Anzeige
12. März 2014, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schadet die Mietpreisbremse mehr als sie nützt?

Die Nettokaltmieten in Deutschland sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten preisbereinigt gesunken. Zu diesem Ergebnis kommt das Kieler Institut für Weltwirtschaft in einem Arbeitspapier. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen nutzt die Analyse, um gegen die Mietpreisbremse zu protestieren.

Gedaschki Bundesverbanbd-deutscher-Wohnungs-und-Immobilienunternehmen in Schadet die Mietpreisbremse mehr als sie nützt?

“Ein Mietendeckel bremst den so dringend benötigten Wohnungsbau aus und verhindert damit, dass in den Ballungsgebieten wieder mehr Wohnungen errichtet werden”, meint Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.

Nach Aussagen des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) kommen Forscher des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in einem Arbeitspapier zu dem Schluss, dass die Nettokaltmieten in Deutschland rückblickend preisbereinigt abnahmen. Es seien nur in einigen Gebieten stark ansteigende Preise beobachtet worden.

“Damit belegen die Daten erneut, dass eine Mietpreisbremse auf dem deutschen Wohnungsmarkt insgesamt mehr Schaden anrichten würde, als dass sie Mietern helfen würde”, betont Axel Gedaschko, Präsident des GdW. “Denn ein Mietendeckel bremst den so dringend benötigten Wohnungsbau aus und verhindert damit, dass in den Ballungsgebieten wieder mehr Wohnungen errichtet werden.”

Auch Berechnungen des GdW zufolge fällt der Anstieg der Mieten in bestehenden Verträgen in den vergangenen Jahren real deutlich niedriger aus als bisher angenommen. Dies sei insbesondere dann der Fall, wenn man die Inflation herausrechnet. Während die Nettokaltmieten bundesweit in den Jahren 2000 bis 2012 nur um 16 Prozent gestiegen sind, haben sich im gleichen Zeitraum die durchschnittlichen Nettolöhne um 20,1 Prozent und der Verbraucherpreisindex um 21,5 Prozent erhöht, so der GdW. Seit 2009 entwickelten sich die Nettolöhne oberhalb der Inflationsrate.

Energiepreise treiben Mieten in die Höhe

Die Beobachtungen der Forscher des Kieler Instituts für Weltwirtschaft bestätigen aus Sicht des GdW-Chefs Gedaschko auch, dass der größte Preistreiber bei den Wohnkosten weiterhin die Energiepreise sind. Die Verbraucherpreise für Gas, Heizöl und andere Haushaltsenergie seien seit dem Jahr 2000 um über 117 Prozent gestiegen. “All dies sind Kosten, auf die der Vermieter nur begrenzten Einfluss hat”, erklärt Gedaschko.

Erhöhungen bei Neu- und Wiedervermietung sind moderat

Bei den Angebotsmieten für die Neu- und Wiedervermietung von Wohnungen hat der GdW zuletzt einen moderaten Anstieg beobachtet. Die Mieten seien im Jahr 2012 um 3,3 Prozent gestiegen und liegen im Durchschnitt bei einer Nettokaltmiete von 6,59 Euro pro Quadratmeter. Nach Auswertungen des GdW sind die Mieten lediglich in knapp 70 von 386 Kreisen und kreisfreien Städten um mehr als vier Prozent gestiegen. In den Ballungszentren wie Hamburg, Berlin, München, Frankfurt und Stuttgart sind deutlich spürbare Mieterhöhungen zu beobachten.

Mietpreisbremse schreckt Investoren ab

“Eine Mietpreisbremse hilft bundesweit überhaupt nicht weiter: Sie bremst nicht die steigenden Kosten für das Wohnen aus, sondern schreckt Investoren ab und verhindert damit den dringend notwendigen Neubau“, erklärt Gedaschko. “Dadurch verschlimmert sich die Situation in vielen Großstädten weiter und das ganze Drama und das Problem des mangelnden Wohnraums wird lediglich weiter in die Zukunft verschoben.”

Notwendig sei eine Marktentspannung. “Diese erreichen wir nur durch eine Intensivierung der Neubauförderung. Hierzu sind unter anderem eine vermehrte Baulandausweisung, zügigere Baugenehmigungsverfahren, die Abgabe von preiswerten Grundstück gegen Mietbindungen und eine Sonder-AfA von vier statt bislang zwei Prozent in den Hotspots notwendig”, so Gedaschko.

Staat soll bezahlbaren Wohnraum schaffen

Um eine Verdrängung von Mietern aus ihrer angestammten Umgebung zu verhindern, ist aus Sicht des GdW eine verlässliche staatliche Förderung notwendig. “Um auch in den betroffenen Ballungsregionen finanziell schwächer gestellte Menschen weiterhin ausreichend mit bezahlbarem Wohnraum versorgen zu können, sind auch die Länder in der Pflicht: Sie müssen die bis Ende 2019 zugesagten Bundesmittel für die Wohnraumförderung in Höhe von 518 Millionen Euro pro Jahr unbedingt zweckgebunden einsetzen. Sonst drohen erhebliche soziale Probleme in den Quartieren, bis hin zu einer sozialen Segregation”, bemerkt Gedaschko abschließend. (st)

Foto: Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen

Anzeige
Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Altersvorsorge: Niedrigzins und neue Produktideen

Die Altersvorsorge befindet sich im Umbruch, diverse neue Produkte drängen auf den Markt. Auch die Gothaer hat ihr Portfolio überarbeitet und ist mit einem neuen Angebot gestartet. Am Anfang der Produktentwicklung stand eine umfangreiche Marktanalyse.

Gastbeitrag von Michael Kurtenbach, Gothaer Leben

mehr ...

Immobilien

Vonovia vereinbart Kooperation mit französischer Groupe SNI

Der Immobilienkonzern Vonovia und sein französisches Pendant, die Groupe SNI, haben vereinbart, zusammenzuarbeiten. Die Unternehmen wollen gemeinsam nach Wachstums- und Investitionsmöglichkeiten suchen.

mehr ...

Investmentfonds

George Soros überträgt Großteil seines Vermögens an eigene Stiftung

Der Finanzinvestor George Soros hat einen Großteil seines Vermögens seine Stiftung Open Society übertragen, die damit zur zweitgrößten Stiftung in den USA wurde. Nur die Bill & Melinda Gates Foundation verfügt noch über mehr Kapital.

mehr ...

Berater

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Capital Stage baut institutionelles Erneuerbare-Energien-Portfolio aus

Die innerhalb der Capital Stage Gruppe auf das Asset-Management-Geschäft für institutionelle Anleger spezialisierte Chorus Clean Energy AG hat für einen von ihr gemanagten Luxemburger Spezialfonds weitere Solar- und Windparks in Deutschland mit einer Gesamterzeugungsleistung von nahezu 20 MW erworben.

mehr ...

Recht

Immobilienverkauf: Die wichtigsten Schritte für Käufer und Verkäufer

Beim Immobilienverkauf sind unabhängig von der Preisverhandlung einige Schritte nötig, die sich bei Käufer und Verkäufer gar nicht so sehr unterscheiden. Wie sich beide Parteien auf den Notartermin vorbereiten sollten und welche Dokumente dafür wichtig sind:

mehr ...