Viele Privatanleger in Europa stoßen beim Investieren auf praktische Hürden. Hohe Gebühren, teure Einzelaktien und eingeschränkte Handelszeiten halten viele Menschen davon ab, stärker am Kapitalmarkt teilzunehmen. Das zeigt eine neue Studie von Robinhood, für die 6.811 aktuelle und potenzielle Anleger in 14 EU-Mitgliedstaaten befragt wurden.
Der Vergleich mit den USA verdeutlicht die Unterschiede. Laut der 2025 veröffentlichten Global Retail Investor Study des World Economic Forum und Robinhood sind rund 30 Prozent des Vermögens amerikanischer Haushalte in Wertpapieren investiert. In Deutschland beträgt dieser Anteil rund neun Prozent, in Frankreich etwa fünf Prozent.
Im Mittelpunkt der aktuellen Untersuchung stehen neben den klassischen Anlagehürden auch sogenannte Stock Tokens. Dabei handelt es sich um digitale Token auf Blockchain-Basis, die die Wertentwicklung einzelner Aktien oder ETFs abbilden und den Zugang zu diesen Anlageklassen ermöglichen.
Gebühren und Handelszeiten als größte Hürden
Europaweit geben 60 Prozent der befragten Anleger an, schon einmal vom Kauf einer Aktie Abstand genommen zu haben, weil der Preis zu hoch war. In Deutschland liegt dieser Anteil mit 70 Prozent noch höher. Zudem nennen 22 Prozent der Nicht-Anleger Gebühren als wesentlichen Grund, bislang nicht investiert zu haben.
Auch bei aktiven Anlegern spielen Kosten eine wichtige Rolle. Fast jeder Zweite, konkret 47 Prozent, hat bereits eine Order abgebrochen, nachdem Gebühren angefallen wären.
Ein weiteres Hindernis sind die Öffnungszeiten der Börsen. 48 Prozent der befragten Privatanleger berichten, dass sie eine gewünschte Aktie nicht handeln konnten, weil die betreffende Börse geschlossen war. Damit werden Handelszeiten aus Sicht vieler Anleger zu einer Einschränkung bei der Umsetzung ihrer Anlagestrategie.
Interesse an Stock Tokens steigt mit dem Wissen
Noch kennen viele Privatanleger tokenisierte Vermögenswerte kaum. Das Interesse nimmt jedoch deutlich zu, sobald deren Funktionsweise erläutert wird. In Deutschland zeigen 59 Prozent der Befragten Interesse an Stock Tokens und liegen damit über dem EU-Durchschnitt von 55 Prozent.
Besonders ausgeprägt ist das Interesse bei Befragten, die bereits Erfahrungen oder Kenntnisse zu diesem Thema besitzen. 89 Prozent derjenigen, die sich nach eigenen Angaben mit Stock Tokens auskennen, interessieren sich dafür oder haben bereits investiert. Selbst unter den Teilnehmern ohne Vorkenntnisse äußern nach einer Erläuterung 46 Prozent Interesse.
Als wichtigste Vorteile nennen deutsche Befragte die Möglichkeit, nahezu jederzeit handeln zu können. 51 Prozent sehen darin den größten Nutzen. Jeweils 46 Prozent schätzen niedrigere Gebühren gegenüber dem klassischen Aktienhandel sowie die Möglichkeit, Bruchteile von Aktien zu erwerben.
Tokenisierung als Ergänzung bestehender Anlagestrategien
Die meisten Interessenten betrachten Stock Tokens nicht als Ersatz für klassische Wertpapieranlagen. Vielmehr sehen 59 Prozent der interessierten europäischen Befragten sie als Ergänzung zu Aktien und ETFs.
Darüber hinaus weckt die Tokenisierung privater Märkte Interesse. 30 Prozent der an Stock Tokens interessierten Teilnehmer geben an, dass sie insbesondere die Aussicht reizt, künftig leichter in nicht börsennotierte Unternehmen investieren zu können.
„Die EU hat eine einmalige Chance, Wohlstand breiter zugänglich zu machen und sich als weltweit führender Innovationsstandort zu positionieren“, sagt Johann Kerbrat, SVP, GM of Crypto & International bei Robinhood. „Wir sind überzeugt, dass Blockchain-Technologie und Stock Tokens dazu beitragen können, Investieren zugänglicher zu machen, Einstiegshürden zu senken und mehr Menschen in Europa am langfristigen Vermögensaufbau teilhaben zu lassen.“
Robinhood bietet nach eigenen Angaben berechtigten Kunden in den Ländern der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums inzwischen Zugang zu mehr als 2.000 Stock Tokens, die an in den USA gelistete Aktien und ETFs gekoppelt sind. Dazu gehören unter anderem ein Handel an fünf Tagen rund um die Uhr, Dividenden sowie niedrige Wechselkursgebühren.













