Warum Ölpreise und Renditen plötzlich fallen

Fallender Ölpreis
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Ölpreise und Renditen fallen, Märkte steigen – doch die Risikoprämie für den Nahen Osten bleibt weiterhin teilweise eingepreist.

Die Aktienmärkte in den USA und Europa legen zu – getragen von der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten. Ölpreise und Anleiherenditen geben nach. Doch die fundamentalen Risiken sind nicht verschwunden, und die Märkte zeigen mit ihrem Verhalten, dass echter Optimismus noch aussteht.

Der US-Aktienmarkt hat zu Wochenbeginn erneut ein neues Rekordhoch erreicht. Auch der DAX nähert sich seinem Allzeithoch wieder an, das bereits einige Monate zurückliegt. Die Märkte setzen derzeit auf eine geopolitische Entspannung im Nahen Osten. Anleger gehen zumindest davon aus, dass der Konflikt mit dem Iran nicht weiter eskaliert. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, dass die Gespräche gut vorankommen. 

Entsprechend wird derzeit ein Teil der geopolitischen Risikoprämie wieder aus dem Markt genommen. Gleichzeitig sind sowohl die Ölpreise als auch die Anleiherenditen gefallen. Das sorgt für Entlastung bei den Energiekosten und stabilisiert gleichzeitig die Anleihemärkte. Allerdings preisen die Märkte momentan vor allem die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung ein, während die fundamentalen Risiken weiterhin bestehen bleiben. Die Realwirtschaft würde erst dann nachhaltig profitieren, wenn die Energiepreise deutlicher fallen und sich dauerhaft auf einem niedrigeren Niveau stabilisieren. 

Genau hier zeigt sich auch die Vorsicht der Märkte. Wenn Anleger wirklich tiefes Vertrauen in eine dauerhafte Lösung hätten, müssten die Ölpreise und Anleiherenditen deutlich stärker fallen. Dass sich beide weiterhin auf erhöhtem Niveau halten, zeigt das verbleibende Misstrauen. Langfristig orientierte Anleger sollten dabei nicht stündlich auf Ölpreise oder Renditekurven schauen. Ein robustes Portfolio ist so aufgebaut, dass politische Schlagzeilen kurzfristig zwar für Volatilität sorgen, das langfristige Anlageziel jedoch nicht gefährden. 

Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.

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