das Für und Wider einer Sterbegeldversicherung geht: Wer heute schon genau weiß, dass er mindestens 85 Jahre alt wird, der braucht vermutlich wirklich keine Sterbegeldversicherung. Nur ist das Problem, dass das so genau niemand weiß!
Versicherungen sichern Risiken ab, deren Zeitpunkt wir nicht beeinflussen können. Bei einer Sterbegeldversicherung ist zumindest gewiss, dass der „Versicherungsfall“ eintritt. Dennoch wird kaum ein anderes Versicherungsprodukt so kritisch beäugt und häufig nach Renditegesichtspunkten bewertet. Mich überrascht das immer wieder. Schließlich fragt auch niemand nach der Rendite einer Kfz- oder einer Haftpflichtversicherung – obwohl völlig offen ist, ob diese jemals beansprucht werden.
Der eigentliche Wert liegt im Schutz
Auf Verbraucherportalen ist häufig zu lesen, man solle für Bestattung und Trauerfeier lieber selbst sparen oder Geld anlegen. Was im Hinblick auf Altersvorsorge und Vermögensaufbau eine sinnvolle Empfehlung ist, kann jedoch bei der Absicherung des Todesfallrisikos zu einer finanziellen Lücke bei der Hinterbliebenenvorsorge führen.
Denn nur eine Versicherung stellt sicher, dass das Geld für Bestattung und Trauerfeier unabhängig vom Todeszeitpunkt zur Verfügung steht. Sie entlastet Familie und Partner finanziell und erspart ihnen in einer ohnehin schweren Situation zusätzliche Sorgen. Ihre Zweckgebundenheit sorgt dafür, dass niemand bis zur Testamentseröffnung warten muss. Und unter bestimmten Voraussetzungen kann sie als Schonvermögen sozialhilferechtlich geschützt sein – genau das kann ein Sparplan oder ein Investmentfonds nicht leisten, ganz gleich mit welcher Rendite.
Hinterbliebenenvorsorge bedeutet zudem weit mehr als nur das Ansparen einer bestimmten Summe. Sie verbindet finanzielle Absicherung mit dem Wunsch, den eigenen Abschied selbstbestimmt zu gestalten und den Menschen, die einem nahestehen, möglichst viel organisatorische und finanzielle Last abzunehmen. Gerade darin liegt für mich ihr eigentlicher Wert.
Besser aufklären, statt Menschen zu verunsichern
Anstatt die an der Zielsetzung der Hinterbliebenenvorsorge vorbeigehende Frage nach der Rendite zu stellen, sollte vielmehr darüber gesprochen werden, warum Hinterbliebenenvorsorge wichtig ist. Durch die Renditediskussion gerät der eigentliche Sinn leicht in den Hintergrund.
Unsere regelmäßig gemeinsam mit YouGov durchgeführte DELA Vorsorgestudie zeigt da ein klares Bild: 74 Prozent der Deutschen haben sich bereits einmal Gedanken über den eigenen Tod gemacht. Doch lediglich 11 Prozent verfügen auch über eine Sterbegeldversicherung. Es mangelt also nicht an Problembewusstsein der Menschen.
Die eigentliche Herausforderung liegt in der großen Lücke zwischen Nachdenken und Handeln. Genau hier braucht es nicht Verunsicherung, sondern Orientierung, Aufklärung und Menschen, die bereit sind, dieses sensible Thema offen anzusprechen – zum Beispiel Makler und Vorsorgeexperten.
Gute Beratung beginnt nicht mit der Police
Ich bin überzeugt: Niemand entscheidet sich für eine Sterbegeldversicherung, weil sie eine Rendite erwirtschaftet. Menschen entscheiden sich dafür, weil sie Verantwortung übernehmen möchten. Weil ihnen der Schutz von Familie und Partner wichtig ist. Und weil sie sicher sein möchten, dass im entscheidenden Moment alles in ihrem Sinne geregelt ist. Genau hier liegt der Schlüssel zu einer zielführenden Vorsorgeberatung, die sich an den Bedürfnissen der Kunden ausrichtet. Die Absicherung des Todesfallrisikos ist keine Renditefrage, und daran sollte sich auch die Diskussion über die Sterbegeldversicherung orientieren.
Der Autor ist Chief Commercial Officer bei der Dela Lebensversicherung














