20. Mai 2010, 12:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kettenreaktion: Offener Immo-Fonds CS Euroreal unter Arrest

Mit dem CS Euroreal schließt ein weiterer offener Immobilienfonds die Pforten. Erhebliche Mittelabzüge aufgrund der Regulierungspläne des BMF haben die Schweizer Großbank Credit Suisse veranlasst, mit sofortiger Wirkung die Notbremse zu ziehen.

Geschlossen-closed-top-teaser in Kettenreaktion: Offener Immo-Fonds CS Euroreal unter Arrest

Die Rücknahme von Anteilsscheinen soll zunächst für drei Monate ausgesetzt werden, wie Credit Suisse Asset Management mitteilt. Nach der Veröffentlichung der Kernpunkte aus dem Diskussionsentwurf des Bundesfinanzministeriums (BMF) Anfang Mai hätten Anleger erhebliche Mittel abgezogen, so die Begründung der Fondsgesellschaft.

Der CS Euroreal ist nach Kanam-Grundinvest und SEB Immoinvest bereits der dritte offene Immobilienfonds der seine Anteile einfriert und dies mit Kapitalflucht im Zuge der Regulierungspläne aus dem Schäuble-Ministerium begründet. Wie die anderen beiden Produkte, hat auch der CS Euroreal eine Vorgeschichte in Sachen Fondsschließung. Erstmals erwischte es ihn Ende Oktober 2008, als die Finanzkrise den ersten Domino-Effekt in der Branche verursachte. Im Juni 2009 öffnete die Credit Suisse den Fonds wieder.

Die Aussetzung der Anteilscheinrücknahme habe „aus heutiger Sicht“ keine Auswirkungen auf die Fondsrendite, teilt Credit Suisse AM mit. Die tägliche Anteilpreisermittlung werde in gewohnter Weise fortgeführt. Auch der Erwerb von Anteilscheinen sei weiterhin möglich. Zuletzt hatte Wettbewerber Morgan Stanley seinen ohnehin schon für Mittelabzüge gesperrten Fonds P2 Value komplett geschlossen.

Angesichts des erhöhten Regulierungsdrucks, den das BMF auf die Branche ausübt, hat der BVI Bundesverband Investment und Asset Management vergangene Woche neue Vorschläge unterbreitet. Der Lobby-Verband schlägt unter anderem vor, eine Haltefrist von zwölf Monaten für alle Neu-Anleger einzuführen. (hb)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GDV-Studie: Parkende Autos enormes Risiko für Radler und Fußgänger

Hunderte Fußgänger und Radfahrer verunglücken täglich in Deutschland – und fast jeder fünfte Fall hängt einer Studie zufolge mit parkenden Autos zusammen.

mehr ...

Immobilien

Erbbauzinsen werden trotz Corona überwiegend zuverlässig gezahlt

Rund ein Fünftel der Erbbaurechtsgeber hat aufgrund der Corona-Pandemie Zahlungsausfälle bei den gewerblichen Erbbaurechten zu verzeichnen. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Erbbaurechtsverbands hervor. Im Wohnbereich hingegen werden die Erbbauzinsen bisher zuverlässig gezahlt.

mehr ...

Investmentfonds

Hält die Fed eine weitere Überraschung bereit?

Die US-Notenbank (Fed) hat während der aktuellen Covid-19-Krise beispiellose Maßnahmen ergriffen, aber viele Marktteilnehmer fragen sich derzeit, ob sie noch einen Schritt weiter gehen und sich auf ein Zinskurvenmanagement – neben kurzfristigen sollen auch die längerfristigen Zinsen gesteuert werden – einlassen könnte. Ein Kommentar von Lidia Treiber, Director, Research, WisdomTree

mehr ...

Berater

Frauen in Führung kommunaler Firmen unterrepräsentiert

Frauen kommen in den Topetagen kommunaler Unternehmen einer Studie zufolge vor allem in den Bereichen voran, die in der Corona-Pandemie von Bedeutung sind.

mehr ...

Sachwertanlagen

Wealthcap bringt weiteren Immobilien-Dachfonds

Der Asset Manager Wealthcap erweitert sein Angebot mit dem neuen „Wealthcap Fondsportfolio Immobilien International I“. Es handelt sich um einen Publikums-AIF, mit mindestens 50.000 Euro ist die Einstiegshürde aber recht hoch und der Fonds richtet sich speziell an vermögende Privatanleger.

mehr ...

Recht

Erbrecht: Wann ist eine Testamentsunterschrift gültig?

Für die Unterzeichnung eines notariell errichteten Testaments genügt es, wenn der Erblasser versucht, seinen Familiennamen zu schreiben und die Unterschrift krankheitsbedingt nur aus einem Buchstaben und einer anschließenden geschlängelten Linie besteht, entschied das OLG Köln in seinem Beschluss vom 18. Mai 2020.

mehr ...