Anzeige
25. April 2017, 08:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

ZIA: Senkung der Grunderwerbsteuer wäre beste Eigenheimförderung

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) fordert, die Grunderwerbssteuer zu senken. Bei der Förderung von Wohneigentum sollte die Regierung nicht auf Zuschüsse sondern auf Steuersenkungen setzen.

Haus-schluessel-schlussel-geld-shutterstock 491600317 in ZIA: Senkung der Grunderwerbsteuer wäre beste Eigenheimförderung

Kaufnebenkosten sind aus Sicht des ZIA die größte Hürde für Immobilienkäufer.

Eine neue Förderung der Eigentumsbildung in Deutschland ist laut dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) nicht notwendig, wenn der Gesetzgeber stattdessen auf eine Reduktion der Hemmnisse beim Immobilienkauf vor allem in Form hoher Erwerbsnebenkosten setzt. Das ist die Kernaussage des Gutachtens “Zur Rationalität einer neuen Eigenheimförderung”, das das IW Köln im Auftrag des ZIA erstellt hat.

Hürden abbauen statt fördern

“Wohneigentum ist ein wichtiges Standbein unserer Gesellschaft und ein sehr gutes Mittel zur Altersvorsorge. Die Grundidee der Politik, den Wohnungskauf zu fördern, ist richtig und wichtig. Doch brauchen wir dafür keine neue Förderung. Wir sollten vielmehr darauf setzen, bestehende Hürden insbesondere durch zu hohe Grunderwerbsteuer-Sätze abzubauen und so die Attraktivität von Wohneigentum zu erhöhen”, sagt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA.

Die hohen Erwerbsnebenkosten seien das Kernproblem beim Wohnungskauf. Die Ideen zur Förderung von Wohneigentum würden ins Leere laufen, wenn die Nebenkosten weiter steigen würden.

“Eigenheimzulagen und Familienförderungen setzen nicht am eigentlichen Problem an, sondern behandeln lediglich Symptome. Die Eigenheimzulage hatte den Steuerzahler zu ihrer Zeit mehr als elf Milliarden Euro pro Jahr gekostet. Die bundesweite Senkung der Grunderwerbsteuer auf ein einheitliches Niveau wäre weitaus günstiger als eine solche Förderung und würde die Hürden beim Wohnungskauf erheblich reduzieren”, sagt Mattner.

Kaufnebenkosten über zehn Prozent

Beim Kauf einer Wohnung werden laut ZIA in Deutschland Makler- und Notargebühren sowie Kosten für die Grundbucheintragung fällig. Hinzu komme die Grunderwerbssteuer, die je nach Bundesland unterschiedlich hoch ausfalle. Seit 2007 hätten 14 von 16 Bundesländern den Satz für die Grunderwerbsteuer von ursprünglich 3,5 Prozent auf bis zu 6,5 Prozent angehoben.

Für eine Wohnimmobilie in Nordrhein-Westfalen mit einem Wert von 250.000 Euro müssten Käufer beispielhaft etwa 28.000 Euro Erwerbsnebenkosten zahlen, dies entspreche einer Quote von 11,6 Prozent am Immobilienpreis. Mehr als die Hälfte davon (16.250 Euro) würden auf die Grunderwerbsteuer entfallen.

Grunderwerbssteuer ist größter Nebenkostenfaktor

“Die Grunderwerbsteuer ist der größte Nebenkostenfaktor für Wohnungskäufer. Während Bayern und Sachsen noch auf dem ursprünglichen Niveau von 3,5 Prozent verblieben sind, werden in Brandenburg, NRW, dem Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen bereits 6,5 Prozent erhoben”, sagt Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte des IW Köln.

Für Käufer sei dies insbesondere deswegen problematisch, weil Banken aufgrund der stärkeren Reglementierung der Kreditvergabe die Nebenkosten nicht mehr finanzieren würden. Dazu kämen die konservativen Eigenkapitalanforderungen.

“Bei einem Immobilienwert von 250.000 Euro in NRW müssten Käufer im Durchschnitt rund 50.000 Euro an Eigenkapital mitbringen. Zusätzlich wird auch noch Geld für den Umzug und neue Möbel benötigt”, sagt Voigtländer.

Das IW Köln hat für den ZIA auch die durchschnittlichen Erwerbsnebenkosten in Deutschland mit den Nachbarstaaten verglichen. Während diese laut IW Köln nur in Belgien mit 15,2 Prozent höher liegen als in Deutschland mit 12,7 Prozent, liegen sie in Österreich (9,1 Prozent), Frankreich (8,5 Prozent) und den Niederlanden (6,4 Prozent) zum Teil deutlich darunter. (kl)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

2 Kommentare

  1. Ist doch schon Ironie. Die SPD regierten Bundesländer haben die meisten Nebenkosten
    (siehe Grunderwerbssteuer). Wenn die Nebenkosten sinken, werden die Verkäufer die Kaufpreise anheben und somit wieder alles ausgleichen.

    Kommentar von Peter — 18. Oktober 2017 @ 11:38

  2. Das kommt leider etwas zu spät, da die Grunderwerbssteuer ja gerade erst massiv erhöht worden ist. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals eine systemrelevante Steuer gesenkt oder abgeschafft worden ist. Dazu fehlt über alle Parteien hinweg leider der politische Wille. Siehe dazu auch den Soli !

    Kommentar von Rudolf Schmitz — 25. April 2017 @ 17:30

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Olaf Scholz’ Rentenpläne: Für DIA eine “unverantwortliche Vorfestlegung”

Die rentenpolitischen Überlegungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz sorgen für deutlichen Widerspruch. Nachdem sich bereits Union und Grüne heftig über den Vorschlag echauffierten, warnt nun das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) deutlich vor Steuererhöhungen zur Finanzierung der künftigen Renten.

mehr ...

Immobilien

LBS: Nur jeder dritte Immobilienkäufer zahlt Maklergebühr

Der Kauf einer Immobilie ist mit einer Reihe von Nebenkosten verbunden. In jedem dritten Fall wird nach einer Analyse der LBS neben der Grunderwerbsteuer auch Maklergebühr fällig. Ist die Vergütung gerechtfertigt?

mehr ...

Investmentfonds

Absolute-Return-Strategien verlieren relativ an Bedeutung

Die Nachfrage nach Absolute-Return-Strategien und alternativen UCITS-Fonds wächst kontinuierlich und damit auch das von ihnen verwaltete Kapital. Das sind Ergebnisse einer Studie von Lupus alpha, die auch aufdeckt, warum klassiche Absolute-Return-Fonds relativ an Bedeutung verlieren, obwohl auch sie wachsen:

mehr ...

Berater

Firmenkunden erwarten digitale Lösungen

80 Prozent der kleinen Unternehmen und Gewerbekunden in Deutschland nutzen inzwischen Online-Banking. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Star Finanz, einem Anbieter von Online- und Mobile-Banking-Lösungen. Bei Star Finanz wird erwartet, dass sich der Digitalisierungsgrad im Firmenkundengeschäft weiter erhöhen wird. 

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Zweitmarkt-Schuldverschreibung von Secundus

Die Secundus Erste Beteiligungsgesellschaft mbH emittiert das „SubstanzPortfolio 3“. Investiert wird unter anderem in Zweitmarktanteile der Anlageklassen Immobilien, Schiffe, Flugzeuge, Erneuerbare Energien und Private Equity/Infrastruktur.

mehr ...

Recht

Umsatzsteuerkartell aufgeflogen – Betrug im größten Stil

Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der Schaden könnte mehrere 100 Millionen Euro betragen.

mehr ...