7. Januar 2019, 14:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Porazik: “Makler bleiben zukunftsfähigste Marktteilnehmer”

Demnach rechnen Sie auch nicht mit einem Absinken der Zahl der am Markt tätigen Berater. Was macht Sie so optimistisch?

Kiener: Nein, wir rechnen nicht mit einem Absinken – im Gegenteil. Unserer Meinung nach ist und bleibt der Makler grundsätzlich der zukunftsfähigste Marktteilnehmer. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Immer mehr Gesellschaften dünnen ihre Ausschließlichkeitsorganisationen aus, immer mehr Bankfilialen schließen. Aufgrund des Urteils gegen Check24 wird auch die Konkurrenz durch die Online-Vermittlung zumindest nicht zunehmen.

Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen von Kundenseite ungebrochen. Dementsprechend werden Makler zu den Gewinnern zählen. Sie allein sind in der Lage, unabhängig, transparent und ganzheitlich zu beraten und damit den von den Kunden geforderten Überblick über den gesamten Markt zu bieten.

Unsere Prognose ist daher, dass das Versicherungsgeschäft in fünf bis zehn Jahren fast ausschließlich über Pools, andere Multiplikatoren, Vertriebe und sehr große Vermittler laufen wird, so wie das im Investmentbereich bereits heute der Fall ist.

Viele Makler werden in den kommenden Jahren aus Altersgründen aus dem Beruf ausscheiden, haben sich bisher aber noch nicht mit der Nachfolgeplanung beschäftigt – offenbar ist ihnen die Bedeutung des Themas nicht bewusst. Warum ist das so und wann sollten sich Makler idealerweise mit dem Thema beschäftigen?

Porazik: Es gibt natürlich einige juristische, aber auch wirtschaftliche Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. Womöglich ist deshalb die Hürde, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen – und das ist erforderlich – recht hoch.

Deshalb ist es in jedem Fall empfehlenswert, fachkundige Beratung (zum Beispiel durch einen Rechtsanwalt) in Anspruch zu nehmen.

Kiener: Gemäß dem Motto “Der frühe Vogel fängt den Wurm” sollten sich Makler so früh wie möglich mit der Nachfolgeplanung beschäftigen – am besten bereits ab dem ersten Kunden.

Um später eine reibungslose und vor allem rechtssichere Bestandsübertragung gewährleisten zu können, muss jeder Kunde vorab einer Übertragung seiner Daten zugestimmt haben. Veräußert ein Makler seinen Bestand ohne diese Zustimmung, ist der Bestand wertlos.

Die Zustimmung wird auch von den Versicherungsgesellschaften verlangt. Muss ein Makler diese nachträglich einholen, kann damit – je nach Größe seines Bestandes – ein enormer Aufwand verbunden sein.

Daher gilt: Mit einer frühzeitigen Vorbereitung lassen sich die Risiken deutlich reduzieren und die Chancen enorm steigern, den Wert des Bestandes regelrecht zu veredeln.

Seite vier: Unterstützung bei Bestandsnachfolge

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Krankenversicherung: Aktuare halten Beiträge bis zu 25 Prozent für möglich

Arbeitnehmer wie Arbeitgeber müssen künftig mit deutlich steigenden Sozialversicherungsbeiträgen rechnen. Davon ist neben der Rentenversicherung insbesondere die gesetzliche Kranken- (GKV) und soziale Pflegeversicherung (SPV) betroffen. Aber auch die private Kranken- und Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Darauf weist der Past President der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV), Roland Weber, heute in Köln hin.

mehr ...

Immobilien

Wie die Online- und Offlinewelten in der Maklerbranche immer mehr zusammenwachsen

Digitalisierung und Disruption sind zwei der zentralen Themen in der Immobilienbranche. Was einst in Stein gemeißelt war, erfährt aktuell mitunter durch Proptechs einen sukzessiven Wandel. Während etablierte Maklerhäuser zunehmend digitale Prozesse in ihr Tagesgeschäft integrieren, müssen sich die Proptechs darüber Gedanken machen, was sie noch analog respektive menschlich bedienen müssen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden.

mehr ...

Investmentfonds

Genug vom Brexit-Chaos: Brokerhaus GKFX zieht Retail-Geschäft aus London ab

Der Online-Broker GKFX, führender Anbieter von Online-Trading in den Bereichen Forex und CFDs, verlegt den Standort für sein Privatkundengeschäft. Grund dafür ist die unübersichtliche politische Lage in Großbritannien rund um den bevorstehenden Brexit. Sämtliche bisherige Finanzprodukte und sonstige Services wie die beliebten Webinar-Reihen bleiben bestehen und werden den Kunden künftig unter der Handelsmarke GKFX Europe angeboten. Kunden aus dem deutschsprachigen Raum werden nach wie vor vom Team der Niederlassung in Frankfurt betreut.

mehr ...

Berater

Ruhestandsplanung: Was bringen steuerliche Anreize?

Auf politischer Ebene werden zur Zeit verschiedene Ansätze diskutiert, wie die Deutschen zu einer besseren Ruhestandsplanung bewegt werden können. Cash. Online fragte die MLP-Expertinnen Miriam Michelsen und Ursula Blümer, was sie von den Vorschlägen halten.

mehr ...

Sachwertanlagen

„INP Deutsche Pflege Invest“: Offener Spezial-AIF erwirbt drei weitere Pflegeimmobilien

Das Immobilienportfolio des für institutionelle Investoren konzipierten offenen Spezial-AIF „INP Deutsche Pflege Invest“ ist um drei weitere Pflegeimmobilien ergänzt worden. Die INP-Gruppe, Asset Manager des Fonds, hat die Pflegeeinrichtung „Seniorensitz am Hegen“ in Hamburg-Rahlstedt, das „Haus St. Antonius“ in Kemnath (Bayern) und die „Altstadtresidenz Wernigerode“ in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) für den Fonds erworben.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...