Anzeige
Anzeige
22. November 2012, 14:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

AfW will Klarheit schaffen

Das neunte Entscheidertreffen des AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. (AfW) am 20. November in Berlin stand unter dem Motto „Klarheit statt Info-Nebel“. Im Mittelpunkt standen die Regulierung der Finanzanlagenberatung, die Zukunft der Honorarberatung, Transparenz und die Richtlinien IMD II und AIFM.

AfW-EntscheidertreffenAfW-Vorstandsmitglieder Frank Rottenbacher, Carsten Brückner und Norman Wirth mit Referent Björn Sänger.

Björn Sänger (FDP), Thomas Ernst (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, BMWi) und Ralph Brinkhaus (CDU) informierten in ihren Vorträgen zum aktuellen Stand der verschiedenen Regulierungen und stellten sich im Anschluss den Fragen der Branchenteilnehmer.

„Flickenteppich“ bei der Erlaubnis nach Paragraf 34f GewO

Im ersten Vortrag schilderte die Rechtsanwältin Dr. Mona Moraht, Leiterin des Referats Gewerberecht beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag DIHK, die ab Januar 2013 gültigen Regulierungen nach Paragraf 34f Gewerbeordnung (GewO). Hierbei wurde die Befürchtung der Branche bestätigt, dass es im Bereich der Erlaubniserteilung zu einem „Flickenteppich“ kommt. So werden demnach in neun Ländern die Handelskammern für die Erlaubniserteilung zuständig sein und in den sieben anderen Bundesländern fällt diese Aufgabe anderen staatlichen Stellen, wie etwa den Gewerbeämtern zu.

Mischmodelle bei der Honorarberatung?

Im Anschluss referierte Mitglied des Finanzausschusses Björn Sänger über die Regulierung der Honoraranlagenberatung. Zur Überraschung der Anwesenden schilderte er, dass ein Finanzanlagenberater künftig sowohl gegen Honorar als auch gegen Provision vermitteln dürfe. Über die im Gesetzentwurf vorgesehene organisatorische Trennung von Provisions- und Honorarberatung müsse man noch einmal verhandeln. Zudem erklärte er, dass die Anforderungen an die Honoraranlageberater (wie etwa Sachkunde) auch für Verbände gelten würden. Dies würde dann auch die Verbraucherzentralen betreffen, die gegen Honorar beraten.

IMD 2-Zeitplan ungewiß

Thomas Ernst vom BMWi informierte über den Stand der Dinge bei den Verhandlungen zur EU-Vermittlerrichtlinie (IMD II). Hier zeigte sich, dass bei einzelnen Punkten in der Bundesregierung noch keine Einigkeit herrscht. Und auch auf europäischer Ebene besteht laut Ernst noch ein großer Diskussionsbedarf, was einzelne Punkte wie beispielsweise Provisionsoffenlegung und Überprüfung der Weiterbildungsverpflichtung angeht. Dementsprechend konnte Ernst auch keinen konkreten Zeitplan für die Umsetzung nennen. Bisher habe es zwei Gesprächsrunden in Brüssel gegeben. Eine weitere ist für den 28. November angesetzt. Das weitere Prozedere hänge vor allem davon ab, welche Priorität die  IMD II für die ab Januar 2013 agierende irische Ratspräsidentschaft habe.

Branche muss Transparenz schaffen

In der folgenden Diskussionsrunde sprachen Dr. Mark Ortmann (Geschäftsführer Institut für Transparenz in der Altersvorsorge (ITA)), Dr. Volker Priebe (Direktor der Produktentwicklung Allianz Lebensversicherung), Peter Schneider (Vorstand Janitos Versicherung) und Michael Franke (Geschäftsführer Franke und Bornberg) unter der Moderation von Versicherungsjournal-Chefredakteur Claus-Peter Meyer zu Bedeutung und Nutzen von Transparenz bei Produkten und Beratungsdokumenten. Hierbei zeigten sich die Diskutanten darin einig, dass es an der Branche selbst sei, die nötige Transparenz zu schaffen, bevor die Politik durch erneute Regulierung eingreife.

