Warum der Dax nach den US-Wahlen einen neuen Rekord markiert

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Neue Rekordjagd beim Dax

Nach dem Sieg der Demokraten bei den Midterms 2026 ist der Dax am 5. November 2026 auf ein Allzeithoch gestiegen. Autowerte und Baustoffaktien legten kräftig zu, während Rheinmetall zeitgleich einbrach. Welche Aktien von der politischen Wende profitieren - und warum nicht jede Dax-Aktie gewinnt.

Am Donnerstag, dem 5. November 2026, markierte der Dax ein neues Allzeithoch. Gegen 12.30 Uhr stieg der deutsche Leitindex auf 26.655 Punkte und knackte damit den bisherigen Höchststand von 26.618 Punkten aus dem August 2026. Gegenüber dem Vortag entspricht das einem Plus von 0,8 Prozent. Treiber der Rally war der Ausgang der Midterms 2026: Bei den US-Zwischenwahlen gingen am 3. November 2026 beide Kammern des Kongresses an die Demokraten.

Eine Meldung der Deutschen Presse-Agentur bezifferte den neuen Rekordstand am selben Tag um 16.12 Uhr auf 26.644,33 Punkte, nach einem bisherigen Höchststand von 26.618,74 Punkten. Bereits am 4. November 2026 war der Leitindex kräftig gestiegen: Mit 26.437,67 Punkten im Schlusskurs legte er um 2,22 Prozent zu und blieb damit lediglich 78 Zähler unterhalb der damaligen Bestmarke. Der MDax verzeichnete an diesem Tag ein Plus von 1,41 Prozent und schloss bei 31.178,27 Punkten.

Demokraten übernehmen den Kongress bei den Midterms 2026

Bei den Midterms 2026 sicherten sich die Demokraten sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus. Im Senat kommen sie auf mindestens 54 Sitze, die Republikaner auf 44 bis 46. Im Repräsentantenhaus halten die Demokraten mehr als 250 Mandate. Sieben Senatssitze wechselten dabei von den Republikanern zu den Demokraten - darunter Mandate in Kansas, Iowa, Texas, Ohio, Maine, North Carolina und South Carolina.

Weshalb Investoren den Machtwechsel positiv aufnehmen

An den Märkten bedeutet der Machtwechsel vor allem einen Dämpfer für die Agenda von Präsident Trump in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit. Dekabank-Chefstratege Joachim Schallmayer kommentiert den Wahlausgang mit Blick auf Trump: Dessen Agenda sei „nicht grenzenlos durchsetzbar“. Anleger werten das Ergebnis zudem als Signal für mehr politische Berechenbarkeit und für eine mögliche Entschärfung des Zoll- und Konfrontationskurses. Davon profitieren besonders exportorientierte deutsche Branchen wie Automobil und Industrie.


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Sektorrotation: Banken, Autowerte und Baustoffe statt Technologie

Die Erleichterung über den Ausgang der Midterms 2026 war europaweit spürbar. Am 4. November 2026 beendete der Euro Stoxx 50 den Handelstag rund 2,2 Prozent höher bei 6.265,71 Punkten und kletterte am Folgetag auf über 6.300 Punkte. Besonders Bankaktien trieben die Rally: In Mailand gehörten UniCredit, Intesa Sanpaolo und Monte dei Paschi di Siena zu den größten Kursgewinnern.

Auch innerhalb des Dax verschoben sich die Gewichte. Heidelberg Materials legte am 4. November um 9,6 Prozent zu, BMW stieg trotz vorheriger Gewinnwarnung um 5,5 Prozent, Continental nach angehobener Gewinnprognose um 5,2 Prozent. Hersteller erneuerbarer Energien profitierten ebenfalls: Die Nordex-Aktie gewann 4,69 Prozent auf 42,40 Euro, auch SMA Solar legte deutlich zu.

Unter Druck gerieten dagegen Technologie- und KI-Werte, denn unter einer demokratischen Kongressmehrheit rechnen Anleger mit einer strengeren Tech- und KI-Regulierung. Infineon verlor im Dax mehr als acht Prozent. In den USA gaben Tesla 3,61 Prozent und Nvidia bis zu 2,19 Prozent nach, während die Nasdaq-100-Futures zeitweise um bis zu 2,4 Prozent absackten. „Auf Sektorebene sind die Risiken ungleich verteilt“, sagt Mathieu Racheter von Julius Bär.

Rheinmetall-Aktie bricht trotz Dax-Rekord ein

Dass eine Index-Rally nicht jede Aktie mitreißt, zeigte sich am 5. November 2026 bei Rheinmetall. Der Rüstungskonzern kappte seine Umsatzprognose für 2026: Statt bislang 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro rechnet er nun mit rund 13,2 Milliarden Euro. Zugleich kappte er die erwartete operative Marge von rund 19 auf etwa 18,5 Prozent, da sich der Boxer-Großauftrag „Arminius“ verzögert. Die Rheinmetall-Aktie brach daraufhin um mehr als 17 Prozent ein, ausgerechnet am Tag des Dax-Rekords.

Dabei hatte der Konzern seinen Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 noch um 38 Prozent auf 8,38 Milliarden Euro ausgebaut. Seit Jahresbeginn 2026 hat das Papier dennoch rund 47 Prozent seines Werts eingebüßt. Der Kurssturz zeigt, dass Einzeltitel-Risiken von einer Index-Rally überlagert werden können und nicht jede Dax-Komponente im selben Maß profitiert.

Politisch getriebene Rally nach den Midterms 2026 bleibt volatil

Für Vermögensverwalter und Berater ist relevant, dass der Rekordlauf stark politisch getrieben und damit volatil ist. Mehrere Analysten mahnen deshalb zur Vorsicht vor Überreaktionen. Die konkrete Regulierungs- und Zollpolitik der neuen Kongressmehrheit muss erst noch ausgehandelt werden.

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