20. Januar 2011, 12:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BHW-Chef Pfeiffenberger: “Die Zinswende ist da”

Dieter Pfeiffenberger, in der Postbank-Gruppe verantwortlich für den Drittvertrieb unter der Marke DSL Bank und Vorstandsvorsitzender der BHW Bausparkasse, wagt im Cash.-Interview einen Ausblick auf die Entwicklungen im Finanzierungsjahr 2011.

Bhw-pfeiffenberger in BHW-Chef Pfeiffenberger: Die Zinswende ist da

Dieter Pfeiffenberger

Cash.: 2010 war von historisch günstigen Finanzierungskonditionen geprägt: Inwieweit spiegelt sich dies in den Zahlen für die DSL Bank und den BHW wider?

Pfeiffenberger: Die Postbank hat per 30. September 2010 einen Bestand von 73,9 Milliarden Euro bei den privaten Baufinanzierungen erreicht und ist damit der größte private Baufinanzierer in Deutschland. Wir haben unsere Vertriebswege ausgebaut und die Prozesse weiter optimiert. Davon haben unsere Kunden profitiert. Dies wird sich am Ende aber auch im Ergebnis widerspiegeln.

Cash.: Die Konditionen haben jüngst wieder angezogen. Rechnen Sie mit einem „Run“, wenn die Trendwende spürbar wird?

Pfeiffenberger: Ob wir einen „Run“ auf Baugeld erleben werden, wage ich zu bezweifeln. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Trendwende am Zinsmarkt bereits da ist. Die Konditionen für Baufinanzierungen werden daher tendenziell eher teurer. Warten und auf weitere Zinssenkungen hoffen, ist die falsche Entscheidung. Wer einen Immobilienkauf erwägt oder bereits ein passendes Eigenheim gefunden hat, sollte sich beeilen und sein Vorhaben schnell umsetzen.

Cash.: Aktuell gibt es bereits eine positive Entwicklung bei den Neubaugenehmigungen. Wird der Trend zum Eigenheim und zur Immobilie als Anlageimmobilie Ihrer Ansicht nach auch in 2011 anhalten?

Pfeiffenberger: Der seit rund einem Jahr anhaltend positive Trend bei den Baugenehmigungen spiegelt sowohl die Zuversicht von privaten Bauherren aus der stabilen Entwicklung am Arbeitsmarkt, als auch die Suche von Investoren nach wertstabilen Anlagen wider. Dabei hat das niedrige Niveau der Hypothekenzinsen sowohl den Selbstnutzern als auch den Investoren geholfen. Ich gehe davon aus, dass der Wohnungsneubau auch 2011 bei weiterer positiver Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Einkommen weiter zulegen wird. Gerade in den Wachstumsregionen ist mit einer anhaltend steigenden Anzahl der Baugenehmigungen zu rechnen.

Cash.: Wohn-Riester-Produkte sind nach anfänglichen Startschwierigkeiten mittlerweile sehr gefragt und das ganz ohne eine Modifizierung des gesetzlichen Rahmens. Wie lässt sich dieser Wandel in der Akzeptanz der Eigenheimrente aus Ihrer Sicht begründen?

Pfeiffenberger: Als die ersten Wohn-Riester-Produkte im Jahr 2008 auf den Markt kamen, erreichte die Finanzkrise ihren Höhepunkt. Weltweit ging die Konjunktur auf Talfahrt. Die Turbulenzen an den Kapitalmärkten und der Wirtschaftsabschwung haben den Wunsch der Menschen deutlich verstärkt, mit Wohneigentum und nicht mit Aktien für ihr Alter vorzusorgen. Die Euro-Krise im letzten Frühjahr hat Wohn-Riester weiter gestärkt. Allerdings würden wir uns wünschen, dass die harten gesetzlichen Auflagen gelockert werden.

