Der Rückversicherer Swiss Re hat am 5. November per Ad-hoc-Mitteilung die Geschäftszahlen zum Neunmonatszeitraum 2026 bekannt gegeben. Dabei stieg der Konzerngewinn auf 4,2 Milliarden US-Dollar. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum mit 4,0 Milliarden US-Dollar. Zugleich bekräftigte das Unternehmen die für das Gesamtjahr 2026 angepeilte Gewinnmarke von 4,5 Milliarden US-Dollar. Damit liegen für Anleger der Swiss Re Aktie neue Eckdaten vor.
Allein im dritten Quartal erzielte Swiss Re einen Gewinn von 1,3 Milliarden US-Dollar. Die Mitteilung veröffentlichte der Konzern um sieben Uhr gemäß Artikel 53 des Kotierungsreglements.
Eigenkapitalrendite bei 22,5 Prozent, SST-Quote bei 259 Prozent
Im Zeitraum der ersten neun Monate 2026 erreichte die annualisierte Eigenkapitalrendite einen Wert von 22,5 Prozent. Die geschätzte Solvenzquote der Gruppe nach dem Swiss Solvency Test bezifferte der Konzern zum 1. Oktober 2026 auf 259 Prozent.
Group-CEO Andreas Berger führt das Ergebnis auf die eigene Zeichnungspolitik zurück: „Unsere Ergebnisse für die ersten neun Monate sind dem disziplinierten Underwriting ebenso zu verdanken wie den gezielten Entscheidungen, die wir in den letzten Quartalen zur Stärkung unseres Portefeuilles und zum Aufbau eines widerstandsfähigeren Geschäfts getroffen haben.“
Sach-Rückversicherung verliert, Leben und Kranken legen kräftig zu
Die drei Segmente entwickelten sich unterschiedlich. Das Geschäft mit Sach- und Unfallrückversicherung (P&C Reinsurance) schrumpfte beim Ergebnis und beim Umsatz. Die Lebens- und Krankenrückversicherung (Life & Health Reinsurance) legte dagegen deutlich zu.
| Segment | Gewinn 9M 2026 | Veränderung ggü. 9M 2025 | Weitere Kennzahlen 9M 2026 |
|---|---|---|---|
| P&C Reinsurance | 2,2 Milliarden US-Dollar | minus sechs Prozent | Schaden-Kosten-Satz 77,3 Prozent; Versicherungsumsatz 12,8 Milliarden US-Dollar (minus neun Prozent) |
| Corporate Solutions | 714 Millionen US-Dollar | plus drei Prozent | Schaden-Kosten-Satz 86,4 Prozent |
| Life & Health Reinsurance | 1,5 Milliarden US-Dollar | plus 43 Prozent | Versicherungsumsatz 12,9 Milliarden US-Dollar (plus sieben Prozent) |
Die Sach-Rückversicherung verzeichnete in den ersten neun Monaten 2026 Schäden aus Naturkatastrophen in Höhe von insgesamt 640 Millionen US-Dollar. Besonders das Erdbeben in Kolumbien im August 2026 belastete das dritte Quartal. Darüber hinaus schlugen man-made-Schäden mit 301 Millionen US-Dollar zu Buche. Im Segment Corporate Solutions summierten sich die man-made-Schäden auf 219 Millionen US-Dollar, wovon 150 Millionen US-Dollar auf das dritte Quartal entfielen. Hinzu kamen 54 Millionen US-Dollar aus Naturkatastrophen.
Rückläufig entwickelte sich außerdem die neu abgeschlossene Contractual Service Margin (CSM) im Neugeschäft. Nach neun Monaten 2026 lag sie bei 2,8 Milliarden US-Dollar, ein Jahr zuvor waren es 3,9 Milliarden US-Dollar. Finanzchef Anders Malmström führt die geringeren Margen im Neugeschäft auf den intensiven Preiswettbewerb in der Sach- und Haftpflichtversicherung zurück.
Finanzziele 2026 bleiben bestehen
Mit den Neunmonatszahlen bestätigte Swiss Re zudem die Ziele für das Gesamtjahr 2026. Der Konzerngewinn soll 4,5 Milliarden US-Dollar erreichen. Der Schaden-Kosten-Satz soll in der Sach-Rückversicherung unter 85 Prozent und bei Corporate Solutions unter 91 Prozent liegen. Für die Lebens- und Krankenrückversicherung visiert der Konzern eine Gewinnsumme von 1,7 Milliarden US-Dollar an.
Swiss Re Aktie: Was die Zahlen für die Erneuerungsrunde bedeuten
Der Jahresverlauf 2026 zeigt eine klare Richtung: Die Netto-Preise in der Rückversicherung sinken.
Bei der Erneuerungsrunde im Januar 2026 brachte Swiss Re Verträge im Umfang von 12,4 Milliarden US-Dollar unter Dach und Fach, das waren 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Nominal zog die Preisveränderung um plus 0,3 Prozent an. Unter Einbezug aktualisierter Schadenmodelle und Inflationsannahmen ergab sich jedoch ein Rückgang der Netto-Preise um 4,3 Prozent. Bei der Erneuerungsrunde im Juni und Juli 2026 verschärfte sich diese Entwicklung: Der nominale Preis in der Sach-Rückversicherung gab um 1,2 Prozent nach, netto sogar um 5,3 Prozent. Das erneuerte Volumen betrug 4,5 Milliarden US-Dollar. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 wuchs das Volumen im Nicht-Katastrophen-Sachgeschäft um acht Prozent, im Naturkatastrophengeschäft schrumpfte es um neun Prozent.
Zugleich wächst das Kapitalangebot am weltweiten Rückversicherungsmarkt: Dem Report „Snapshot Guide to the Reinsurance Renewal“ von Aon vom September 2026 zufolge stieg das globale Rückversicherungskapital bis zum 30. Juni 2026 auf einen Höchststand von 800 Milliarden US-Dollar. Ende 2025 waren es 785 Milliarden US-Dollar. Auf Drittkapital entfielen davon 144,5 Milliarden US-Dollar. Für die Erneuerungsrunde im Januar 2027 erwartete das Analysehaus Autonomous Research Anfang Oktober 2026 Preisrückgänge von zehn bis 15 Prozent. Aus Sicht der Analysten wäre das die vollständige Umkehr des harten Marktes, zumindest mit Blick auf die Preise.
Finanzchef Anders Malmström zufolge ist das Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden US-Dollar nahezu abgeschlossen. Swiss Re hatte es im Februar 2026 angekündigt. Am 4. Dezember 2026 ist laut Finanzkalender die Bekanntgabe der Finanzziele für 2027 vorgesehen.
Swiss Re Aktie: Wie hoch fällt die Dividende aus?
Wer in die Swiss Re Aktie investiert, blickt auch auf die Ausschüttung. Für das Geschäftsjahr 2025 genehmigte die Generalversammlung am 10. April 2026 eine Dividende von 8,00 US-Dollar je Aktie. Das sind neun Prozent mehr als im Vorjahr. Im selben Geschäftsjahr wies Swiss Re einen Rekordkonzerngewinn von 4,8 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 47 Prozent gegenüber 2024. Dazu trugen die Sach-Rückversicherung mit 2,8 Milliarden US-Dollar und die Lebens- und Krankenrückversicherung mit 1,3 Milliarden US-Dollar bei. Für 2026 kündigte der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar an, davon 0,5 Milliarden US-Dollar als nachhaltiger jährlicher Rückkauf und 1,0 Milliarden US-Dollar als außerordentlicher Anteil.












