29. Januar 2020, 12:06
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Jahresendrallye bei Immobilienpreisen im Norden und Osten

Nicht nur an den Aktienmärkten werden Höchstmarken erreicht – auch die Immobilienpreise klettern zum Jahresende kräftig: In allen untersuchten Metropolregionen steigen sie deutlich. Die Häuserpreise in Berlin legen im Vergleich zum Vorjahr um von fast 14 Prozent zu – absoluter Spitzenwert in den Metropolregionen in Nord und Ost.

 

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Hauspreise in Berlin mit deutlichem Zuwachs.

Berlin: Medianpreis für Häuser auf neuem Höchstwert

Zum Jahresende knackt Berlin einen Rekord: Erstmals steigt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Häuser an der Spree auf 3.000 €/qm. Damit behauptet Berlin den Spitzenplatz knapp vor Hamburg. Allerdings ist eine gewisse Verunsicherung in der Hauptstadt spürbar: „Der Mietendeckel wirft seine Schatten voraus“, sagt Ekkehard Enkelmann, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Berlin. „Gerade Käufer, die eine Immobilie als Kapitalanlage betrachten, zögern. Auch die finanzierenden Banken kalkulieren vorsichtiger und gehen bei den zu erwartenden Mieteinnahmen eher vom worst case aus. Da wird bei der Bonität jetzt sehr genau hingeschaut“, berichtet Enkelmann. „Hinzu kommt der große Zeitdruck bei potenziellen Käufern, um beim Wunschobjekt auch den Zuschlag zu bekommen. Vor allem bei 100-Prozent-Finanzierungen benötigen die Banken zum Teil bis zu fünf Wochen Bearbeitungszeit. Es werden zusätzliche Gutachten eingeholt, um sich abzusichern. In der Zwischenzeit sind die gewünschten Objekte häufig schon vom Markt“, so Enkelmann. Ungeachtet dieser Entwicklung steigt der Medianpreis pro Quadratmeter bei Berliner Häusern gegenüber dem letzten Vierteljahr nochmals um 65 Euro.

Bei Wohnungen klettert der Index verglichen mit dem 3. Quartal um satte 4,3 Prozent. Käufer von Eigentumswohnungen zahlen im Schnitt 4.505 €/qm und damit rund 360 Euro mehr als in Hamburg. Der Höchstpreis pro Quadratmeter liegt konstant bei 12.000 €/qm – der Spitzenwert im Norden und Osten. Eine zeitnahe Trendwende ist derzeit nicht zu erwarten.

Dresden: deutlicher Preisanstieg bei Eigentumswohnungen

Nicht jeder Höchstwert wird in Berlin aufgestellt, denn Zwinger, Frauenkirche und Co. stehen nicht nur bei Touristen hoch im Kurs. Eigentumswohnungen in Elbflorenz sind zum Jahresende stark nachgefragt und verteuern sich im Vergleich zum Vorquartal um 5,3 Prozent. Dies ist der höchste Preisanstieg aller Immobilien in den untersuchten Regionen.

Der Wohnungsindex steigt damit auf den Höchstwert von 179,1. Für die teuersten Wohnungen zahlen Käufer bis zu 5.727 €/qm – dies entspricht weniger als die Hälfte der Höchstpreise in der Hauptstadt. Der Preisanstieg bei Häusern fällt mit 1,2 Prozent deutlich moderater aus. Im Schnitt kostet das Eigenheim 2.433 Euro pro Quadratmeter.

Hamburg: Einstiegspreise für Wohnungen auf Rekordniveau

Auch in der Hansestadt werden Rekorde aufgestellt: mindestens 1.395 €/qm bezahlen Käufer für eine Eigentumswohnung in Hamburg und damit mehr als doppelt so viel wie in Dresden. Stolze 4.146 Euro pro Quadratmeter kostet im Schnitt die Eigentumswohnung den Immobilienkäufer. Der Indexwert erhöht sich im Vergleich zum letzten Quartal um 3,3 Prozent auf 206,95. Die Preise für Häuser an Elbe und Alster steigen um fast 10 Prozent verglichen mit dem Vorjahresniveau.

Bei einem Medianpreis von 2.970 €/qm bei Häusern begegnet Hamburg den Berliner Marktpreisen auf Augenhöhe. Der Indexwert für Hamburger Häuser (174,6), der die tatsächliche Preisentwicklung anzeigt und Parameter wie Lage und Alter der Immobilie berücksichtigt, liegt auf einer ähnlichen Höhe wie für Häuser in Dresden (173,6).

Hannover: was Immobilien an Leine und Elbe verbindet

Hannover ist von Hamburger Verhältnissen weit entfernt – das durchschnittliche Preisniveau entspricht in etwa dem von Dresden. Der im Schnitt gezahlte Quadratmeterpreis bei Wohnungen unterscheidet sich kaum. Mit 2.735 €/qm ergibt sich eine Differenz von lediglich 63 Euro. Die Preise steigen zum vorangegangenen Vierteljahr um beachtliche 4,1 Prozent.

Moderater geben sich die Preise für Häuser. Die tatsächliche Steigerung verglichen mit dem 3. Quartal beträgt 1,2 Prozent. Die günstigsten Preise in der niedersächsischen Landeshauptstadt beginnen schon bei 500 €/qm, der Medianpreis beträgt 2.230 Euro für den Quadratmeter. Beide Werte liegen damit unter den Vergleichszahlen aus Dresden. 

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Foto: Shutterstock; Tabelle: Dr. Klein

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