Seite 2: Warum die Verbraucherkreditrichtlinie Nachbesserungsbedarf hat

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. […] Die Zeitschrift cash hat Dieter Pfeiffenberger, in der Postbank-Gruppe verantwortlich für den Drittvertrieb unter der Marke DSL Bank und Vorstandsvorsitzender der BHW Bausparkasse, interviewt. Dort wagt er einen Ausblick auf die Entwicklungen im Finanzierungsjahr 2011. BHW-Chef Pfeiffenberger: “Die Zinswende ist da” […]

    Pingback von Linkschleuder 20110121: Lebensversicherung, Private Krankenversicherung, Zinswende, Schrottimmobilien, Elementarschäden | Informationen zu Versicherungen und Altersvorsorge — 21. Januar 2011 @ 10:04

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Nachfolgeplanung: Die Hoffnung ruht zu Unrecht auf dem Mitbewerber

Ein Drittel der Maklerbetriebe ist im Hinblick auf die eigene Altersversorgung auf den Verkauf des Betriebes angewiesen. Dessen ungeachtet haben 48 Prozent der Befragten noch keine Nachfolgeregelung geplant oder getroffen. Dies ist zentrales Ergebnis einer Studie zum Thema Unternehmensnachfolge in Maklerbetrieben, die die Versicherungsforen Leipzig gemeinsam mit den Maklerforen Leipzig und der Berufsakademie Dresden durchgeführt haben.

mehr ...

Immobilien

Warum der Mietendeckel Mietern nicht hilft

Der Berliner Senat will den sogenannten Mietendeckel einführen, die Bestandsmieten also für fünf Jahre einfrieren. Es soll eine Antwort auf die kräftigen Mietpreissteigerungen der vergangenen Jahre sein, die vielen Berlinern zu schaffen machen – 84 % der Berliner Haushalte leben zur Miete. Ein Kommentar von Nedeljko Prodanovic, Geschäftsführer Stonehedge, zum Mietdeckel

mehr ...

Investmentfonds

Doppelschlag von Fed und EZB

Auf der Pressekonferenz der US-Notenbank am vergangenen Mittwoch war die Ansage von Jerome Powell eindeutig: Sollte der Handelskrieg weiter schwelen und somit auch das Erreichen des Inflationsziels gefährden, stehe die Fed Gewehr bei Fuß, um die Zinsen erstmals seit 2008 zu senken. Noch deutlicher war die Kunde, welche die sogenannten Dots verbreiteten. Ein Kommentar von Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei Blackrock.

mehr ...

Berater

Banken schöpfen digitales Potential nicht aus

Capco, Management- und Technologieberatung mit Fokus auf die Finanzdienstleistungsbranche, veröffentlicht eine neue Studie zum Stand der Digitalisierung im Kreditgeschäft von Banken. Befragt wurden Kunden und Führungskräfte von mehr als 100 Kreditinstituten zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen über den Stand der Digitalisierung im Kreditgeschäft. Das Zeugnis für die Banken fällt dabei ernüchternd aus.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Sehr positive Resonanz der Gläubiger auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter

Die Gläubiger in den Insolvenzverfahren der deutschen P&R Gesellschaften haben sehr positiv auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter reagiert. Bislang haben schon über 95 Prozent der Gläubiger bzw. deren anwaltliche Vertreter ihre Zustimmung zum Vergleich über die Forderungsfeststellung erklärt. Insgesamt wurden in den vier Insolvenzverfahren über 80.000 Schreiben an rund 54.000 Gläubiger verschickt.

mehr ...

Recht

Versicherungspolicen: Wo es Steuern zurückgibt

In diesem Jahr verlängert sich erstmalig die Frist zur Abgabe der Steuererklärung auf den 31. Juli. Besonders Steuererklärungs-Muffel wird die zwei-monatige Fristverlängerung freuen. Dabei kann man mit den richtigen Tipps und Kniffen durchaus eine ganze Menge der gezahlten Steuern wiederbekommen. Dies gilt auch für die abgeschlossenen Versicherungspolicen.

mehr ...