2. Mai 2019, 12:55
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P&R: Anlegeranwalt warnt vor Verzicht auf Schadenersatz

P&R-Anleger, die ihr Container-Investment über Vermittler gezeichnet haben, hätten laut Ahrens aber Chancen, ihr gesamtes Kapital zu retten. Es bestehen seiner Ansicht nach Schadensersatzansprüche gegen Anlageberater und den Vertrieb. Viele Banken und Sparkassen hätten ihren Kunden die P&R-Container-Direkt-Investments empfohlen.

Dabei sei häufig nicht korrekt über Risiken aufgeklärt worden. “Wäre die vertragliche Konstellation von den Beratern auch nur oberflächlich geprüft worden, wäre sehr schnell klar gewesen, dass die Anleger tatsächlich überhaupt kein Eigentum an Containern erwerben”, sagt Ahrens. Eine mangelhafte Plausibilitätsprüfung begründe Schadensersatzansprüche.

Ganz so eindeutig ist die Sache allerdings nicht: Bislang sind auf Landgerichts-Ebene drei Urteile zugunsten und eines gegen den P&R-Vertrieb bekannt geworden.

Vertriebs-Anwälte im Gläubigerausschuss?

Ahrens rät allen P&R-Anlegern zu “besonderer Vorsicht” bei der Unterzeichnung der Vergleichsvereinbarung, weil nicht ausgeschlossen sei, dass damit auch einer sogenannten Erledigungsklausel zugestimmt wird: “Dann haben sich alle Schadensersatzansprüche unwiderruflich erledigt.”

Nach seiner Einschätzung ist es außerdem “nicht auszuschließen”, dass bestimmte Rechtsanwälte, deren Einschaltung P&R-Anlegern zu Beginn des Insolvenzverfahrens von großen Vertriebsstrukturen empfohlen wurde, heute Mitglieder des Gläubigerausschusses sind. “Damit dürfte ein starkes Interesse bestehen, die Vertriebe nicht anzugreifen und stattdessen einen Vergleich im Rahmen des Insolvenzverfahrens zu befördern”, sagt Ahrens. (sl)

Foto: Shutterstock

 

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2 Kommentare

  1. Was hier zur möglichen Erledigung von Schadensersatzansprüchen gegen Vermittler durch einen Vergleich mit dem Insolvenzverwalter gesagt wird, ist völlig abwegig, siehe schon Kommentar von Buntspecht.

    Kommentar von Michael — 6. Mai 2019 @ 09:28

  2. Wenn die Anlegerschutzanwälte für ihre Mandanten genauso sorgfältig arbeiten wie an werblichen Pressemitteilungen, dann wäre dies für die Mandanten etwas bedenklich. Die Vergleichsvereinbarung mit P&R berührt doch nicht Schadensersatzansprüche gegen Vermittler. Es handelt sich um unterschiedliche Anspruchsgegner und unterschiedliche Sachverhalte. Sehr wahrscheinlich werden die beiden Sphären P&R und Vermittler nur deshalb vermischt, damit ein Grund für eine Pressemitteilung besteht.

    Kommentar von Buntspecht — 2. Mai 2019 @ 15:09

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