Mercedes-Benz hat am Dienstag überraschend eine Gewinnwarnung veröffentlicht und die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Grund für die Mercedes-Benz-Gewinnwarnung ist nach Angaben des Dax-Konzerns ein schwieriges Marktumfeld in China. Hinzu kommen steigende Kosten im vierten Quartal, etwa für Material. Nach der Mitteilung aus Stuttgart verlor die Mercedes-Benz-Aktie zeitweise rund vier Prozent an Wert, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.
Was hinter der Mercedes-Benz-Gewinnwarnung steckt
Besonders deutlich zeigt sich die Korrektur im Pkw-Geschäft. Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge soll 2026 nun nur noch zwei bis drei Prozent erreichen. Bislang hatte der Konzern drei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt. Die Marge beschreibt, welcher Anteil vom Umsatz am Ende als Gewinn bei Mercedes-Benz hängen bleibt. Auch beim Konzern-Ergebnis vor Zinsen und Steuern rechnet das Unternehmen inzwischen nur noch mit dem Niveau des Vorjahres. Ursprünglich sollte dieses Ergebnis deutlich steigen, weil die hohen Kosten für den Stellenabbau aus dem Vorjahr in diesem Jahr entfallen.
Freier Cashflow: wichtiger Hebel für Aktienrückkäufe
Auch beim freien Cashflow hat sich die Lage eingetrübt. Diese Kennzahl gilt bei Mercedes-Benz als besonders wichtig, weil überschüssige Mittel nach der regulären Dividende regelmäßig in Aktienrückkäufe fließen sollen. Im Industriegeschäft, also ohne die Finanzdienstleistungssparte gerechnet, erwartet der Konzern den freien Cashflow nun deutlich unter dem Vorjahreswert. Bislang hatte das Unternehmen lediglich mit einem leichten Rückgang gerechnet. Damit betrifft die Mercedes-Benz-Gewinnwarnung nicht nur die Gewinnmarge, sondern auch die Mittel, die eigentlich an Aktionäre zurückfließen sollten.
Vorläufige Zahlen zum dritten Quartal
Mercedes-Benz legte am Dienstag zudem vorab Teile seiner Zahlen für das dritte Quartal vor. Dem Fahrzeuggeschäft standen demnach nur 172 Millionen Euro an frei verfügbaren Mitteln zur Verfügung. Finanzmarktexperten hatten dagegen mit 422 Millionen Euro gerechnet.
Der Konzern wies ein Ebit von 1,77 Milliarden Euro aus - mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts von 750 Millionen Euro im entsprechenden Quartal. Der Vergleich täuscht allerdings: 2025 hatte Mercedes-Benz hohe Sonderbelastungen für den Stellenabbau und für Rechtsstreitigkeiten verbucht. Bereinigt um solche Sondereffekte sank die operative Marge im Pkw-Geschäft auf 2,5 Prozent, nach 4,8 Prozent ein Jahr zuvor - nahezu eine Halbierung. Stabiler zeigte sich dagegen das Geschäft mit Transportern: Im Van-Segment erwirtschaftete Mercedes-Benz je 100 Euro Umsatz im Tagesgeschäft einen operativen Gewinn von rund 9,40 Euro.
| Kennzahl | Bisherige Prognose 2026 | Neue Prognose 2026 |
|---|---|---|
| Bereinigte Pkw-Marge | drei bis fünf Prozent | zwei bis drei Prozent |
| Konzern-Ebit | deutlich über Vorjahr | auf Vorjahresniveau |
| Freier Cashflow Industriegeschäft | leicht unter Vorjahr | deutlich unter Vorjahr |
| Kennzahl | Drittes Quartal 2026 | Drittes Quartal 2025 |
|---|---|---|
| Ebit | 1,77 Milliarden Euro | 750 Millionen Euro |
| Bereinigte Pkw-Marge | 2,5 Prozent | 4,8 Prozent |
| Freier Cashflow Fahrzeuggeschäft | 172 Millionen Euro | nicht ausgewiesen |
Die vollständigen Zahlen zum dritten Quartal, einschließlich des Nettogewinns, will Mercedes-Benz an diesem Mittwoch veröffentlichen.













