Heute erscheinen die Oktoberwerte für den Einkaufsmanagerindex PMI Deutschland. Im Vormonat kletterte der Gesamtindex auf 53,8 Punkte. Die Industrie übertraf mit 53,9 Punkten den Dienstleistungssektor, der 52,9 Punkte erreichte. Hinter dem Wachstum stehen laut Maximilian Wienke, Marktanalyst beim Online-Broker eToro, vor allem Rüstungsausgaben und Investitionen in Künstliche Intelligenz.
Rüstungsausgaben und Exportgeschäft beflügeln die Industrie
Die deutsche Industrie profitiert vor allem von ihrer Exportausrichtung. Insbesondere aus den USA und Teilen Asiens kommt derzeit verstärkt Nachfrage, wie Wienke erläutert. Besonders dynamisch entwickelt sich dabei der Rüstungssektor. Dazu tragen laut Wienke neue europäische Aufrüstungsprogramme, anhaltende geopolitische Spannungen und zusätzliche Verteidigungsausgaben der Bundesregierung bei.
KI-Investitionen in Deutschland treiben Rechenzentren an
Gleichzeitig beschleunigt der globale Boom um Künstliche Intelligenz den Ausbau von Cloud-Kapazitäten. Das wirkt sich auch auf Deutschland aus. Die KI-Investitionen fließen hier laut Wienke zunehmend in Rechenzentren und die dazugehörige Energieinfrastruktur.
Dienstleistungssektor bremst durch hohe Kosten und Bürokratie
Anders stellt sich die Lage im Dienstleistungssektor dar. Dieser hängt laut Wienke stärker vom deutschen Konsumenten ab - und der zeigt sich zurückhaltend. Zudem drücken hohe Kosten für Lebenshaltung und Energie auf die Stimmung und dämpfen die Nachfrage. Unternehmen beklagen außerdem hohe bürokratische Lasten, zu wenig Investitionen und einen Rückstand beim Thema Künstliche Intelligenz.
Was die PMI Deutschland-Daten für Anleger bedeuten
Die Einkaufsmanagerdaten zum PMI Deutschland gelten als wichtiger Frühindikator für Anleger. Laut Wienke zählen dabei drei Faktoren. Erstens die Entwicklung der Neuaufträge, zweitens das Exportgeschäft, drittens die Preise auf Einkaufs- und Verkaufsseite. Ein Anstieg der Neuaufträge würde demnach auf eine stabilere Erholung hindeuten.
Sinken oder stabilisieren sich zugleich die Einkaufspreise, während die Neuaufträge zunehmen, würde das laut Wienke den Margendruck der Unternehmen verringern. Vorausgesetzt, die Verkaufspreise bleiben stabil.
Starke Werte für die deutsche Industrie könnten zudem den Euro und den DAX stützen. Sie könnten mitentscheiden, ob der Wechselkurs von Euro zu Dollar über der Marke von 1,12 bleibt. Gleiches gilt für die Frage, ob der DAX weiter in Richtung eines Rekordhochs steigt.
Der Beitrag basiert auf einem Report von Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro.