AIFM: Bundesrat-Abstimmung im März erwärtet 

Mitglied des Finanzausschusses Ralph Brinkhaus informierte abschliessend die Branchenteilnehmer über den aktuellen Stand im Gesetzgebungsverfahren zur AIFM-Richtlinie. Aktuell sei der Entwurf demnach noch im vorparlamentarischen Verfahren, in der Ressortabstimmung. Eine Entscheidung des Bundesrats erwartet Brinkhaus im März 2013. Er appellierte an die Eigenverantwortung der Branche für Produkte und Mitbewerber und ermutigte die Branchenmitglieder sich aktiv am Gesetzgebungsprozess zu beteiligen und Fachwissen einzubringen.

Auf der Abendveranstaltung des neunten Haupstadtgipfel der Entscheider wurde der Versicherungspreis 2012 von Focus Money verliehen. Keyspeaker des Abends war FDP Bundesvorstandsmitglied Frank Schäffler, der über die Ursachen und Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise referierte.

AfW-Kongress zum Jubiläum

Am folgenden Tag fand ebenfalls im Steigenberger Hotel in Berlin der Jubiläums-Kongress statt, auf dem die Herausforderungen für die Vermittler in 2013 in diversen Workshops und Podiumsveranstaltungen diskutiert wurden. 400 Besucher, 25 Aussteller, 25 Politiker und Referenten sowie sechs Medienpartner nahmen am Kongress teil. Den Ausklang des Jubiläums bildete die abendlichen Gala zu Samba-Rhythmen. (jb)

Foto: Christof Rieken

 

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

ÖPPs sollen für bessere Einkommensabsicherung sorgen

Öffentlich-private Partnerschaften (“Public-private-Partnership”) zwischen Regierung, Unternehmen, Versicherungsgesellschaften und Einzelpersonen können der entscheidende Lösungsansatz sein, um Lücken in der Einkommensabsicherung zu schließen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Zurich Versicherung.

mehr ...

Immobilien

Einzelhandel: Modebranche vor dem Umbruch

Die Anforderungen der Kunden an den Einzelhandel ändern sich. Damit ändern sich auch die Ansprüche der Mieter. Welche Herausforderungen die Branche erwartet und welche Vorstellungen die Mieter von Handelsimmobilien von der Zukunft haben, hat der Investor in Handelsimmobilien ILG untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

Monega verwaltet neuen Fonds von Wieland Staud

Die Monega Kapitalanlagegesellschaft (KAG) mbH mit Sitz in Köln hat zusammen mit der Staud Research GmbH, Bad Homburg, und der Greiff capital management AG, Freiburg, den neuen StaudFonds aufgelegt.

mehr ...

Berater

Geldanlage: Deutsche schätzen Renditechancen falsch ein

Viele Bundesbürger haben falsche Vorstellungen von den Renditechancen verschiedener Anlageformen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International hervor. Demnach unterschätzt eine Mehrheit der Deutschen zudem den Zinseszinseffekt bei Fonds.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Krux mit dem Verfallsdatum

Die neueste Cash.-Markterhebung und eine aktuelle Mitteilung der BaFin lenken den Blick auf eine spezielle Vorschrift für Vermögensanlagen-Emissionen. Einsichtig ist diese nicht – und ein Risiko auch für den Vertrieb. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Erbrecht: Ausgleichspflicht bei Berliner Testamenten

Das sogenannte Berliner Testament ist in Deutschland eine der beliebtesten und zahlenmäßig häufigsten Testierformen. In der Praxis kann dabei jedoch zu erheblichen Komplikationen kommen, etwa was die Ausgleichspflichten der Erben angeht.

mehr ...