Anzeige
15. Februar 2018, 12:49
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Gender Gap beim Sparverhalten

Trotz Niedrigzins und Inflation steht für viele Frauen in Deutschland der langfristige Vermögensaufbau nicht an erster Stelle. Das zeigt aktuell der Spar- und Anlageindex des Kreditinstituts Comdirect aus dem Jahr 2017.

Studie: Gender Gap beim Sparverhalten

Schon im Kindesalter bekommen Mädchen durchschnittlich weniger Taschengeld als Jungen.

Laut Comdirect-Index sparen Frauen im Durchschnitt 95 Euro pro Monat, Männer jedoch durchschnittlich 125 Euro. Das sei zu großen Teilen auf die jeweiligen Nettoverdienste an – für Frauen beträgt dieser im Durchschnitt 2.200 Euro im Monat, für Männer rund 2.730 Euro monatlich.

Im Verhältnis zu ihrem Einkommen werde von Frauen damit nur geringfügig weniger gespart als von Männern. Trotzdem falle auf, dass Frauen seltener langfristige Anlageformen wählen.

“Ein Blick in die Portfolios von Frauen und Männern weist Unterschiede auf, die in der Zukunft entscheidend sein können“, meint Sabine Schoon, Bereichsleiterin Corporate Strategy & Consulting und Mitbegründerin der Initiative finanz-heldinnen.

Dass Frauen weniger in Aktien und Fonds anlegen als Männer sei auf lange Sicht eine schlechte Entscheidung, da Sparbuch oder Girokonto in Zeiten von Niedrigzinsen und Inflation keine Alternativen für eine langfristige Geldanlage seien.

Finanzlücke in allen Altersgruppen

Die finanzielle Lücke zwischen Männern und Frauen beginnt laut Comdirect schon im Kindesalter, da schon Mädchen zwischen vier und fünf Jahren durchschnittlich 17 Prozent weniger Taschengeld als ihre männlichen Altersgenossen bekommen.

Noch deutlichere Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen sich im weiteren Lebensverlauf beispielsweise beim Stundenlohn. So liege der durchschnittliche Stundenverdienst von Frauen 20 Prozent niedriger als der der Männer.

Diese Lücke setze sich auch in der Rente, wo Frauen 21 Prozent weniger bekommen, und schließlich auch beim Erbe fort. Bei letzterem erhalten Frauen im Durchschnitt ein um 25 Prozent kleineres Erbe als Männer.

Kompetenz durch Auseinandersetzung

Unter anderem aus diesem Grund rief Schoon gemeinsam mit Kolleginnen die Initiative finanz-heldinnen ins Leben: “Wir möchten Frauen in Sachen Finanzen zum Umdenken bewegen und sie auf ihrem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit begleiten.“

Die Organisatorinnen der Initiative sind überzeugt, dass der Schlüssel zu mehr Finanzkompetenz in größerer Auseinandersetzung mit dem Thema liegt.

So soll die Initiative auf Herausforderungen aufmerksam machen, aufklären und Unterstützung mit Informationsangeboten und Netzwerkveranstaltungen bieten. “Denn Finanzen sind nicht nur Männersache“, sagt Schoon. (bm)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Sparen:

Finanzen 2018: Deutsche wieder optimistischer

Geldvermögen: Deutsche sparen trotz niedriger Zinsen kräftig

Finanzjahr 2017: Nur vier von zehn Deutschen blicken positiv zurück

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

ERGO forciert Lebensversicherung

ERGO holt Markus Krawczak zum Januar 2019 als Vorstand für den Maklervertrieb Leben. Zusätzlich hat ERGO zum 1. November 2018 das neue Ressort betriebliche Altersversorgung gegründet. Dieses wird von Jan Niebuhr geleitet.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung: So hoch sind die durchschnittlichen Kreditsummen

Dr. Klein hat bundesweit Alter und Kredithöhe von Immobilienkäufern untersucht. Während Eigenheimerwerber in Sachsen-Anhalt besonders jung sind, kaufen Hamburger und Berliner später eigene vier Wände. Auch bei der Kreditsumme gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

mehr ...

Investmentfonds

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...