5. Juni 2018, 16:01
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IVD: Mietrechtsverschärfungen zementieren Zweiklassengesellschaft

Am Dienstag legte Bundesministerin Katarina Barley einen Entwurf zur Ressortabstimmung vor, durch den die Mietpreisbremse verschärft und ausgeweitet werden soll. Dagegen spricht sich der Immobilienverband IVD aus.

IVD: Mietrechtsverschärfungen zementieren Zweiklassengesellschaft

Laut IVD fördert Wohneigentum die soziale Integration und macht Altersarmut unwahrscheinlicher.

“Wer den Menschen helfen will, muss Eigentum fördern. Sonst teilt sich die Gesellschaft in Eigentümer und Mieter – das wäre eine gefährliche Entwicklung”, so Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands.

Besitzer von Wohneigentum müssen sich nicht nur weitaus weniger um Altersarmut sorgen, es fördere auch die soziale Integration: “Auch für Menschen mit Migrationshintergrund ist Wohneigentum der beste Weg, in Deutschland anzukommen und sich beheimatet zu fühlen.”

Soziales Ungleichgewicht wird zementiert

Schick zufolge übernimmt, wer Eigentum erwirbt, Verantwortung für sich, sein Haus, seine Straße und seinen Stadtteil. All das gelte es, in einer sozialen Gesellschaft zu fördern.

“Wer mit immer neuen Mietrechtsklauseln meint, den Menschen zu helfen, zementiert dagegen das soziale Ungleichgewicht”, so Schick weiter. “Wir alle spüren den schärferen Ton: Immer häufiger wird von ‘den Eigentümern‘ und ‘den Mietern’ gesprochen.”

Spaltung sei der falsche Weg und führe langfristig zu sozialen Spannungen. Diese werden durch eine reine Mietenpolitik noch verschärft, da sie den Mietern die Chancen nehme, Eigentum zu erwerben.

Weitere Fördermaßnahmen nötig

Jetzt sei es wichtig, die schon gemachten Schritte weiterzugehen: “Das Baukindergeld ist ein erstes gutes Mittel, um mehr Menschen in Eigentum zu bringen und den Kostendruck beim Erwerb zu entschärfen”, erklärt Schick.

“Der IVD hat daher die Einführung des Baukindergeldes von vornherein gefordert und das Projekt im Wahlkampf unterstützt.” Mit dem Baukindergeld können die monatlichen Zinsraten um bis zu 32 Prozent gesenkt werden, wovon Familien mit Kindern sowohl in Ballungsgebieten als auch auf dem Land profitieren.

Nun seien weitere Fördermaßnahmen nötig. So müsse beispielsweise die Einführung von Kreditbürgschaften durch die Förderbanken geprüft werden. Mit diesen könne die Eigenkapitalquote, die die größte Hürde beim Eigentumserwerb sei, deutlich gesenkt werden. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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