Marktübersicht Sachwertanlagen: Klasse statt Masse

Das KAGB sorgt in der Branche und im Vertrieb für Unsicherheit. Bisher wurden keine Alternative Investment Funds genehmigt. Entsprechend gering fällt die Zahl der Beteiligungsangebote aus.

Am meisten zugelegt haben Wald- und Agrarfonds – allerdings bei geringer Ausgangsbasis – und Flugzeugfonds.

Ob 2013 als „annus horribilis“ oder als wichtiges Übergangsjahr auf dem Weg in eine neue, bessere Welt in die Branchengeschichte eingeht, dürfte ganz im Auge des Betrachters liegen. Fakt ist jedoch, dass das am 22. Juli in Kraft getretene Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) einen markanten Wendepunkt für die bisherigen Anbieter geschlossener Fonds markiert.

Das zeigt sich auch beim Blick auf die traditionelle Cash.-Marktübersicht der Sachwertanlagen. Sie listet Angebote auf, die sich im vierten Quartal 2013 im Vertrieb befinden und basiert auf einer umfangreichen Recherche in Beteiligungsprospekten, im Internet und einer Befragung der Emissionshäuser.

Rückgang der Fonds von 272 auf 106

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Zahl der Fonds von 272 auf 106 zurückgegangen. Darunter befinden sich neben einer größeren Zahl von Altfonds, die seit Langem auf dem Markt sind, einige Angebote, die noch vor dem Inkrafttreten des KAGB am 22. Juli aufgelegt wurden und eine Übergangsregelung nutzen können, die ein Jahr lang gilt. Bis dahin dürfen sie weiter Anlegergelder einwerben, müssen sich jedoch zum Teil auch KAGB-konform aufstellen.

Nur Fonds, die nach dem Stichtag 22. Juli keine weiteren Objekte mehr kaufen, also bis dahin ausinvestiert waren, benötigen die Anpassung an das KAGB nicht. Nach den neuen Regeln konziperte Alternative-Investment-Fonds (AIFs) wurden bisher nicht zugelassen.

Insgesamt planen die Emissionshäuser, mit den aktuellen Fonds inklusive bereits platzierter Anteile, nur noch knapp drei Milliarden Euro an Eigenkapital bei den Anlegern einzuwerben. Im vierten Quartal 2012 waren es noch 7,2 Milliarden Euro.

Immobilien stärkste Assetklasse

Damit sollen Investitionsvorhaben in Höhe von rund fünf Milliarden Euro (Vorjahresquartal: elf Milliarden Euro) finanziert werden. Die mit Abstand stärkste Assetklasse bei den Angeboten stellen wieder Immobilien dar, gefolgt von Energie und Schiffen.

FondsüberblickAm meisten zugelegt haben Wald- und Agrarfonds – allerdings bei geringer Ausgangsbasis – und Flugzeugfonds. Auch die Zahl der neuen Fonds ist im ersten Halbjahr 2013 dramatisch zurückgegangen. Die BaFin billigte gerade einmal 120 neue Prospekte von Vermögensanlagen (inklusive Genussrechte, etc.) – ein Rückgang um 54 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Selbst wenn in den ersten drei Juli-Wochen bis zum KAGB-Stichtag noch einige Fonds hinzugekommen sind und vielleicht der eine oder andere neue AIF noch vor Silvester das Licht der Welt erblickt, dürften 2013 insgesamt kaum mehr als 150 neue Fonds auf den Markt kommen.

Viel mehr als die Bestürzung über das sinkende Angebot der Emissionshäuser dürfte die Frage für Kopfzerbrechen sorgen, ob diese Offerten – trotz ihres geringen Volumens – überhaupt an den Anleger gebracht werden können.

Schließlich ist auch der Vertrieb im KAGB-Jahr äußerst verunsichert und zeigt sich sehr zurückhaltend. Er scheut vielfach Haftungsrisiken beim Verkauf von geschlossenen Fonds, die Übergangsregeln oder Bestandsschutz genießen und dürfte sein Augenmerk verstärkt auf die künftigen streng geregelten AIFs richten.

Seite zwei: Dramatischer Rückgang der Platzierungszahlen

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