Mark Zuckerbergs Vermögen: Meta ändert Aktienstruktur wegen Steuer-Drohung

Google Cash. bei Google als bevorzugte Quelle markieren
Mark Zuckerberg spricht an einem Rednerpult bei einer Firmenveranstaltung von Meta.
KI-generiert mit OpenAI. Keine authentische Darstellung.
Trotz drohender Milliardenstrafe im Cambridge-Analytica-Verfahren meldet Meta starke Quartalszahlen.

Meta-Chef Mark Zuckerberg hat eine neue Aktienstruktur durchgesetzt, um sein Vermögen vor einer möglichen Milliardärssteuer in Kalifornien zu schützen, ohne die Kontrolle über den Konzern zu verlieren. Zugleich legt Meta deutlich höhere Umsätze und Gewinne vor - und steht wegen des Cambridge-Analytica-Skandals vor einer Milliardenstrafe.

Mark Zuckerberg hat bei Meta eine neue Aktienstruktur durchgesetzt. Damit behält der Gründer die Kontrolle über den Konzern, falls Kalifornien eine Milliardärssteuer einführt. Über diese einmalige Abgabe von fünf Prozent auf Milliardärsvermögen stimmen die Wähler im Bundesstaat im November ab. Nach Angaben des Finanzdienstes Bloomberg liegt das Mark Zuckerberg Vermögen derzeit bei 247 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 220 Milliarden Euro. Eine Steuer auf dieser Basis könnte er nur durch den Verkauf von Meta-Aktien aufbringen.

Genau das wollte der Firmengründer vermeiden. Der 42-jährige Zuckerberg hält rund 60 Prozent der Stimmrechte an Meta und sichert sich damit die Kontrolle. Ein Verkauf stimmberechtigter Aktien hätte diesen Anteil verringert und seine Macht geschwächt. Deshalb verhandelte er mit dem eigenen Unternehmen über eine Lösung.

Neue Aktien ohne Stimmrecht sichern Zuckerbergs Kontrolle

Das Ergebnis der Verhandlungen: Meta gibt seinen Aktionären künftig zusätzlich zu jeder bestehenden Aktie eine neue Aktie ohne Stimmrecht. Verkauft Zuckerberg später Anteile, kann er auf diese stimmrechtslosen Papiere zurückgreifen - ohne seinen Einfluss zu verringern. Eine Steuer auf das Mark Zuckerberg Vermögen ließe sich damit begleichen, ohne dass der Gründer Macht abgibt.

Das Mark Zuckerberg Vermögen und die geplante Milliardärssteuer

Die Debatte um die kalifornische Abgabe entstand, weil mehrere Tech-Milliardäre in dem Bundesstaat leben und arbeiten - allen voran Zuckerberg selbst. Stimmen die Wähler im November zu, müssten die Betroffenen einmalig fünf Prozent ihres Vermögens abführen. Das Mark Zuckerberg Vermögen steckt allerdings zum größten Teil in Meta-Anteilen. Für den Gründer wäre die Abgabe deshalb nur über einen Aktienverkauf zu stemmen.

Drohung mit dem Verkauf seines Hauses in Palo Alto

Wie aus einer Mitteilung von Meta hervorgeht, setzte Zuckerberg sein Unternehmen zusätzlich mit einer Umzugsdrohung unter Druck. Der Konzern hat seinen Hauptsitz in Menlo Park im kalifornischen Silicon Valley. Zuckerberg gilt als Gründer, der sich aktiv ins Tagesgeschäft einmischt. Bereits im Sommer hatte er gewarnt, dass ihn die drohende Steuer zum Wegzug aus Kalifornien bewegen könnte. Am 9. September erhöhte er den Druck weiter. Ohne Einigung werde er sein Wohnhaus in der Nachbarstadt Palo Alto binnen vier Tagen auf den Markt bringen.

Ein solcher Schritt hätte öffentlich signalisiert, dass sich Zuckerberg aus dem Alltag von Meta zurückzieht. Inzwischen hat er zugesagt, mindestens acht Jahre lang einen Wohnsitz in Kalifornien zu behalten. Verlegt Meta die Firmenzentrale, will er ebenfalls in den jeweils anderen Bundesstaat ziehen. Einige andere Tech-Milliardäre haben ihren Wohnsitz in Kalifornien wegen der drohenden Abgabe bereits aufgegeben.


