Deutsche Börse hebt Prognose für 2026 dank steigender Zinsen an

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Sechs von acht Geschäftsbereichen der Deutschen Börse wuchsen im dritten Quartal zweistellig.

Die Deutsche Börse hebt ihre Prognose 2026 erneut an: Steigende Zinsen und ein starkes drittes Quartal treiben Gewinn und Erlöse des Frankfurter Finanzkonzerns. Das teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Welche neuen Ziele jetzt gelten und was das für die Aktie bedeutet.

Die Deutsche Börse (ISIN DE0005810055) hebt ihre Prognose 2026 erneut an. Steigende Zinsen und ein starkes drittes Quartal treiben das Geschäft des Frankfurter Finanzkonzerns, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Für das laufende Jahr erwartet die Deutsche Börse nun ein um rund 100 Millionen Euro höheres Treasury-Ergebnis. Grund sind die günstigere Leitzinsentwicklung und höhere Barbestände.

„Die veränderten Zinserwartungen haben das Geschäft an den Zins- und Finanzierungsmärkten belebt und außerdem unser Treasury-Ergebnis gestärkt. Erstmals seit 2024 ist das Treasury-Ergebnis damit im Vorjahresvergleich wieder gestiegen - die angekündigte Trendwende hat sich bestätigt“, sagt Finanzvorstand Jens Schulte.

Warum die Deutsche Börse ihre Prognose 2026 anhebt

Schulte verweist zudem auf einen strukturellen Trend. Ein zunehmender Teil des Vermögens institutioneller und privater Investoren in Europa fließt demnach in kapitalmarktbasierte Anlageprodukte. Dadurch steigen bei der Deutschen Börse die verwahrten Vermögenswerte. Parallel dazu nehmen die Handelsvolumina in den Segmenten Fund Services und Securities Services zu.

Mit seiner Infrastruktur entlang der Wertschöpfungskette sieht sich der Konzern deshalb gut aufgestellt, um langfristig davon zu profitieren. Angesichts der starken Dynamik blickt das Unternehmen zuversichtlich auf das Gesamtjahr. Die Prognose 2026 hat es daher bereits zum wiederholten Mal angehoben.

Höhere Ziele für Ergebnis und Erlöse

Beim operativen Ergebnis, dem Ebitda, erwartet die Deutsche Börse nun ein Plus von rund elf Prozent. Es soll auf mehr als 3,9 Milliarden Euro steigen. Zuvor hatte der Konzern lediglich ein Ergebnis von mehr als 3,8 Milliarden Euro angepeilt. Auch die Prognose 2026 für die Nettoerlöse hob das Unternehmen an. Sie sollen nun auf mehr als 6,5 Milliarden Euro steigen, ein Plus von rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unverändert ließ der Konzern dagegen die Zielsetzung für die Erlöse ohne die Effekte der gestiegenen Zinsen.

Starke Quartalszahlen der Deutschen Börse

Die Nettoerlöse kletterten im dritten Quartal um 13 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro. „Das Wachstum wurde durch anhaltende strukturelle Trends getragen, aber auch durch das zyklische Marktumfeld unterstützt“, heißt es in der Mitteilung des Konzerns. Sechs von acht Geschäftsbereichen verzeichneten dabei ein zweistelliges Wachstum. Das operative Ergebnis kletterte um 16 Prozent auf 978 Millionen Euro. Damit übertrafen die Resultate leicht die Erwartungen der Analysten.

Allerdings hatten einige Experten sogar auf eine Erhöhung der operativen Jahresziele gesetzt, sodass die Reaktion am Markt verhalten blieb.


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KennzahlWert
Treasury-Ergebnis-Prognose 2026um rund 100 Millionen Euro angehoben
Operatives Ergebnis (Ebitda) 2026mehr als 3,9 Milliarden Euro (bisher: mehr als 3,8 Milliarden Euro)
Nettoerlöse 2026mehr als 6,5 Milliarden Euro (plus rund acht Prozent)
Nettoerlöse drittes Quartal1,63 Milliarden Euro (plus 13 Prozent)
Operatives Ergebnis drittes Quartal978 Millionen Euro (plus 16 Prozent)
Quelle: Deutsche Börse

Deutsche-Börse-Aktie nähert sich altem Rekordhoch

Die zuletzt gut gelaufene Deutsche-Börse-Aktie stieg auf der Handelsplattform Tradegate nachbörslich anfänglich um bis zu fast ein Prozent auf 311,40 Euro. Damit näherte sie sich wieder dem Rekordhoch von 312,20 Euro, das sie am Montag erreicht hatte. Nach den ersten Kursgewinnen setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein, sodass die Aktie gegenüber dem Xetra-Schlusskurs geringfügig nachgab.

Im laufenden Jahr legte die Aktie der Deutschen Börse um rund 38 Prozent zu. Damit zählt sie in diesem Zeitraum zu den größten Gewinnern im Dax.

Bilanz von Konzernchef Leithner fällt positiv aus

2025, im ersten Amtsjahr von Konzernchef Stephan Leithner, trat der Aktienkurs dagegen auf der Stelle. Das Papier gehörte damals zu den schwächeren Dax-Titeln. Mit der Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf fällt die Bilanz des Managers nun deutlich positiver aus. Seit Leithner Anfang 2025 die alleinige Führung übernahm, legte die Marktkapitalisierung um knapp 40 Prozent auf 57 Milliarden Euro zu. Damit ist die Deutsche Börse aktuell der wertvollste Konzern am Finanzplatz Frankfurt. Die Deutsche Bank kommt derzeit auf 54 Milliarden Euro.

Expansionskurs mit Übernahmen wie Allfunds und ISS Stoxx

Entlang der kompletten Wertschöpfungskette von Finanzmarkttransaktionen hält die Deutsche Börse ein umfassendes Produktangebot bereit. Dazu zählen Handelsausführung, Abwicklung und Verwahrung von Wertpapieren sowie Marktdaten und Softwarelösungen. Seit einiger Zeit baut der Konzern sein Geschäft außerhalb der Aktienmärkte gezielt aus, um unabhängiger von deren Schwankungen zu werden. Deshalb hatte schon Theodor Weimer, der sieben Jahre lang als Leithners Vorgänger den Konzern leitete, zahlreiche Unternehmen übernommen.

Auch Leithner setzt die Einkaufstour fort. Im bisherigen Jahresverlauf übernahm der Konzern den US-Daten- und Indexanbieter ISS Stoxx vollständig für 1,1 Milliarden Euro. Bereits im Januar hatte die Deutsche Börse zudem angekündigt, die Fondsplattform Allfunds (ISIN GB00BNTJ3546) übernehmen zu wollen. Der Preis liegt bei etwas mehr als fünf Milliarden Euro - es ist die größte Übernahme der Unternehmensgeschichte. Der Vollzug wird wegen notwendiger aufsichtsrechtlicher Genehmigungen jedoch erst für 2027 erwartet.

Die Übernahmen finanziert die Deutsche Börse zum einen aus den laufenden Einnahmen des operativen Geschäfts. Zum anderen platzierte der Konzern im September sowohl eine nachrangige Anleihe als auch eine Wandelschuldverschreibung mit einem Volumen von jeweils rund 600 Millionen Euro.

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