13. August 2018, 08:49
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fachkräftemangel bremst den Wohnungsbau

Klempner, Heizungsinstallateure und Co. dringend gesucht: Trotz voller Auftragsbücher bei den Bauunternehmen geht der Wohnungsbau schleppend voran. Nach Einschätzung der KfW bremsen ihn fehlende Fachkräfte und der Baulandmangel.

Fachkräftemangel bremst den Wohnungsbau

Der Studie zufolge mangelt es an Fachkräften im Klempner-, Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk.

Die wichtigste Ursache für Engpässe auf dem Wohnungsmarkt seien nicht zu langsame Genehmigungen der Kommunen oder zu wenige Bauwillige.

Eine zentrale Rolle spielten vielmehr Kapazitätsengpässe in der Bauwirtschaft – zunehmend ausgelöst durch Fachkräftemangel, heißt es in einer Studie der staatlichen Förderbank.

Auftragsbücher prall gefüllt

“In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Schere zwischen Baugenehmigungen und Baufertigstellungen im Wohnungssektor immer weiter geöffnet. Aktuell warten in Deutschland 653.000 genehmigte Wohnungsneubauten auf Umsetzung”, erläuterte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

Die Auftragsbücher der Bauunternehmen sind prall gefüllt, doch weil Fachkräfte fehlen, können sie nicht schnell genug abgearbeitet werden.

Während das Bauhauptgewerbe, zum Beispiel Hochbauunternehmen, den Angaben zufolge die Lücke bislang mit Mitarbeitern aus dem Ausland füllt, fehlen im Bauhandwerk zunehmend qualifizierte Kräfte.

Kaum qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen

Der Studie zufolge mangelt es an Fachkräften im Klempner-, Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk. Das zeige die hohe Zahl und die lange Dauer gemeldeter offener Stellen bei der Bundesarbeitsagentur, sagte Zeuner.

Vor allem Meister seien schwer zu bekommen, aber zunehmend auch andere qualifizierte Mitarbeiter. “Der Fachkräftemangel wird allmählich zum größten Risiko für eine Ausweitung der Bautätigkeit in Deutschland”, warnte der Ökonom.

Daneben bremst den Angaben zufolge knappes Bauland den Wohnungsbau in Ballungszentren. In dicht bevölkerten Metropolen wie München oder Frankfurt stoße mittlerweile auch die Nachverdichtung, also das Bauen in Lücken oder das Aufstocken von Wohnungen, an Grenzen.

Fertigstellungen bleiben hinter Bedarf zurück

Hinzu komme, dass manche Bauherren den Beginn der Arbeiten nach der Genehmigung verzögerten, weil sie auf steigende Mieten oder sinkende Baupreise hofften.

Die KfW rechnet damit, dass in diesem Jahr mehr als 300.000 neue Wohnungen (2017: 285.000) fertiggestellt werden. Das wären zwar so viele wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr.

Dennoch bleibe die Zahl nach wie vor weit hinter dem Bedarf zurück. Um die Wohnungsnot wirksam zu bekämpfen, müssen Prognosen zufolge bis 2020 jährlich 350.000 bis 400.000 Einheiten gebaut werden. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Immobilienbranche:

Patrizia kauft in Brüssel ein

Prognose: Europas Baubranche verliert an Fahrt

Immobilienklima: “Deutschland im Krisenmodus”

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Ersatzteile werden um fünf Prozent teurer: Treiben Hersteller die Preise?

Ersatzteile wie Scheinwerfer, Windschutzscheiben und Kotflügel sind in den letzten zwölf Monaten erneut deutlich teurer geworden. Zwischen August 2019 und August 2020 haben die Autohersteller die Preise im Schnitt um fast fünf Prozent erhöht, wie aus einer aktuellen Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht. Einige Ersatzteile wurden sogar noch teurer.

mehr ...

Immobilien

Studie: Homeoffice lässt Bürobedarf in Frankfurt sinken

Die zunehmende Verbreitung von Homeoffice infolge der Corona-Krise könnte laut einer Studie die Büronachfrage in Frankfurt einbrechen lassen. Mittelfristig werde der Flächenbedarf um 10 bis 14 Prozent des Bestands fallen, schätzt der Immobilienspezialist NAI Apollo. Im Extremfall werde der Rückgang 20 Prozent betragen, heißt es in einem jetzt veröffentlichten Papier.

mehr ...

Investmentfonds

Spitzenreiter Deutschland: Höchste Innovationsfähigkeit und beste Bedingungen für Start-ups

Deutschland belegt hinsichtlich der Standortattraktivität für Unternehmertum und Start-ups weltweit den ersten Platz. Wie aus einer neuen Infografik von Kryptoszene.de hervorgeht, hat die Bundesrepublik auch in anderer Hinsicht eine führende Position inne.

mehr ...

Berater

Project: Vertriebs-Chef wird Holding-Vize

Mit Wirkung zum 21. September 2020 ist Alexander Schlichting (45) vom Aufsichtsrat der Project Beteiligungen AG zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Holdinggesellschaft der Project Investment Gruppe ernannt worden. Der Holding-Vorstand wird damit von zwei auf drei Mitglieder erweitert.

mehr ...

Sachwertanlagen

Ökostrom-Anteil in diesem Jahr bisher bei rund 48 Prozent

Nahezu die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland wurde in den ersten neun Monaten des Jahres aus erneuerbaren Energien gedeckt. Der Ökostrom-Anteil soll weiter steigen.

mehr ...

Recht

Reform der Mietspiegelverordnung sorgt für Quantensprung

Die Mietspiegelkommission der gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V. sieht den Gesetzentwurf zur Reform des Mietspiegelrechts als gelungen an.

mehr ...