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Starkes Werbegeschäft finanziert Metas KI-Investitionen

Parallel zur neuen Aktienstruktur hat Meta seine Quartalszahlen vorgelegt. Das Unternehmen begründet die geänderte Struktur zudem damit, dass sie neue Möglichkeiten schaffe, die hohen KI-Investitionen zu finanzieren. Für dieses Jahr plant der Konzern mit mindestens 135 Milliarden Dollar für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Am oberen Ende der Spanne könnten es bis zu 145 Milliarden Dollar werden. Erst jüngst hob Meta die untere Grenze dieser Spanne erneut um fünf Milliarden Dollar an. Mit dem Geld baut Zuckerberg Rechenzentren aus, um im Wettbewerb mit Anbietern wie dem ChatGPT-Entwickler OpenAI nicht zurückzufallen.

Finanziert wird der Ausbau weiterhin über das Werbegeschäft, das kräftig wächst. Die aktuellen Meta-Quartalszahlen zeigen: Der Konzernumsatz kletterte binnen eines Jahres um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 9,86 Milliarden Dollar, nach 2,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Zuletzt griffen 3,64 Milliarden Menschen auf mindestens eine App aus dem Meta-Kosmos zu, drei Monate zuvor waren es 3,6 Milliarden. Zum Konzern gehören neben dem Hauptdienst auch WhatsApp, Instagram und die Plattform Threads.

KennzahlWert
Konzernumsatz (drittes Quartal)64,6 Milliarden Dollar (plus 26 Prozent zum Vorjahr)
Nettogewinn9,86 Milliarden Dollar (Vorjahr: 2,7 Milliarden Dollar)
Nutzer mit mindestens einer Meta-App3,64 Milliarden (Vorquartal: 3,6 Milliarden)
Umsatzprognose Schlussquartal73 bis 76 Milliarden Dollar
Geplante KI-Investitionen 2026135 bis 145 Milliarden Dollar
Quelle: Meta, dpa-AFX

JPMorgan hebt Kursziel für die Meta-Aktie an

JPMorgan-Analyst Doug Anmuth bewertete die Geschäftszahlen in einer ersten Reaktion positiv. Besonders hob er hervor, dass sich die Investitionen in KI-Infrastruktur und KI-Produkte erstmals auszahlten. Als Beispiel nannte er die unterschiedlichen Ausprägungen des neuen KI-Assistenten Muse, der bei den Nutzern Zuspruch finde. Zudem liege die Umsatzprognose für das Schlussquartal am oberen Rand der Spanne rund eine Milliarde Dollar höher als erwartet. Grund sei das kräftige Wachstum im Kerngeschäft der Werbung. Für die letzten drei Monate des Jahres kalkuliert die Unternehmensführung mit Erlösen zwischen 73 und 76 Milliarden Dollar.

An der Börse zeichnete sich trotz der soliden Zahlen zunächst ein schwächerer Start ab. Die Meta-Aktie notierte im vorbörslichen US-Handel rund eineinhalb Prozent im Minus, allerdings in einem insgesamt schwachen Gesamtmarkt. Anmuth blieb dennoch bei seiner „Overweight“-Einstufung und hob sein Kursziel für die Meta-Aktie von 920 auf 940 Dollar an. Mit dem Kurs der Meta-Aktie verändert sich zugleich das Mark Zuckerberg Vermögen.

Milliardenstrafe im Cambridge-Analytica-Skandal

Noch vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen wurde ein weiteres Verfahren gegen Meta bekannt. Wegen des Datenschutz-Skandals um Cambridge Analytica soll der Konzern im US-Bundesstaat New Mexico eine Strafe von 25 Milliarden Dollar zahlen. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass Facebook-Nutzer beim Datenschutz und bei der Redefreiheit in die Irre geführt wurden.

Der zuständige Richter hatte zunächst einen deutlich höheren Betrag von knapp 219,5 Milliarden Dollar berechnet, reduzierte die Strafe dann aber auf 25 Milliarden Dollar. Meta zeigte sich in einer ersten Reaktion zuversichtlich, sich im Berufungsverfahren durchzusetzen.

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