Swiss Life Deutschland hat den Erwerb der Telis Unternehmensgruppe mit Sitz in Regensburg bekannt gegeben. Das Unternehmen zählt mit rund 1.800 lizenzierten Beraterinnen und Beratern sowie über 350 Mitarbeitenden in der Zentrale zu den fünf größten Allfinanzvertrieben Deutschlands. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Telis Unternehmensgruppe Gesamterlöse von über 200 Millionen Euro. Der Kaufpreis wurde zwischen beiden Seiten nicht kommuniziert. Das Closing ist nach Erhalt aller behördlichen Zustimmungen für das dritte Quartal 2026 geplant.
Telis bleibt mit ihren Marken eigenständig. Zur Gruppe gehören neben der Telis Finanz auch das Deutsche Maklerforum (DMF) sowie die Dema Deutsche Versicherungsmakler AG. Alle drei werden innerhalb der Finanzberatungsorganisation von Swiss Life Deutschland weitergeführt. Swiss Life Deutschland plant, Größeneffekte zu nutzen, um Investitionen und technische Infrastruktur allen angeschlossenen Beratungsorganisationen zugänglich zu machen.
Durch die Transaktion wächst die Vertriebsbasis von Swiss Life Deutschland von bislang rund 6.200 auf rund 8.000 lizenzierte Beraterinnen und Berater. Die bisherige Finanzberatungsorganisation setzt sich aus Swiss Life Select, Tecis, Horbach Wirtschaftsberatung und ProVentus zusammen. Mit Telis ergibt sich für Swiss Life Deutschland nach eigenen Angaben ein jährlicher Gesamtumsatz von über einer Milliarde Euro.
Erstmals maklerbasierte Modelle im Portfolio
Mit der Übernahme integriert Swiss Life Deutschland erstmals maklerbasierte Geschäftsmodelle in die eigene Vertriebsorganisation. Die Dema bietet Maklern und Vertriebsunternehmen Deckungskonzepte im privaten und gewerblichen Sachgeschäft. Das Deutsche Maklerforum wiederum stellt Maklern eine Online-Plattform mit spartenübergreifendem Produktportfolio zur Verfügung. Das umsatzstärkste Unternehmen der Gruppe ist die Telis Finanz, die Kunden eine ganzheitliche Finanzberatung über einen Produktpool mit mehr als 300 Vertragspartnern anbietet.
„Wir sind der festen Überzeugung, dass qualifizierte und digital bestmöglich unterstützte persönliche Finanzberatung für unsere Zielgruppen unerlässlich und damit ein Wachstumsmarkt bleibt“, sagt Dirk von der Crone, CEO Swiss Life Deutschland. „Durch den Zusammenschluss mit Telis wächst unsere Beratungsorganisation weiter. Es freut mich sehr, dabei auf den Rückhalt und die Unterstützung des langjährigen CEOs Dr. Martin Pöll, der Telis-Gründerfamilie Bolz und der bisherigen Vertriebsvorstände zählen zu dürfen. Damit setzen wir Kontinuität an erste Stelle.“
Klaus Bolz, Gründer der Telis-Gruppe, kommentiert die Transaktion aus persönlicher Perspektive: „Seit Gründung im Jahr 1992 hat Telis als familiengeführtes Unternehmen einen Wachstumskurs vollbracht, der mich heute mit Stolz auf die letzten fast 35 Jahre zurückblicken lässt. Mein Herzensanliegen war und ist es, dass dieses Vermächtnis auch unter einem neuen Eigentümer bewahrt wird. Swiss Life Deutschland beweist seit vielen Jahren, dass sie die individuelle DNA und Eigenständigkeit ihrer Finanzberatungen nicht nur respektiert, sondern fördert.“
Neue Führung bei der Telis Unternehmensgruppe
Im Zuge der Übernahme wechselt die Führung bei Telis. Sebastian Weigelt (43), bislang Leiter Intermediärvertrieb der Swiss Life Lebensversicherung SE in Garching bei München, übernimmt nach Vollzug der Transaktion das Amt des CEO von Dr. Martin Pöll (56). Die neu geschaffene Position des COO besetzt Jens Kassow (56), der zuvor als Bereichsleiter Vertriebssteuerung bei Swiss Life Deutschland tätig war.
Die Vertriebsvorstände der einzelnen Telis-Marken bleiben in ihren Funktionen: Sven Schöntag verantwortet weiterhin die Telis Finanz, Tino Blumenthal das Deutsche Maklerforum und Philipp Gruhn die Dema. Dr. Martin Pöll sowie die Gründerfamilie um Klaus Bolz und André Bolz bleiben dem Unternehmen langfristig in beratender Funktion erhalten. „Martin Pöll war einer der Treiber des Wachstums der Telis Unternehmensgruppe in den letzten Jahren. Für seine Verdienste habe ich größte Hochachtung. Wir setzen alles daran, die Erfolgsgeschichte auf diesem Fundament fortzuschreiben“, so Dirk von der Crone.














