20. Februar 2018, 10:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Verbände: Baukindergeld würde das Bauen teurer machen

Gegen den Wohnungsmangel wird das geplante Baukindergeld aus Sicht von Mieter- und Eigentümervertretern nicht helfen. Die Bauunternehmen werden die Preise bald entsprechend erhöhen, hieß es vom Verband Haus und Grund und vom Deutschen Mieterbund.

Verbände: Baukindergeld würde das Bauen teurer machen

Eine geringere Grunderwerbsteuer wäre laut Haus und Grund ein effektiveres Mittel zur Steigerung der Wohneigentumsquote.

“Das wird eins zu eins auf diese Kosten aufgeschlagen”, sagte Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes, der Deutschen Presse-Agentur.

Haus- und Grund-Präsident Kai Warnecke betonte: “Die ganz ähnlich konstruierte Eigenheimzulage, die von 1995 bis Ende 2005 gezahlt wurde, sollte ein mahnendes Beispiel sein.” Für die, die ohnehin bauen oder kaufen wollten, wäre das Baukindergeld demnach zwar ein nettes, aber kein notwendiges Plus.

Marktexperten sind skeptisch

Der geplante Zuschuss dürfte auch am heutigen Dienstag eine Rolle spielen, wenn die Immobilienbranche ihr Gutachten zur Marktlage vorstellt. Demnach hat das Jahr 2017 sämtliche Rekorde gebrochen.

Doch trotz weiter niedriger Zinsen gibt es bei den Experten auch Skepsis: Vielerorts seien die Kauf- und Mietpreise jetzt sehr hoch, zugleich sei das politische Umfeld unsicher, hieß es vorab.

Union und SPD hatten das Baukindergeld in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. Wer ein Haus oder eine Wohnung baut oder kauft, soll zehn Jahre lang je Kind und Jahr einen Zuschuss von 1200 Euro erhalten. Das gilt demnach für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 75 000 Euro zuzüglich 15 000 Euro je Kind.

Probleme sind quantitativ

Haus und Grund erklärte, es gebe effektivere Mittel, um den Weg in die eigenen vier Wände zu ebnen, etwa eine geringere Grunderwerbsteuer.

“Wir brauchen keine Subventionierung, damit irgendjemand Eigentumswohnungen kauft”, sagte Ropertz vom Mieterbund. “Wir haben ein quantitatives Problem: Uns fehlen Wohnungen, insbesondere preiswerte.” In den Städten und Ballungsräumen fehle dafür der Baugrund.

Um mit seinen Flächen gestalten zu können, solle er Staat Grundstücke nicht mehr an private Investoren verkaufen, sondern sie per Erbpacht vergeben. Der Bund solle nur an die Kommunen veräußern. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Baufinanzierung:

Das Multikanal-Paradoxon

Zinsentwicklung: Anzeichen für eine Trendwende?

Nervosität auf dem Zinsmarkt: Baufinanzierungszinsen im Aufwind

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Versicherungsgruppe die Bayerische: Erneute Auszeichnung als „fairer Versicherungspartner“

Der Expertenbeirat des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) hat die Bayerische erneut als fairen Versicherungspartner mit dem Urteil „sehr gut“ (vier Sterne) ausgezeichnet.

mehr ...

Immobilien

Gute Alternative: „Grundstücksmiete“ statt Grundstückskauf

Bei steigenden Kosten für Bauland kann ein Erbbaugrundstück eine gute Alternative für Bauherren sein. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds e.V. (BSB). Beim Erbbaurecht wird der Bauherr Mieter des Grundstücks – und nicht Eigentümer.

mehr ...

Investmentfonds

„Das Unternehmen ist das entscheidende Investment“

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint beinahe täglich größere Kreise zu ziehen und Anleger immer stärker zu verunsichern. Cash. sprach mit Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch, wie sich Anleger jetzt verhalten sollen und welcher Ausgang des Konflikts realistisch ist.

mehr ...

Berater

“Es stehen noch viele Innovationen aus”

Der Sektor Medizintechnik verzeichnet seit Jahren hohe Wachtumsraten. Cash. befragte Marc-André Marcotte, Partner des Private Equity Teams von Sectoral Asset Management, zu den Perspektiven und was bei Investments in diesen Bereich besonders wichtig ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Investment erwirbt Wohnanlage in Berlin-Neukölln

Die Deutsche Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft hat in Berlin-Neukölln eine Wohnanlage mit 286 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten auf rund 16.500 Quadratmetern Mietfläche erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen eines Individualmandats für einen institutionellen Investor, welchen die Deutsche Investment im Verbund mit der EB GROUP betreut. Verkäufer ist eine private Eigentümergemeinschaft. Der Nutzen-/Lastenwechsel erfolgt voraussichtlich zum 1. Oktober 2019. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...